Berliner Amtswechsel

Tränen, Freude, Ratschläge - und ein Rotstift

Der Wechsel gehört zur Demokratie wie das Salz zum Meer. Am Donnerstag traf in den meisten Häusern Aufbruch auf Abschied. Bei der Inbesitznahme der Ministerien konnten die Beamten einen ersten persönlichen Eindruck vom neuen Chef gewinnen. Die Minister ihrerseits warben um Loyalität und tatkräftige Mitarbeit. Von Manfred Schäfers und Andreas Mihm

Beweglicher Kopf: Philipp Rösler

Gesundheitsminister Philipp Rösler

Schnelldenker unter Erwartungsdruck

Der Jungstar im neuen Kabinett heißt Philipp Rösler. Der erst 36 Jahre alte, intellektuell bewegliche Liberale ist der erste Arzt an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums. Er hat einen schnellen Aufstieg hinter sich und viele Fallstricke vor sich. Von Robert von Lucius

Ein letztes Referat: Steinbrück bei der Übergabe des Finanzministeriums an Nachfolger Schäuble

Berliner Szenen

Staffelstäbe der Macht

Es gab längere Reden, kürzere Reden und auch Tränen, als die Übergabe der Macht in Berlin vollzogen wurde. Derweil beginnt die Suche nach den Abtrünnigen bei der Wahl von Kanzlerin Merkel - es gibt erste Hinweise. Von Günter Bannas, Berlin

Steuerpolitik

Geld zeugt keine Kinder

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will die Steuerlast für Familien deutlich mindern. Finanzielle Anreize haben jedoch die Geburtenrate bisher kaum beeinflusst. Konrad Adenauers Leitbild „Kinder kriegen die Leute sowieso“ stimmt nicht mehr. Von Manfred Schäfers

Der politische Beamte mit dem SPD-Parteibuch: Jörg Asmussen

Regierungspersonal

Schäuble behält Asmussen

Im Bundesfinanzministerium gibt es zum Amtsantritt des neuen Hausherrn Wolfgang Schäuble (CDU) die erste dicke Überraschung. Die engen Mitarbeiter seines Vorgängers Peer Steinbrück (SPD) dürfen vorerst weitermachen. Von Manfred Schäfers

Schwarz-gelbe Koalition

Neun „Enttäuschte“ stimmen gegen die Kanzlerin

Zum zweiten Mal Angela Merkel erhält von Bundespräsident Köhler im Schloss Bellevue die ErnennungsurkundeNeuer Außenminister: Guido Westerwelle (FDP)Auch der neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler legte im Bundestag den Amtseid abNeuer Wirtschaftsminister: Rainer Brüderle (FDP)

Bild für Bild Angela Merkel ist mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition zum zweiten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden. Für Merkel stimmten 323 Abgeordnete - damit fehlten ihr möglicherweise neun Stimmen aus den Fraktionen von Union und FDP. Die Opposition spricht von einem „Fehlstart“.

Ein Realpolitiker, kein Ideenpolitiker: Kulturstaatsminister Bernd Neumann

Kulturpolitik

Die mühsame Verteidigung des Erreichten

In den vergangenen vier Jahren hat Bernd Neumann gezeigt, was ein Profi in der Kulturpolitik erreichen kann. Das Niveau zu halten, wird nicht leicht. Denn Kontinuität und Krise sind feindliche Geschwister. Von Hubert Spiegel

Mitten in der Turnübung: Eberhard Gienger könnte vom Vizepräsidenten für Leistungssport im DOSB zum Sportausschussvorsitzenden im Bundestag werden

Sportausschuss

Gienger für Danckert im Spiel?

Peter Danckert (SPD) will Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag bleiben - und lautstarker Antipode des DOSB. Das wollen die Sportpolitiker der Regierungskoalition unbedingt verhindern. Danckert könnte durch den ehemaligen Turnweltmeister Eberhard Gienger ersetzt werden.

Der 17. Deutsche Bundestag

Kein Spiegel der Gesellschaft

Wer sind die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, der sich an diesem Dienstag konstituiert? Der Prototyp ist männlich, 49 Jahre alt und Jurist. Frauen sind in zwei Fraktionen in der Mehrheit. Majid Sattar entschlüsselt die Sozialstruktur des Parlaments.

Unter der Glaskuppel

Das Parlament der Deutschen

Heinz Riesenhuber eröffnet als Alterspräsident die konstituierende Sitzung des Parlaments. 622 Abgeordnete wählen das Präsidium und beschließen die Geschäftsordnung des Hohen Hauses: ein Blick auf das Parlament der Deutschen.

In die zweite Reihe gedrängt: Seehofer

„Eine Koalition der Mitte“

Der Koalitionsvertrag ist unterschrieben

Die Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP haben den schwarz-gelben Koalitionsvertrag unterzeichnet. Das Bündnis gehe „einen Pfad, der voll auf Wachstum setzt“, kündigte Bundeskanzlerin Merkel an. Die geplante Haushaltspolitik sei „anspruchsvoll und riskant“.

Beim Singen der weiß-blauen Hymne: Die CSU will mit Seehofer an der Spitze auch in Berlin der bayerischen Stimme Gehör verschaffen

Parteitag billigt Koalitionsvertrag

Die CSU will die Seele der Koalition sein

Selbstbewusst tritt die CSU auf ihrem Kleinen Parteitag auf, dessen Delegierten den Berliner Koalitionsvertrag einstimmig billigten. Seine Partei habe sich in wesentlichen Punkten durchgesetzt, sagte CSU-Chef Seehofer. Zugleich warnt Bayerns Ministerpräsident davor, dass die FDP nicht nur Partnerin in Koalitionen sei, sondern auch Konkurrentin. Von Albert Schäffer, München

Schäuble: Wir fahren auf Sicht

Entlastungsdebatte

Steuersenkung 2011 spaltet die Koalition

Der künftige Finanzminister Schäuble äußert Skepsis, dass Steuerentlastungen von 24 Milliarden Euro ab 2011 realisiert werden können. CSU-Chef Seehofer widerspricht: „Das sind Vereinbarungen. Und die kommen!“

Schwarz-Gelb legt los

Das steht im Koalitionsvertrag

Ein besserer Datenschutz, ein kürzerer Wehrdienst, der Einstieg in Prämien bei der Krankenversicherung und ein schüchternes Ja zur Atomkraft - FAZ.NET erklärt die wichtigsten Punkte des Koalitionsvertrags.

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