Rohstoffe

Öl oder Wasser - was versiegt zuerst?

Wasser könnte schneller aufgebraucht sein als Öl. Auch deshalb ist die Begeisterung für Biokraftstoffe ökologischer Wahnsinn. Menschen können ohne Öl, aber nicht ohne Wasser leben. Warum bloß ist die Wasserkrise kein Thema? Von Holger Steltzner

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Januar 2008 19:24

Wasser zu Apothekenpreise!

Herold Binsack (Devin08)

@strobl: Die „Quelle“ ist Nestlé! Das Wasser wird so im Preis hoch spekuliert,und das nutzt denen,die Weltweit die Trinkwasserreserven aufkaufen – Monsanto, Nestlé, u.a. Und doch ist die Behauptung, dass die „nächsten“ Kriege um Wasser geführt werden, eine gelinde Untertreibung. Im Nahostgemetzel geht es heute auch schon um das Wasser. Man muss nur mal den Wasserverbrauch der Israelis mit dem der Palästinenser vergleichen! Der Libanon, der da so heiß umkämpft wird, soll auf unterirdischen Wasserseen nur so schwimmen! Und auch wer Kriege führen will - auch um das Öl im Übrigen -,der muss natürlich Wasser haben.Die Kriege werden um die Ressourcen der Menschen geführt,und da gehörte das Wasser schon immer dazu.In diesem Sinne nichts Neues.Neu wird sein,dass man den Menschen das Wasser, das ihnen bisher Mutter Natur kostenlos zu verfügen stellte, vorzugsweise zu Apothekenpreise verkauft.Auch hierbei spielen so Firmen wie Monsanto und Nestlé eine unrühmliche Vorreiterrolle.In Indien,wo man die Bauern dazu zwingen möchte den genmanipulierten Reis von Monsanto zu kaufen,setzt man die widerspenstigen Bauern zudem unter Druck,indem man ihnen den freien Zugang zum Wasser versperrt.Davon spricht natürlich keine Fa. Nestlé und auch keine FAZ.

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13. Januar 2008 16:58

Wasserknappheit ist ein herbeigeredetes Problem, mehr nicht.

Max Kofod (kofod)

Der Kommentar erscheint mir einen falschen Akzent zu setzen. Die natürlich landwirtschaftlich nutzbare Fläche ist begrenzt. Sie ist kleiner als die Landoberfläche insgesamt, weil nicht überall Niederschlag fällt. Das ist das Entscheidende. Der Niederschlag wird aber nicht verbraucht! Das ist absurd. An einigen Standorten, wo es naturgegeben zu trocken ist, versucht man "künstlich" zu bewässern. Zum Teil unter Nutzung von "fossilem" Wasser. Dies macht aber nur einen marginalen Anteil an der globalen Landwirtschaft aus.
Insgesamt gesehen bleibt die landwirtschaftlich nutzbare Fläche in etwa gleich groß. Sie wird nicht wesentlich kleiner. Die Frage ist aber, reicht diese Fläche auch in Zukunft für die Ernährung der Menschheit aus? Und vor diesem Hintergrund weiter die Frage, können wir es uns leisten Energiepflanzen anzubauen?
Aber es wird nicht enger, weil das Wasser so wie das Öl verbraucht wird. Diese Vorstellung ist global betrachtet (lokale Ausnahmen mag es geben) einfach nicht richtig.

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13. Januar 2008 15:50

Irgendwo anfangen

David Steinberg (DSteinberg)

100 Dollar per Barrel ist doch gut - aber noch nicht hoch genug. Endlich wachen unsere Freunde hier in USA aus. Alle US oder US zugelassenen Autos Hersteller werden fuer die naechsten Jahre auch Hybrid oder Wasserstoff Produkte anbieten. Man muss irgendwo anfangen.

Alleine die Tatsache, dass ca. 4500 Liter fuer 1 Liter BioSprit verbraucht werden ist erschreckend.

Super Artikel.

