Die Berliner Staatsoper Unter den Linden ist bis auf weiteres führungslos. Nachdem bereits der Geschäftsführer Georg Vierthaler zum 1. Mai ans Berliner Konzerthaus versetzt worden ist, wird nun auch der Intendant Peter Mussbach von allen Pflichten entbunden und sofort unwiderruflich freigestellt.
Zaubern kann man, wenn die Einzelteile nur durchgearbeitet sind: Raffiniertes Musiktheater bringt Manfred Trojahns La Grande Magia, soeben an der Dresdner Semperoper uraufgeführt. Von Wolfgang Sandner
Ist das die Wahrheit über '68? Kinski als Erlöser und Depp. Nach allerhand Memoirenliteratur über die Achtundsechziger gibt es nun einen Film aus 37 Jahre altem Bildmaterial. Er zeigt die Jesus-Show Klaus Kinskis in Berlin. Sie eskaliert. Von Julia Encke
Zu jung für neun Leben: Steve Winwood beschenkt sich zum sechzigsten Geburtstag mit einer neuen Platte, die auf fast schon zu verschwenderische Art beweist, dass ihm zum Musizieren fast jeder Stil recht ist. Von Edo Reents
Das Theater dieser Tage ist ungeheuer in Bewegung: Es läuft wie panisch vor sich davon. Die Szene ist vielerorts bevölkert von seltsam wilden, lauten Angsthasen, die alles Zutrauen in ihre Kunst verloren haben. Von Gerhard Stadelmaier
Er hatte sich den außermusikalischen Zumutungen eigentlich nicht mehr aussetzen wollen, die der Leiter eines amerikanischen Sinfonieorchesters notgedrungen zu meistern hat. Jetzt will Riccardo Muti die Leitung des legendären Chicago Symphony Orchestras übernehmen. Von Jordan Mejias
Kunst für Kohle, Kohle für Kunst. Dass Theater einmal ein Lebensmittel war, war ein Grundgedanke der Ruhrfestspiele. Heute holt man Hollywoodstars nach Recklinghausen - und verabschiedet sich von der Lebenswirklichkeit des Publikums. Von Andreas Rossmann
Keine Zeitverschwendung, keine Schnörkel, das hält er schon seit über fünfzig Jahren so. Hält sich auch diesmal wieder daran. Aber dann am Schluss - da käme kein Mensch im Saal auf die Idee, zu sagen: Na also, das war's. Von Eleonore Büning
Spezial Wolfgang Wagners Rücktritt ist ein epochaler Einschnitt in der Geschichte eines weltweit einzigartigen, hochrenommierten Festivals. Wer immer ihm nachfolgt, muss über das Gesamtkunstwerk Richard Wagners neu nachdenken. Von Julia Spinola
Wolfgang Wagner tritt zurück: Natürlich ist das zunächst einmal eine wunderbare Nachricht, nach so vielen Jahren der Stagnation in Bayreuth. Doch es ist bloß ein Schachzug in einem durch und durch korrupten Spiel. Nicht ohne Risiko. Von Julia Spinola, Bayreuth
In einem Schreiben an den Stiftungsrat der Bayreuther Festspiele hat Festspielchef Wolfgang Wagner seinen Rücktritt offiziell angekündigt. Jetzt kann die Suche nach seinem Nachfolger beginnen, die Wagner selbst verhindern wollte.
Was macht die Gesellschaft mit dem, der möchte, dass die Gesellschaft so sei wie er? Diese Frage nach dem Unmöglichen stellt der Menschenfeindvon Molière. Jetzt zeigte sich in zwei Schauspielhäusern die Gesellschaft auf unterschiedliche Art ratlos: in Hannover unter Fischen, in München unter Menschen. Von Gerhard Stadelmaier
Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner, die Töchter des Bayreuther Festspielleiters Wolfgang Wagner, haben dem Stiftungsrat das angeforderte Konzept für die Leitung der Bayreuther Festspiele vorgelegt.
Mit dreizehn Jahren begann Anne-Sophie Mutter ihre Weltkarriere als Geigerin. Das Musizieren allein reichte ihr bald nicht mehr. Sie wurde zur Stifterin, engagierte sich für Kinder und den Streichernachwuchs. Dafür erhält sie, als erste Frau, den Ernst-von-Siemens-Musikpreis. Von Lotte Thaler