Starbucks

Opfer eigenen Erfolgs

Von Norbert Kuls

07. Januar 2008 Starbucks wird zum Opfer seines eigenen Erfolgs. Die Kaffeehauskette hat fast ganz Amerika mit Filialen überzogen. In seinen Ursprüngen war Starbucks der Idee eines europäischen Kaffeehaus-Erlebnisses verpflichtet.

Ein Espresso oder ein Milchkaffee war in Amerika damals etwas Besonderes. Zudem war es im Land, in dem Schnellrestaurantketten wie McDonald's zum Symbol für die Essgewohnheiten geworden waren, ungewöhnlich, sich hinzusetzen und so lange an einem Kaffee zu nippen, wie es einem passte. Starbucks machte das möglich.

Masse statt Klasse

Die Filialen fungieren aber schon lange nicht mehr als die Cafés mit hippen Leuten hinter der Theke, die sie ursprünglich waren. Es gibt kaum noch eine Autobahnraststätte, in der das grüne Markenzeichen nicht zum schnellen Tanken von Espresso auffordert. Die großen Einkaufszentren sind ohne Starbucks auch nicht mehr vorstellbar. Starbucks ist so selbst zu einer Art McDonald's geworden. Die Marke steht trotz hoher Preise nicht mehr für Klasse, sondern für Massenware.

Nun greift McDonald's Starbucks an. Der Wettbewerbsfaktor dürfte der Preis werden. Für Starbucks ist das angesichts hoher Belastungen für die amerikanischen Verbraucher der größte anzunehmende Unfall.



Text: F.A.Z., 08.01.2008, Nr. 6 / Seite 18