01. Juli 2009 Wenige Wochen vor Beginn der Bayreuther Festspiele droht die Gewerkschaft Verdi mit Streik auf dem Grünen Hügel. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die fest und saisonal Beschäftigten bisher ohne Tarifvertrag und teils unter miserablen Bedingungen arbeiten müssten. Die Tarifverhandlungen seien von der Arbeitgeberseite verzögert worden; daraufhin habe Verdi das Scheitern der Gespräche erklärt. Wir werden nicht davorzurückschrecken, die Festspiele zu bestreiken, kündigte Gewerkschaftssprecher Hans Kraft an.
Festspielsprecher Peter Emmerich rief die Gewerkschaft dagegen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Festspiele sollen am 25. Juli mit Tristan und Isolde eröffnet werden. Dazu hat sich viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur angekündigt, an der Spitze Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es ist nicht unsere Absicht, die Festspiele zu gefährden, sagte Kraft. Aber die Beschäftigten hätten keine andere Möglichkeit, als die Aufführungen zu bestreiken.
Es ist nicht das erste Mal, dass es Tarifverhandlungen bei den Bayreuther Festspielen gibt. Dabei geht es vor allem um Bezahlung und Arbeitsbedingungen von etwa 150 bis 200 Bühnenarbeitern und Beschäftigten in den Werkstätten. Orchester oder Chor sind nicht betroffen. Für die Mitarbeiter seien wöchentliche Arbeitszeiten von bis zu sechzig Stunden während der Festspielzeit die Regel, führt Verdi an. Die Stimmung steht auf Arbeitskampf, sagte die Bayreuther Gewerkschaftssekretärin Barbara Schneider. Die Kolleginnen und Kollegen wollen endlich einen Tarifvertrag.
Text: dpa
Bildmaterial: ASSOCIATED PRESS