
Die Herren Sodann und Blüm sind ein wenig zu alt, um heute noch bissiges und gutes Kabarett zu machen (anders als früher Sodann in der DDR). Das kann man kritisieren - soll man auch. Freilich passt der Vorwurf der Einfallslosigkeit auch auf einen Dieter Hildebrandt - und das auch schon vor 10 Jahren. Gleiches gilt für das Festgelegtsein auf eine gewisse politische Richtung: Hildebrandt klebt die rot-grüne Marke ebenso auf der Stirn wie Sodann ein linker Sozialromantiker ist (auch wenn er unter der SED im Knast gesessen hat).
Das Programm war also schwach, die Witze alt und alles funktionierte wohl nur, weil das Publikum ebenso langweilig war, wie es die beiden Alten mittlerweile sind.
Kaum besser steht es freilich um Herrn Richter, der irgendwann darauf gekommen sein muss, dass Herr Sodann ja mal für die Linkspartei antreten wollte. Deshalb und nur deshalb wird nun das ganze Programm weit hergeholter, auch durch mehrfache Wiederholung nicht wahrer werdender Unterstellungen abgespult: Was hat der NPD-Vergleich im Artikel zu suchen? Seit wann war Sodann einer der unsympathischsten Tatort-Kommissare, wenn er doch fast die besten Quoten und die größte Beliebtheit hatte? Hier geht die Vorverurteilung mit dem Rezensenten durch!

Arme, alte FAZ. Ihr muss das Wasser bis zum Hals stehen, dass sie sich derartige Texte spätpubertierender Junggesellen aufzwingen lassen muss.
Wahrscheinlich findet Richter seinen Artikel bissig, ironisch und witzig.
Man muss wahrscheinlich sehr lange laute Musik von den böhsen Onkelz hören und seit langer Zeit große Mengen Weißwein schon zum Frühstück konsumieren, um sein Gehirn in den Zustand zu versetzen, so einen Beitrag zu verfassen.
„Der arme Norbert Blüm: Eine demoskopische Katastrophe auf zwei Beinchen“
Man muss wahrscheinlich Dr. der Philosophie sein, um das lustig zu finden.
Richter hält besonders dieses für sehr witzig, es ist ihm sogar eine Überschrift wert.
Will er ironisch witzig auf die Körpergröße anspielen ? Das ist etwa so niveauvoll, wie Schäubles Entscheidungen mit einer Anspielung auf Rollstuhlfahrer zu kommentieren.
Macht er sich sorgen um Blüms Umfragewerte, oder sollte er nur in die allgemeine Kampagne gegen Blüm und die Rentenversicherung einstimmen und witzig auf die Bevölkerungsentwicklung anspielen, nur keiner hat ihm gesagt, wie man demographisch schreibt ? Wir werden es, zum Glück, nie erfahren.
Arme, alte FAZ.

Grundsätzlich liebe ich klare Worte und wünsche mir mehr sachliche Kritik als (wie so oft) überschwängliche Aneinanderreihung von Superlativen. Aus diesem Aspekt heraus war ich über den harten Verriss erst einmal positiv überrascht. "Hintenraus" wurde es mir dann doch etwas zu radikal. Aber so etwas liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Der eingeschlagene Weg, ist auf jeden Fall nicht der verkehrte.

Eigentlich sollte man sich einen Kommentar zu diesem Artikel ersparen, doch ich habe noch nie einen solchen Artikel gelesen, der sich so niederträchtig, diffamierend und haßerfüllt zu diesen bekannten Persönlichkeiten äußert. Dabei bin ich ein begeisterter Zeitungsleser! Mit einer solchen Sprache würde ich nicht einmal meinen allergrößten Gegner beschinmpfen. Das ist - bei aller Meinungsfreiheit - übelster Rufmord!
Gibt es in ihrem Hause keinen Redakteur, der solche Entgleisungen verhindert?
Man sollte meinen, daß dieser Autor, dessen Namen ich nicht nennen möchte, persönliche Rachegefühle gegen diese beiden Herren hegt. Auf jeden Fall bin ich durch den Artikel neugierig geworden. Ich werde mir deshalb dieses Kabarett anschauen. Schließlich sollte sich jeder seine eigene Meinung selber bilden.!

