Wie soll man mit einem vom Altersstarrsinn geprägten,egozentrischen und auf Lebenszeit bestellten autokratischen Festpielleiter anders umgehen,als es die verantwortlichen Politikder nun getan haben? Ihnen wird ebenso klar sein,daran im weiteren Verlauf nicht gebunden zu sein. Ferner stehen sie im Hinblick auf die erheblichen öffentlichen Zuschüsse in der Verantwortung,nicht die gleichen Fehler für die Zukunft unwiderruflich zu manifestieren. Es ist kein Ruhmesblatt staatlicher Kulturpolitik,einen solchen casus bei allem Respekt vor Wolfgang Wagner in den früheren Jahren ermöglicht zu haben. Wie groß muß die Verblendung sein,um eine Person mit der inngehabten Machfülle eines Wolfgang Wagner,ungeachtet der im natürlichen Lebensverlauf liegenden Risiken,ohne jede Widerufsklausel der staatlichen Sponsoren und Finanziers zum Vertragsinhalt zu erheben? Kultur ist eines der wichtigsten Güter in unserer Gesellschaft,allerdings muß man fragen dürfen,ob der vornehmlich elitäre Kreis der Besucher des Grünen Hügels mit der kurzen Spielzeit im Sommer,einer solchen Subvention der Ticketpreise bedürfte,wenn man von den Ehrengästen aus öffentlichen Ämtern einmal absieht. Ohne einsichtsvolles Handeln droht Bayreuth die Götterdämmerung à la Wagner
Promispektakel? Wäre es nicht an der Zeit, dass intrigante Selbstdarsteller und altersbedingt im eigenen Mief und Eitelkeit erstarrte Kulturmanager wie W. Wagner von ihren Finanziers rechtzeitig zurückgetreten werden? Gibt es - außer der Funktion als Selbstdarstellungsbühne für Prominenz aus Politik und Demi Monde - noch eine wirkliche gesellschaftlich relevante Funktion dieses Spektakels? Warum wird dieses aus meiner Sicht affige und für 99.9999 Prozent der Bevölkerung überflüssige Brimborium eigentlich aus Steuermitteln so massiv subventioniert?