13. Oktober 2005 Der Rowohlt Theater Verlag hat die Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Harold Pinter mit großer Freude aufgenommen. Wir sind wirklich glücklich und gönnen ihm das von Herzen, sagte Verlagsmitarbeiterin Helga Jensen am Donnerstag.
Der Nobelpreis sei ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk für den Autor, der am 10. Oktober 75 Jahre alt geworden sei. Eine erste Reaktion des in London lebenden Schriftstellers liege noch nicht vor. Er ist wahrscheinlich genauso überrascht wie wir, sagte Jensen. Pinter habe seit Beginn seiner Karriere Ende der fünfziger Jahre sein dramatisches Gesamtwerk auf Deutsch im Rowohlt Theater Verlag herausgebracht.
Gerade sei eine neue Übersetzung der Theaterstücke Die Geburtstagsfeier, Hausmeister, Die Heimkehr, Betrogen und Celebration als Taschenbuch auf den Markt gekommen. Ursprünglich sei für dieses Taschenbuch eine Auflage von 6.000 Stück geplant worden. Wegen des Nobelpreises werde diese nun aber vervielfacht, sagte der für Marketing zuständige Geschäftsführer Lutz Kettmann. Auch von drei weiteren Werken des Theater-Autors - darunter seines Romans Die Zwerge aus dem Jahr 1994 - würden weitere Exemplare nachgedruckt.
Nachfrage gestiegen
Wir erhöhen für die vier derzeit lieferbaren Werke die Auflage um zusammen 100.000 Stück, sagte Kettmann. Die Nachfrage aus den Buchhandlungen sei bereits deutlich gestiegen. Die Bedeutung Harold Pinters als Bühnenautor ist gigantisch, der Verkauf seiner Bücher war bislang aber überschaubar, erklärte er. Entsprechend seien die Auflagenzahlen eher gering gewesen. Statistiken des Deutschen Bühnenvereins zufolge wurden von Harold Pinter in den Spielzeiten 2001 bis 2004 in erster Linie die Stücke Der Hausmeister, Der Liebhaber und Der Stumme Diener aufgeführt. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.
Wie Rowohlt-Mitarbeiterin Jensen ergänzte, arbeitet Pinter derzeit nicht an einem neuen Werk. In den vergangenen Jahren habe er in erster Linie Gedichte geschrieben, die aber nicht ins Deutsche übersetzt worden seien. Daß Pinter in der kommenden Woche die Frankfurter Buchmesse besuchen wird, hält Jensen für unwahrscheinlich. Den Rummel lehnt er ab, erklärte sie.
Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: Rowohlt
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