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13. Januar 2008 13:58

Klimawandel aber bewust

Jan Lesch (Idealismus)

Wenn der Ölverbrauch sich bald verdoppelt; wenn nicht klar ist, wie viel die Menschheit am Klimawandel schuld ist und wie weit dieser Klimawandel sowieso schon immer statt fand; die Menschheit sicher nicht freiwillig vom Energieverbrauch (Hunger) lassen wird; die selbst eher optimistisch gesehenen "politischen" Ziele der Klimakonferenzen eher nur am Rande die Klimabelastung eindemmen werden - wenn das so ist, frage ich mich, ob es nicht viel sinnvoller ist unserer Bemühungen vor allem gerade in die Forschung zu stecken,die es der Menschheit ermöglicht bewust mit dem zu erwarteteden Klimawandel und allem was damit verbunden ist möglichst gut zu leben.

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13. Januar 2008 10:13

Bio-Sprit tötet Pflanzen!!

Martin Strobl (Russ2)

Ein messerscharfe Situations-Analyse(?):
Woher kommen denn diese Zahlen? Wird im vorliegenden Beitrag etwa der das Pflanzenblatt treffende Regentropfen als von der Landwirtschaft unbezahltes Trinkwasser verbucht? Die Bewässerung bei der Produktion nachwachsender Rohstoffe (v.a. bei Energiepflanzen) wird meist schon aus ökonomischen Gründen unterlassen!

Der brilliante Lösungsvorschlag des Autors kommt zugleich:
Bio-Sprit trinkt uns unser Trinkwasser weg! Ich setze noch einen drauf und behaupte: Bio-Sprit tötet Pflanzen!
Da setzen wir doch lieber auf das aus Verfassersicht nie versiegende Erdöl, das tötet nämlich ...!

Fazit:
Wohl wieder ein Kommentar, der dem Leser den oft mangelnden Sachverstand des Verfassers zum Thema Landwirtschaft aufzeigt! Ich würde mir in diesem brisanten Beitrag die Angabe von Quellen wünschen! Oder ist das nicht möglich?

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13. Januar 2008 10:11

Gut dass es mal jemand anspricht

Werner Hannappel (Brooce)

Aber SO?
Herr Steltzner, zur Herstellung von 1 Tonne Getreide braucht man also 1 million Liter Wasser. OK. Das mag für Landwirte interessant sein, aber was soll diese Zahl und auch andere von Ihnen aufgeführte in diesem Zusammenhang? Das Wasser ist doch nicht "weg", es wird vielleicht benötigt für die Bewurzelung und die Reifung der Pflanzen, aber es zirkliert doch! Es sickert wieder ins Grundwasser oder beehrt uns wieder als Niederschlag. Sicher ist die Verteilung des Wassers ein Thema, dessen dauerhafte Sauberkeit auch, aber in Zukunft wird auf Grund der Erderwärmung mehr Wasser in der Athmosphäre sein, als uns lieb ist.
Diesen Artikel (... stufe ich) unter "Versuch der Panikmache" ein.

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13. Januar 2008 09:35

100 USD für das Barrel Wasser!

Alex Kellner (Alexupery)

Ein interessanter Aspekt - ehrlich gesagt kann ich mir ein hämisches Grinsen nicht verkneifen. Und es kann eigentlich gar nicht schnell genug gehen:

wenn doch wir endlich den dann nach kühlem Nass lechzenden Scheichs tropfenweise Phantasiepreise diktieren und uns unseren jahrzehntelang an den Golf transferierten Wohlstand zurückholen könnten.
Arbeitsplatztabwanderung nach Fernost? Kein Problem - dank neuer, flüssiger Bodenschätze bleibt Mitteleuropa auf der Gewinnerstrasse. Oh, wie ich unser Schmuddelwetter liebe!

Leider nur würde es bestimmt so sein, dass wir statt dessen kostenlos liefern (und selbst dursten) - als barmherzige "Entwicklungshilfe"

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13. Januar 2008 08:36

Wasser ist Leben

harald schneider (asklepion)

Ein Politiker prägte einmal den Satz, "der nächste Krieg wird nicht um Öl, sondern um Wasser geführt werden". Allerdings sehe ich keinen Zusammenhang zwischen dem Verbrauch fossiler Vorräte in Ländern wie Saudi Arabien oder Lybien und den europäischen Wasservorkommen. Das die Landwirtschaft massiv auf Wasser angewiesen ist (ob für Lebensmittel oder regenerative Treibstoffe) ist logisch. Leider hat die Logik keinen großen Stellenwert in den ideologisch aufgeheizten Debatten über steigende Lebensmittelpreise und ökologische Weltuntergangs-szenarien. SChade eigendlich. ;-)

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13. Januar 2008 03:51

Wasser ist nicht sexy.

