24. August 2008 Der ehemalige Intendant der Pariser Oper und designierte Leiter der New York City Opera“ Gérard Mortier bewirbt sich mit Nike Wagner, der Urenkelin Richard Wagners und Leiterin des Weimarer Kunstfestes, um die Leitung der Bayreuther Festspiele. Das teilte Nike Wagner dieser Zeitung mit. Ein entsprechendes Bewerbungsschreiben sei dem zuständigen Stiftungsrat am vergangenen Sonntag per Fax zugestellt worden, teilte Frau Wagner mit.
Mortier hat sich im Laufe seiner Karriere als künstlerischer Erneuerer des Brüsseler Théâtre de la Monnaie und als Intendant der Salzburger Festspiele international einen Ruf erworben. Beide Kandidaten halten auch eine Zusammenarbeit mit Eva Wagner-Pasquier für möglich.
Wolfgang Wagner ab 31. August aus dem Amt
Eva Wagner-Pasquier, die Tochter des abtretenden Festspielleiters Wolfgang Wagner, hatte sich bereits im vergangenen Dezember gemeinsam mit der Wieland-Wagner-Tochter Nike beworben. Im April hatte sie ihre Bewerbung dann zurückgezogen, um gemeinsam mit ihrer Halbschwester Katharina zu kandidieren. Dies geschah, nachdem sie in einem Brief des bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Thomas Goppel (CSU), dazu aufgefordert worden war.
Der 88 Jahre alte Wolfgang Wagner, der als Festspielleiter über einen Vertrag auf Lebenszeit verfügt, hatte seinen Rücktritt von diesem Amt für den 31. August angekündigt. Wie die Vertreterin des Bundes im Stiftungsrat, Frau Ingeborg Berggreen-Merkel, in einer im Anschluss an die letzte Stiftungsratssitzung abgehaltenen Pressekonferenz mitteilte, war der Rücktritt bedingungslos erfolgt.
Viermonatige Bewerbungsfrist
Dennoch geschah er, wie Wagners Anwalt mitteilte, im festen Vertrauen darauf, dass der Stiftungsrat zugunsten seiner beiden Töchter Katharina und Eva entscheiden werde.
Die Satzung sieht eine viermonatige Bewerbungsfrist vor, innerhalb derer sich die vier Stämme der Abkömmlinge Richard Wagners auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen können. Diese Frist läuft am 29. August ab. Der Stiftungsrat wird am 1. September tagen, um über die Nachfolge zu verhandeln.
Text: spin./F.A.Z.
Bildmaterial: Wenzel-Orf