Der Herr Richter: da kämpft aber einer kräftig um ein neues Image! Eben noch ostalgisch und jammernd die "Blühenden Landschaften" betrachtend, wittert er nun einen neuen Mainstream. O.k., seine Sache. Auftragsarbeit Verriss erfüllt! O.k., ebenfalls seine Sache. Künstlerbeschimpfung unter der Gürtellinie, persönlich, beleidigend, Komplexe verarbeitend - Neee! Nicht mehr seine Sache! Da ist Widerspruch nötig. Zurück in die Ecke! Weiterschmollen! Besser so! Das Programm ist bereits jetzt ein großer Publikumserfolg. Wer es nicht versteht, soll nachfragen, aber nicht darüberherziehen. Vorsicht bissig! Das sind nur die Künstler - nicht der Kritiker! Publikumserfolg geht vor Kritikeronanie. Es war ein toller Abend - gut das kein Richter dabei war!

Sicherlich ist das Programm von Peter Sodann und Norbert Blüm, obwohl es seine Wirkung ja nicht zu verfehlen scheint, nicht politisches Kabarett vom Feinsten. Deswegen in derart beleidigender und herabwürdigender Weise über Blüm, besonders aber über Sodann zu schreiben, halte ich für wenig angebracht und noch weniger niveauvoll.
Zufälliger Weise stamme ich aus Peter Sodanns Heimatstadt, was sicherlich meine positive Einstellung zu ihm verstärkt, jedoch auch einen sehr vielfältigeren Eindruck von ihm mit sich bringt, als der Autor ihn zu haben scheint. Es ist wahrscheinlich bekannt, dass Peter Sodann hier ein Theater aufgebaut hat und es 24 Jahre mit großem Erfolg geleitet hat. Dabei ist er immer nah an den Menschen gewesen, hat gespielt und Regie geführt. Der Misanthrop war nie seine einzige Rolle, weder auf der Bühne, noch im Umgang mit Anderen.
Auf die einzelnen Beleidigungen einzugehen, halte ich für wenig lohnenswert, geht es wohl nur darum mal einen richtig "bösen" und "gemeinen" Verriss zu schreiben. Dass dazu im Forum prompt applaudiert wird, enttäuscht und zeugt nicht von Feingefühl anderen Menschen gegenüber, ob man sie oder ihr Programm nun mag oder nicht.
Ob Ossi oder Wessi, solche Artikel gehören in keine Zeitung.

Sehr geehrter Herr Richter,
schon lange nicht mehr so einen herrlichen Verriß gelesen, brilliant ! War auch notwendig. Ich möchte Sie unbedingt ermutigen auch fürderhin bei ähnlichen kulturellen Entgleisungen, weiterhin kein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Mit vorzüglicher Hochachtung, als alter FAZ-Abonennent,
grüßt Diakon Ulf Migdalek

Der Autor dieses genialen Verrisses ist in Dresden geboren und lebt in Berlin. Einem Kritiker aus den alten Ländern hätte man diesen Artikel nicht vergeben.

Vielen Dank an die beiden Alt-Mimen (oder Politiker oder Christen oder was auch immer), dass sie auf die verwegene Idee gekommen sind "politisches" Kabarett zu machen. Ohne diese Entscheidung hätte es nicht die Kritik in der FAS von Herrn Peter Richter am 09.09.2007 gegeben, die ich mit ausgesprochener Freude gelesen habe. Eintausend Dank (das ist keine Ironie) an Herrn Richter für diese Kritik. Dafür hat sich das Abo schon gelohnt. Über Jahre hinaus.

Es ist sowieso ein Unverfrorenheit die nicht zu überbieten ist, das da ein Mann der 16 Jahre Menschen belogen hat, hat durch die Republik tourt und sei es auch nur als Pausenclown.
Zu dem Artikel passt nur ein Wort: GRANDIOS !