09. Juli 2009 Statt des gewohnten bedrohlichen Minus weisen die wichtigen harten Wirtschaftsdaten dieser Woche fast ausnahmslos ein kleines Plus auf. Die Rückkehr dieses - in der nun schon ein Jahr währenden deutschen Rezession fast vergessenen - Vorzeichens gibt Anlass zur Hoffnung. Auftragseingang, Industrieproduktion und selbst der Export nehmen wieder etwas zu. Wachstumsprognosen für das kommende Jahr werden allerorten vorsichtig nach oben korrigiert, der Wettlauf um die schlechteste Nachricht scheint gebrochen. Möglicherweise ist es der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal sogar gelungen, die Rezession zu beenden.
Mit Spannung werden die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für April bis Juni erwartet, von denen sich mancher Ökonom die "Schwarze Null" verspricht, mit der die Schrumpfungsperiode offiziell beendet wäre. Wer sich vor diesem Hintergrund ein wenig Optimismus erlaubt, sollte dies aber im Bewusstsein tun, dass der Aufstieg aus dem Konjunkturtief auf sehr niedrigem Niveau beginnt und langwierig sein könnte. Kaum kalkulierbare Risiken bergen etwa Ölpreis und Beschäftigungslage. Für manche Enttäuschung sollte man gewappnet bleiben.
Text: F.A.Z.