Also nun der nächste Akt in der endlosen Seifenoper. Jetzt von Halbschwester zu Halbschwester oder von Cousinchen zu Cousinchen, vielleicht laufen noch mehr Geltungssüchtige herum mit Leitungsambitionen. Einziger Qualifikationsnachweis: Irgendwie Wagner heißen. Richard, das kannst du nicht so gewollt haben!
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Nach den verherrenden Verrissen ihrer Meistersinger Inszenierung vom vergangenen Jahr bei Publikum und Feuilleton ist das wohl der letzte Versuch des greisen Wolfgang Wagner zu Lebzeiten seine Tochter Katharina Wagner als Nachfolgerin und Festspielleiterin zu installieren - sei es auch um den Preis, deren bereits 2001 vom Stiftungsrat gewählte und von ihm immer abgelehnte Halbschwester Eva Wagner-Pasquier mit ins Boot zu nehmen.
Ginge demnach Nike Wagner, die Tochter Wieland Wagners und das zweifellos größte lebende künstlerische Talent der Familie Wagner, leer aus. Wer je das von ihr geleitete Weimarer Kulturfestivals besucht oder ihre Ring-Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper gesehen hat wird das zutiefst bedauern. Bleibt zu hoffen, dass die Stiftungsratsmitglieder bedenken, dass es zuerst um Kunst geht und nicht um Machterhalt. Kompromisslösungen mit Kombinationen der Damen mögen der Mehrheitsfindung im Stiftungsrat dienen, nicht der Qualität der Kunst. Wenn also die Entscheidungsträger der Bayreuther Festspiele sich nicht die Köpfe vernebeln lassen, kann es nur eine sinnvolle Entscheidung für die Leitung geben: die Alleinverantwortung und Leitung durch Nike Wagner. Ob die Siegesgöttin sich durchsetzt wird sich weisen.
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