Engelbert Kühlwetter (wallibelli)

Solange Wasser keine Bedeutung für Kapitalmärkte hat, interessiert das keinen.
So banal es klingt, 2/3 unserer Erde bedeckt Wasser. Das suggeriert,
Wasser kann nicht ausgehen.Meine Wasserinvestitionen sind in der Rendite 2007 sogar leicht gefallen. Ölinvestitionen haben ihren Gewinn fast verdoppelt.
Wasserverfügbarkeit kann man nicht primär von Preisen abhängig machen.
Es wäre ein eklatanter Verstoß gegen die Menschenrechte. Wegen Wassermangel wird die Erde Völkerwanderungen erleben.Wahrscheinlich auch Kriege.
Alle Vorausschauenden wissen das.Es wird und kann keiner etwas dagegen machen.Weil das "Globale Dorf" mit seinen über 200 Einzelstaaten auch bei diesem "Weltproblem" niemals einem Konsens finden wird.

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13. Januar 2008 00:51

Ausgleichende Gerechtigkeit?

Harry LeRoy (Cimon)

Stimmt es, was hier der Journalist zu berichten weiß, und die wissenschaftliche Fachwelt stimmt dem überwiegend zu, so dürften sich bald die Gewichte verschieben, sehr zu Ungunsten der OPEG und anderer. Denn dann werden Länder wie die USA, Russland oder auch Europa durch ihren Reichtum an Wasser und landwirtschaftlicher Anbaufläche schon bald die Öl exportierenden Länder ablösen, was den Besitz der wertvollsten Ressourcen angeht. Getreide- und Wasserkonzerne werden anstelle der Ölkonzerne treten und jene Länder, die bisher allein aufgrund ihrer Rohstoffvorkommen, andere Volkswirtschaften aussaugten werden alle ihre einstigen Profite zum Markt tragen müssen. Wie Saudi-Arabien, das nur aus Wüste besteht, eine Bevölkerung von ca. 30 Millionen ernähren will, wenn Wasser wertvoller wird als Öl, ist mir schleierhaft.

Eigenartig, der liebe Klimawandel wurde durch die Verfeuerung fossiler Brennstoffe hervorgerufen, während jene Rohstoffe den OPEG Ländern einst ihren kurzfristigen Reichtum brachten, so bringen sie ihnen auf lange Sicht das Verderben. Die Nemesis wandelt wieder einmal auf höchst seltsamen Pfaden.

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13. Januar 2008 00:08

Nachhaltiges Wirtschaften ist auch hier eine Lösung

Kathrin Weber (Trynx)

Bravo, endlich wird dieses Problem öffentlich gemacht. Seit dem Wintersemester 06/07 bin ich Studentin des Umweltcampus in Birkenfeld. Schon in meinem ersten Semester wurde uns beigebracht, dass es in Zukunft Kriege um die Ressource Wasser geben wird. Dabei gibt es auch heute schon etliche Möglichkeiten, und das ist keine Zukunftsmusik, Wasser zu sparen und sinnvoll sowie nachhaltig zu nutzten. Leider wird in der Öffentlichkeit das Wort Sparen oft als Einschränkung verstanden. Aber das muss nicht so sein. Hier am Campus haben wir innovative Ideen zum nachhaltigen Nutzen von Ressourcen, nicht nur Wasser, umgesetzt und ich kann nicht sagen das wir auf irgend etwas verzichten müssten was anderswo selbstverständlich ist. Im Gegenteil, die Technik ermöglicht es uns, im Gegensatz zu manch anderer Hochschule, auch im Sommer ganz ohne schlechtes Gewissen in klimatisierten Räumen zu sitzen. Es ist wichtig über Wasser zu reden da stimme ich zu. Aber kann es immer nur um einen Tagespunkt gehen? Auch weiterhin darf das Thema Öl nicht abgeschwächt werden. Nicht weil die Vorräte zur Neige gehen, sondern wegen des hohen Emissionsausstoßes. Wasser ist wichtig, aber es nützt uns nichts wenn wir nicht mehr auf dieser Welt leben können.

