Putzig: Olivia Gräser als Libelle Philomena

Theater

Der Schabernack der Evolution

Der Roman mit den Tieren als Theater mit der Maus: Dietmar Daths vielschichtig verästelter Roman „Die Abschaffung der Arten“ wird in Berlin in einer putzigen Mischung aus pädagogischem Schwank und salopper Infantilität auf die Bühne gebracht. Von Irene Bazinger

Zur Europa überhöht: Christiane Ivens Feldmarschallin

Stuttgarter „Rosenkavalier“

Hin und her und rundherum

Da krabbeln sie hervor, die fabelhaften Liebhaber: In der Stuttgarter Staatsoper lüftet ein höchst unterhaltsamer „Rosenkavalier“ den Unterrock der vergöttlichten Marschallin. Stefan Herheim, der Bilderstürmer unter den jungen Regisseuren, hat seinen Gegenstand gefunden. Von Julia Spinola

Lieblingsprivatrollen: Nicholas Ofczarek als launische tickende Mimenbombe, Michael Maertens als Hirnrisskasperl

Wiener Theaterpremieren

Die Tänzer um den Stachelbaum

Wüstlingswüsten: Das Burgtheater zeigt in „Lorenzaccio“ einen Herrscher als Armleuchter. „Eine Familie“ im Akademietheater beschert uns das Glück, dramatischen Leuten beim Leben zusehen zu dürfen. Dabei ist mehr über den Staat erfahren, als wenn man den Staat zur Privatneurose macht. Von Gerhard Stadelmaier

Yasmina Reza

Yasmina Reza

Männerwelten, Frauensache

Bis vor kurzem saß sie noch mit Roman Polanski am Drehbuch für die Verfilmung ihres letzten Theaterstücks. Seit einigen Wochen arbeitet sie im Schneideraum für ihren ersten Kinofilm, „Chicas“. Ein Treffen mit der Erfolgsautorin Yasmina Reza („Kunst“) in einem Pariser Studio. Von Joseph Hanimann, Paris

Hat da etwa jemand Euridike angesehen? Maria Gortsevskaya (Orfeo) und der Chor der Oper Köln schließen vorsichtshalber die Jalousie zum Jenseits

„Orfeo ed Euridice“ in Köln

Keine Zeitstrafe für Euridike

In Köln wagt der junge Regisseur Johannes Erath eine rabenschwarze beziehungspsychologische Sicht auf Glucks Oper „Orfeo ed Euridice“ und drückt dabei mehr auf die Psycho- und Pathos-Tube, als es das Stück brauchte. Von Holger Noltze

Heinz-Klaus Metzger 1932 - 2009

Zum Tod von Heinz-Klaus Metzger

Er war ein Schriftgelehrter im Grandhotel Abgrund

Er dachte die Neue Musik radikal neu aus dem Geist des geschichtsphilosophischen Pessimismus. Das geschlossene Werk verabschiedete er zugunsten einer Ästhetik des Zufalls: Heinz-Klaus Metzger, epochaler Theoretiker der Neuen Musik, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Von Gerhard R. Koch

Das Bett bleibt kalt: Misha Didyk als Sergej und Angela Denoke als Katerina Lwowna Ismailowa

Lady Macbeth in Wien

Kein Mensch, kein Problem

Jetzt inszeniert der neue Burg-Chef auch noch Opern: Matthias Hartmann macht aus Schostakowitschs grobkörnigem Politdrama „Lady Macbeth von Mzensk“ ein Kammerspiel der Triebe. Mit einer respektvollen, doch etwas überraschungslosen Ästhetik. Von Dirk Schümer, Wien

Vielleicht ein Penner? Die “Frechen Rüben“ wissen nicht, was ssie von Kowalewski halten sollen

„Linie 2“ im Grips-Theater

Jenseits der U-Bahn

Mit vierzig fängt das Leben erst an: Das Berliner Grips Theater feiert sich selbst mit der Uraufführung der musikalischen Revue „Linie 2“. Sie ist alles andere als ein simpler Nachschlag zum 23 Jahre alten Sensationserfolg. Von Irene Bazinger

Wenn Gott ein Jazzpianist wäre: Keith Jarrett

Keith Jarrett

Die rechte Hand Gottes

Keith Jarrett, der eigentümlichste Pianist unserer Zeit, gibt ein Konzert und bringt eine neue Platte heraus - beide Male überwindet er die Schwerkraft mit links. Nur über die Unzulänglichkeiten des Konzertalltags kann er sich nicht beruhigen. Von Jonathan Widder

Ballett

Es kippt so lustig vom Schmelz in den Schmäh

Man kann mit dem Tanz eben nicht nur Märchen erzählen, sondern weit abstrakter scherzen: An seinem unwiderstehlichen ersten Ballettabend an der Deutschen Oper am Rhein leuchtet Martin Schläpfer die Hintergründe der Kompositionen aus. Von Wiebke Hüster

“Das Orchester muss den Heiratsantrag machen“ - Dirigent Christian Thielemann

Christian Thielemann im Interview

Es war unklug, mich so vorzuführen

Dresden jubelt, München grollt. Doch Thielemanns Entscheidung für die Staatskapelle ist nicht nur eine angemessene Antwort auf das Zaudern der Bayern. Sie ist auch künstlerisch verheißungsvoll. Ein Interview.

Ach, die Tradition! Yeree Suh in der Basler Rihm-Inszenierung

Theater Basel

Der Gott erscheint im Auditorium

Wo sie den Gott, den Adler, den Mann nicht haben können, da wird ihr Begehren zu unersättlichem, unablässigem Klang und Gesang: „Drei Frauen“, Wolfgang Rihms drei Monodramen und zwei Zwischenspiele, am Theater Basel. Von Wolfgang Fuhrmann

Der designierte Leiter der Dresdener Staatskapelle: Christian Thielemann

Christian Thielemann

Wechsel zur Staatskapelle Dresden

In München wurde man sich über die Verlängerung seines Vertrags als Chedirigent der Philharmonie nicht einig, weshalb Christian Thielemann 2012 nun definitiv nach Dresden gehen wird, um dort die Staatskapelle zu leiten.

Die Maske zeigt die Bestie: Constanze Becker als Iokaste und Marc Oliver Schulze als Ödipus in Thalheimers Frankfurter Sophokles-Inszenierung

Schauspiel Frankfurt

Der Ur-Zauber der Kopffüßler von Theben

Man kann in Frankfurt wieder ins Theater gehen: Die Intendanz Oliver Reeses beginnt mit großen Stücken. Für Sophokles' „Ödipus“ findet Michael Thalheimer einen archaischen Ton, für die „Antigone“ einen etwas schäbigen Lärm. Von Gerhard Stadelmaier

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