Ort von Pina Bauschs Tanztheater: Das Schauspielhaus Wuppertal

Ohne Schauspiel

Die Wuppertalfahrt

Skandal, Fanal und Signal in der Finanzkrise und für die geplante Steuerreform, von der die Kommunen besonders betroffen sind: Die Stadt Wuppertal will ihr 1966 eröffnetes Schauspiel aufgeben. Zadek, Bondy, Peymann und Neuenfels inszenierten hier und Pina Bausch choreographierte. Von Andreas Rossmann

Christina Einbock und Gero Nievelstein in “Reinhardt“

Theater

Das Spiel vom Herrn Niemandmann

Theatergeschichte als Geschichtentheater: Michael Frayns „Reinhardt“ feiert in Salzburg seine deutschsprachige Erstaufführung. Doch die wahnhaft getriebene Psyche des großen Theaterbesessenen Max Reinhardt bleibt allzu sehr im Schatten. Von Dirk Schümer, Salzburg

Als wäre er dreißig Mann: Sven-Eric Bechtolf als “Richard II.“

„Richard II.“ in Hamburg

Der König ist ein Geisterseher

Dieser eine Mann ist hier ein ganzes, großes Theater: Der Schauspieler Sven-Eric Bechtolf spielt in Hamburg das „Solo eines Königs“. Shakespeares Stück „Richard II.“ wird zum grandiosen Ein-Mann-Drama. Von Gerhard Stadelmaier

Ozeanische Leere: das neue Stück “Ozean“ ist symptomatisch für die derzeitige Verfassung der Bühne

Berliner Volksbühne

Untergang als Chance?

Die Berliner Volksbühne, einst stilprägendes Experimentierfeld der deutschen Theaterlandschaft, wird frisch restauriert wiedereröffnet. Doch künstlerisch hat sie den toten Punkt erreicht. Frank Castorfs Versuche, sie neu zu erfinden, wirken müde, ratlos und ohne Ironie. Von Christine Wahl

Multikulti-Illusionen platzen wie Luftballons: „Zwei Welten“ in Bad Godesberg

Migration im Theater

Ein Überfall wie ein Spuk

Als im August 2007 junge Migranten deutsche Eliteschüler verprügelten, zeigten sich im beschaulichen Bad Godesberg jäh „Zwei Welten“, die nun auch in einem Theaterstück aufeinanderstoßen. Was daraus folgt, ist eine Frage, die das Publikum beantworten muss. Von Andreas Rossmann

Scheiternde Allmachtsphantasie: Salomes Schleiertanz

Salome in Amsterdam

Salome darf nicht sterben

In Amsterdam meldet sich Peter Konwitschny mit einer atemberaubenden Opernregie zurück. Seine Inszenierung der „Salome“ von Richard Strauss gräbt sich albtraumtief in die Phantasie. Und doch steckt inmitten des Elends der Keim einer Utopie. Von Julia Spinola

Die neue Salzburger Buhlschaft: Birgit Minichmayr

Salzburger Festspiele 2010

Mythen-Kunde

Die neunzigsten Salzburger Festspiele wollen es mit den Mythen halten: Peter Stein inszeniert Sophokles' „Ödipus“ mit Klaus Maria Brandauer, Birgit Minichmayr gibt die Buhlschaft im „Jedermann“ und Anna Netrebko die Juliette. Die angekündigte Uraufführung von Daniel Kehlmann lässt hingegen auf sich warten.

Putzig: Olivia Gräser als Libelle Philomena

Theater

Der Schabernack der Evolution

Der Roman mit den Tieren als Theater mit der Maus: Dietmar Daths vielschichtig verästelter Roman „Die Abschaffung der Arten“ wird in Berlin in einer putzigen Mischung aus pädagogischem Schwank und salopper Infantilität auf die Bühne gebracht. Von Irene Bazinger

Zur Europa überhöht: Christiane Ivens Feldmarschallin

Stuttgarter „Rosenkavalier“

Hin und her und rundherum

Da krabbeln sie hervor, die fabelhaften Liebhaber: In der Stuttgarter Staatsoper lüftet ein höchst unterhaltsamer „Rosenkavalier“ den Unterrock der vergöttlichten Marschallin. Stefan Herheim, der Bilderstürmer unter den jungen Regisseuren, hat seinen Gegenstand gefunden. Von Julia Spinola

Lieblingsprivatrollen: Nicholas Ofczarek als launische tickende Mimenbombe, Michael Maertens als Hirnrisskasperl

Wiener Theaterpremieren

Die Tänzer um den Stachelbaum

Wüstlingswüsten: Das Burgtheater zeigt in „Lorenzaccio“ einen Herrscher als Armleuchter. „Eine Familie“ im Akademietheater beschert uns das Glück, dramatischen Leuten beim Leben zusehen zu dürfen. Dabei ist mehr über den Staat erfahren, als wenn man den Staat zur Privatneurose macht. Von Gerhard Stadelmaier

Yasmina Reza

Yasmina Reza

Männerwelten, Frauensache

Bis vor kurzem saß sie noch mit Roman Polanski am Drehbuch für die Verfilmung ihres letzten Theaterstücks. Seit einigen Wochen arbeitet sie im Schneideraum für ihren ersten Kinofilm, „Chicas“. Ein Treffen mit der Erfolgsautorin Yasmina Reza („Kunst“) in einem Pariser Studio. Von Joseph Hanimann, Paris

Hat da etwa jemand Euridike angesehen? Maria Gortsevskaya (Orfeo) und der Chor der Oper Köln schließen vorsichtshalber die Jalousie zum Jenseits

„Orfeo ed Euridice“ in Köln

Keine Zeitstrafe für Euridike

In Köln wagt der junge Regisseur Johannes Erath eine rabenschwarze beziehungspsychologische Sicht auf Glucks Oper „Orfeo ed Euridice“ und drückt dabei mehr auf die Psycho- und Pathos-Tube, als es das Stück brauchte. Von Holger Noltze

Heinz-Klaus Metzger 1932 - 2009

Zum Tod von Heinz-Klaus Metzger

Er war ein Schriftgelehrter im Grandhotel Abgrund

Er dachte die Neue Musik radikal neu aus dem Geist des geschichtsphilosophischen Pessimismus. Das geschlossene Werk verabschiedete er zugunsten einer Ästhetik des Zufalls: Heinz-Klaus Metzger, epochaler Theoretiker der Neuen Musik, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Von Gerhard R. Koch

Das Bett bleibt kalt: Misha Didyk als Sergej und Angela Denoke als Katerina Lwowna Ismailowa

Lady Macbeth in Wien

Kein Mensch, kein Problem

Jetzt inszeniert der neue Burg-Chef auch noch Opern: Matthias Hartmann macht aus Schostakowitschs grobkörnigem Politdrama „Lady Macbeth von Mzensk“ ein Kammerspiel der Triebe. Mit einer respektvollen, doch etwas überraschungslosen Ästhetik. Von Dirk Schümer, Wien

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