Arbeitsmarkt

Deutschland bleibt verschlossen

Von Sven Astheimer

24. April 2008 Die Sache scheint entschieden. Die Union will sich dem Wunsch des Koalitionspartners anschließen und die Freizügigkeit von Osteuropäern für zwei weitere Jahre einschränken. Für die meisten einfachen Arbeitnehmer wie Spezialisten aus den neuen Mitgliedstaaten der EU heißt es somit bis 2011: Draußen bleiben!

Ein fatales Signal. Als sei die aktuelle Diskussion um den Fachkräftemangel eine Geisterdebatte, bleiben die Tore der Arbeitsmarktfestung Deutschland verschlossen. Dabei kann nicht einmal der Bundesarbeitsminister ernsthaft der Überzeugung sein, die Lücken ließen sich komplett mit heimischen Arbeitslosen füllen. Die Rede ist nicht nur von 100.000 offenen Ingenieurstellen.

Die Arbeitsagentur scheiterte selbst daran, genügend Erntehelfer bereitzustellen, seitdem die früheren Stammkräfte aus Polen lieber die Saisonarbeit in Großbritannien verrichten, wo sie willkommen sind und höhere Einkommen erzielen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Ausländische Arbeitskräfte tragen dazu bei, Wertschöpfung und Wohlstand in Deutschland zu mehren. Dies schafft die Basis für neue Arbeitsplätze, von denen auch Arbeitslose profitieren. Doch diese Tür bleibt weiter zu.



Text: F.A.Z.

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