Übernahmekampf

Conti ohne Sieger

Von Carsten Knop

23. Juli 2008 Sieger oder Verlierer durfte es nicht geben. Das war das oberste Ziel der Aufsichtsratssitzung des Autozulieferers Continental zum Übernahmeangebot des fränkischen Familienunternehmens Schaeffler. Das ist gelungen, ein Eklat wurde vermieden.

Das angekündigte Angebot wurde einstimmig abgelehnt, zugleich jedoch eine Einigung mit Schaeffler als erstrebenswert bezeichnet. Und das, obwohl der Conti-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer zuvor deutlich gesagt hatte, ein solcher Zusammenschluss bringe nichts.

Die Kunden wollen keinen „feindlichen“ Übernahmekampf

Salomonisch stärkt der Aufsichtsrat Wennemer aber zugleich den Rücken. Schließlich müssen die Interessen des Konzerns, seiner Aktionäre und Mitarbeiter ganz selbstverständlich geschützt werden. Am Ende eines spannenden Tages bleibt somit offen, was auch vor der Sitzung des Aufsichtsrats der springende Punkt war: Schaeffler soll mehr zahlen oder sich mit einer Beteiligung in geringerer Höhe als 30 Prozent plus x zufrieden geben.

Ob auf der Basis des Aufsichtsratsbeschlusses von Conti eine Einigung möglich ist, entscheiden nun die Schaefflers. Beide Parteien wissen: Einen „feindlichen“ Übernahmekampf wollen ihre Kunden aus der Autoindustrie nicht.



Text: F.A.Z.