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12. Januar 2008 23:18

Der Verstand des Menschen wird zu seinem eigenem Feind.

Frank Adler (fadiart)

Gesehen von der Lebenslogik - (Trink)Wasser ist wichtiger als Öl. Prophezeiungen über Kriege um die Wasserstellen sind keine virtuelle Vorstellung mehr. Trinkwasser ist zugleich ein Indikator für soziale Stabilität und Entwicklung einer Region/eines Kontinents. Klimawandel als hautnahe Vorstellung ist nicht nur die Reinhaltung der Luft oder das Ansteigen der Meeresspiegel - die totale Veränderung ganzer Lebensregionen...Das Gehen und Kommen von Kulturen wird nicht ohne Schall und Rauch geschehen. Territorialstreitigkeiten um Lagerstätten oder eben auch um Einzugsgebiete des Trinkwassers werden eines Tages gleichermaßen Tragödien und Terror auslösen und die Nachrichten beherrschen - wie es seit Jahrzehnten über die Macht um das Öl vertraut ist. Es wird so kommen, wenn nicht sofort etwas unternommen wird, dass große Massen von Menschen mit Gewalt - wegen des Überlebenskampfes - in andere Länder flüchten müssen. "Apokalypse Now"

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12. Januar 2008 21:42

Nachhaltigkeit vom Kopf auf die Füße stellen

Edgar Gärtner (Edsches)

Endlich wieder einmal ein Beitrag, der das Thema Nachhaltigkeit vom Kopf auf die Füße stellt. Warum kümmert sich die Politik heute in einem kaum je dagewesenen Ausmaß um Zweitrangiges, wenn nicht um ungelegte Eier? US-Präsident Bushs Ethanol-Programm, offiziell gedacht, um die Abhängigkeit der USA von Rohölimporten zu vermindern, ist zu Recht hauptsächlich wegen des von ihm verursachten nmäßigen Wasserverbrauchs im Mittleren Westen ins Schussfeld der Kritik geraten. In Deutschland erscheint der Widerspruch zwischen dem öko-ideologisch begründeten Ruf nach einer massiven Ausweitung der Produktion nachwachsender Rohstoffe und dem Wasserbedarf der Menschen zwar auf den ersten Blick als weiger krass. Da aber immer mehr Bio-Rohstoffe importiert werden, stellt sich das Problem in Wirklichkeit in gleicher Schärfe. Davon abgesehen ist Rohöl, da es in der Erdkruste unter bestimmten Bedingungen ständig neu entsteht, vielleicht sogar eine der wenigen wirklich erneuerbaren Ressourcen.

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12. Januar 2008 20:39

Nestlé, das Wasser und das Elend des Kapitals!

Herold Binsack (Devin08)

Positiv an diesem Artikel ist, dass die Milliarde Menschen beziffert werden, die keinen Zugang zu Trinkwasser haben. Was nicht gesagt wird, dass hier wahrscheinlich auch die Referenz zu den Hungernden auf dieser Welt anzunehmen ist. Und was auch fehlt, wäre das beschämende Zugeständnis eines Kapitalismus, der als System vor etwa 500 Jahren als Marktwirtschaft seinen Sieg antrat, u.a. mit dem Versprechen Hunger, Durst, Elend, Krankheit, Ungerechtigkeit usw. endgültig zu verabschieden. Mir scheint, dass der Anteil der „Elenden“ seit dieser Zeit nicht merklich gesunken ist. Und auch ein wenig skurril ist der Bezug zu der Unternehmenspropaganda von Nestlé, wo doch das Eigeninteresse jenes Global Player in Bezug auf die Verwertung von Wasser geradezu ins Auge springt. Nestlé kauft weltweit nahezu alle Wasserreserven auf!? Und ein bisschen blamabel ist auch, dass dieser Bezug fast ein Jahr hinter seiner Aktualität herhinkt.Der Chef von Nestlé Peter Brabeck-Letmathe hatte der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ schon am 4.4.2007 ein Interview (vgl. „Raubbau am kostbarsten Gut“, http://www.zeit.de/2007/15/Nestle-Interview-Brabeck) gegeben.

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