Es tut mir leid: Ich kann Christian Thielemann nicht verstehen. Er selbst ist ein so großatriger Dirigent und - zum Glück !!- hat er bislang immer dafür gesorgt, dass bei seinen Produktionen halbwegs gescheite Regisseure inszenieren. Katharina Wagner ist ja nun das ganze Gegenteil. Welten liegen zwischen den beiden, denke ich nur an die fürchterlichen "Meistersinger" dieser Saison, voll von dummen Mätzchen und Albernheiten, völlig an Wagner und seiner Oper vorbei! Will Thielemann allen Ernstes mit dieser Tussi einen "Tristan" machen? Das kann doch nicht sein Ernst sein. Dass man bei Sebastian Weigle, der sonst schon überzeugend dirgiert hat, diesmal vergeblich auf leise Töne wartete, hatte ja entscheidend etwas mit der verunglückten, lauten Teenager-Rebellen-Party auf der Bühne zu tun. Thielemann ist wirklich schlecht beraten, sich auf das Blondchen einzulassen, die so ebenso verkorkste Regisseure wie Herheim, Baumgarten und Neuenfels nach Bayreuth holen will.
Oder hofft er vielleicht, wenn er selbst an der Macht ist, das Schlimmste zu verhüten? Sich zumindest selbst noch kompetente Regiegörßen für die Produktionen zu holen, die er selbst leitet?
Aber auf das auf Dauer gut geht? Ich wage das zu bezweifeln.
Aufgrund des Artikels habe ich mich heute mit einem erfahrenen Dirigenten über die Akustik des Hauses unterhalten: Er befand sie ausdrücklich für gut und hat vor Jahrzehnten Sänger gehört, die damit auch keine Probleme hatten und gut zu hören waren, selbst im Pianissimo.
Man müsste eben heutzutage wieder gute Sänger nach Bayreuth holen, beispielsweise Ben Heppner. Auch habe ich mich mit einem führenden Gesangspädagogen unterhalten, der konstatierte, die Akustik sei sogar wunderbar.
Das eigentliche Problem sind die schlechten deutschen Gesangsschulen, die nicht auf der Grundlage des Belcanto stehen (wie es Wagner aber gerade für erforderlich befand). Der Ton dieser Sänger hat schlicht keine ausreichende Tragfähigkeit. Es werden gesangstechnische Grundlagenfehler gemacht, die den Ton nicht schwingen lassen.
Das Geld für ein Akustik-Gutachten kann man sich jedenfalls getrost sparen.
so sieht er nun aus, der fluch des genialen geist richard wagners. die späteren generationen streiten sich um posten und poestchen. auf dass das feuilleton voll wird. mit einer neuen leitung der o.g. personen wird wohl auch keiner neuer, alter geist des r.w. in bayreuth einziehen. die doppelspitze mit c. thielemann passt da nur ins konzept. wobei er noch mal internationale erfahrungen mitbringen kann - kath. wagner eher nicht.
a.k.
Eine selbstherrliche, intrigante Handlung des Noch-Festspielleiters Wolfgang Wagner, Verträge bis 2015 abzuschließen. Da kommt - so ein Zufall - ja nur Töchterchen Katharina als "Nachlaßverwalterin" infrage. Hoffentlich läßt sich der Stiftungsrat dadurch nicht erpressen!