Familienpolitik der FDP

Aufs Kind gekommen

Von Heike Göbel

15. Mai 2008 Sage niemand, das Herz der FDP schlage nur für Besserverdiener. Das war, wenn es je gestimmt hat, gestern. Der Liberale von heute will sich familientaktisch nicht länger von CDU und SPD überholen lassen und sucht sich nun mit der Forderung nach einer Kindergelderhöhung auf 200 Euro an die Spitze zu setzen.

In einem Land, in dem Kinderfreundlichkeit zuallererst an der Summe staatlicher Aufwendungen für die Familien gemessen wird (zu denen das Kindergeld zumindest teilweise zählt), darf sie damit auf einige Zustimmung rechnen. Dies umso mehr, als die ganze Sache angeblich nichts kostet. Weil die Kinderzahlen sänken, blieben die Ausgaben für das Kindergeld trotz der Anhebung konstant, argumentiert die FDP.

Familien werden das gerne hören. Doch müssen sich die Liberalen fragen lassen, ob es ihrem Staatsverständnis nicht besser entspräche, den zuletzt gewaltig aufgeblähten Dschungel der Familienförderung zu lichten, statt einzelne Leistungen unkritisch zu steigern. Und warum sollen Finanzspielräume nur einer Klientel und nicht allen Steuerzahlern zugutekommen? Die besonders abgabengeplagte "Mitte", um die sich die FDP auch zu kümmern verspricht, besteht gewiss nicht nur aus Familien.



Text: F.A.Z.