08. Januar 2008 Gold, Weihrauch und Myrrhe sollen die drei Könige seinerzeit dem Christkind geschenkt haben. Gut 2000 Jahre später ist Gold als Geschenk und als Anlage nach einer jahrzehntelangen Durststrecke wieder gefragt. In Dollar und Euro zahlen Anleger und Schmuckindustrie zum Jahresbeginn Rekordpreise für die Feinunze - allerdings nicht inflationsbereinigt.
Nachdem sich viele Anleger in der Aktienbaisse Anfang des Jahrtausends die Finger verbrannt haben und Anleihen wegen der niedrigen Zinsen derzeit nicht attraktiv sind, rückt Gold ins Blickfeld. Da die Inflationsgefahren steigen und die Kreditkrise von Amerika ausgeht, suchen manche Anleger nach einer Alternative zu Dollar-Anlagen.
Doch einen großen Nachteil des Goldes im Vergleich zu anderen Anlagen haben auch neue Finanzprodukte kaum wettmachen können: Anders als Anleihen und Aktien, die den Anlegern in der Regel Zinsen und Dividenden bringen, sind mit Goldanlagen nur selten Ausschüttungen verbunden. Deshalb sollte nur ein Teil des Kapitals in Gold investiert werden. Wer indes Goldschmuck verschenkt, tut dies vor allem fürs Auge. Einen kräftigen Wertzuwachs gibt es derzeit noch dazu.
Text: F.A.Z., 09.01.2008, Nr. 7 / Seite 9