Bankentriumvirat

Ein riesiger Kraftakt

Von Daniel Schäfer

29. März 2008 Sieben Jahre nach dem Kauf der Dresdner Bank durch den Versicherungskonzern Allianz werden die Karten im deutschen Bankenmarkt neu gemischt. Im Zentrum der Gedankenspiele steht die Deutsche Postbank, von der sich der Mehrheitsaktionär Deutsche Post trennen will.

Die Bonner Filialbank gilt als der Schlüssel zur Konsolidierung in Deutschland. Daher buhlen sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank offen um das Institut.

Riskant und weit gediehen

Den größten Handlungsdruck hat jemand, der bislang einsilbig geblieben ist: die Allianz, deren Ehe mit der angeschlagenen Dresdner Bank ein ewiger Albtraum ist. Eines der internen Planspiele des Konzerns ist ambitioniert und riskant, aber wohl weiter gediehen, als die Beteiligten zugeben: die Schaffung eines Triumvirats aus Commerzbank, Postbank und Dresdner Bank.

Die Integration wäre ein enormer Kraftakt und ein großes Risiko für den Allianz-Vorstand. Doch sollte die Zusammenlegung funktionieren, hätte das deutsche Bankensystem endlich eine Filialbank von internationalem Gewicht. Und der Allianz wäre mittelfristig der Ausstieg aus dem für einen Versicherungskonzern unsinnigen Abenteuer Bankgeschäft geebnet.



Text: F.A.Z., 29.03.2008, Nr. 74 / Seite 11

 
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