“Einiges aufzuarbeiten“: Franz Müntefering im Gespräch mit der F.A.Z.

Bundestagswahl

Müntefering: „Kanzleramt ist immer besser“

Kein Blick zurück: Nach dem Debakel bei der Europawahl wendet sich die SPD nach vorn. Mit „Trauerarbeit“ könne er sich nicht aufhalten, sagt der Parteivorsitzende Franz Müntefering im Gespräch mit der F.A.Z. - und will angreifen.

Lesermeinungen zum Beitrag

12. Juni 2009 16:51

@Winkler

Jakob Knoblauch (Knoblauch_1323)

Mir ist auch völlig unklar, wie die CDU auf die Idee kommt, die Europawahl gewonnen zu haben. Ist es etwa pan-europäische Gesinnung? (Schließlich ist die Europäische Volkspartei, der die CDU angehört, ja wieder stärkste Partei im Europaparlament). Wohl kaum. Dazu müßten sich unsere Parteitaktiker ja für europäische Politik interessieren.
Gewinner der Europawahl (innerhalb Deutschlands) sind FDP und Grüne. BEIDE großen Parteien haben sich am Sonntag blamiert, nicht nur die SPD.

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10. Juni 2009 21:47

@Lutz Winkler

Michael Menzel (Galenos)

Offensichtlich gehören Sie auch zu den begeisterten (zur Zeit entgeisterten) SPDlern, die die absurde Umdeutung der Definition eines Wahlsieges nicht der Partei mit den meisten Stimmen, sondern der mit den wenigsten verlorenen Stimmen zusprechen. Diesen merkwürdigen Zirkus hatten wir doch gerade in Hessen. Wie wär's mit etwas Realitätssinn. Sie müssen ja auch bedenken: Eine Partei die von vornherein wenig Stimmen bekommt, hat naturgemäß auch fast nichts mehr zu verlieren. Wobei ich mir bei der SPD aber nicht sicher bin, ob sie im September die 5% Hürde schaffen wird.

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10. Juni 2009 18:45

CDU/CSU und FDP ...

bernd ullrich (demokrat2)

.... wünsche ich eine Mehrheit. Westerwelle und Merkel werden schnell merken, dass sie nicht an der Mehrheit der Bevölkerung vorbei regieren können. Das Volk hat dann die nötige Zeit, um zu erkennen, welche Parteien es wirklich braucht.

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10. Juni 2009 15:47

Das ist schon frech und beleidigend für die wahlberechtigten Bürger.

Bertram von Steuben (Elim_Garak)

>>Hätten Sie eine andere Politik betrieben, wenn Sie das Zwanzig-Prozent-Ergebnis schon vorher gekannt hätten?= "Nein"<< Hier, recht früh habe ich aufgehört, zu lesen. Nur noch die Fragen und die ersten Antwortsätze habe ich verkraftet. Verzweifelt, beleidigt und hilflos wende ich mich gen Himmel und rufe: "Herr, hilf!" Diesen Mann, der nichts, aber auch GAR NICHTS aus der letzten Wahl gelernt hat, halte ich, angesichts dieser Äußerungen für beratungsresistent, weltfremd und für das deutsche Volk gefährlich. Leider wird diese Denkrichtung von anderen, erheblich farbloseren Ministern kopiert und von der derzeitigen Kanzlerin ja auch noch gefördert. ----------------"Herr, bitte...."

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10. Juni 2009 15:10

SPD -0,7 %, CDU/CSU -6,6%

Lutz Winkler (wusel222)

SPD 0,7 Prozent massive Verluste, wie heißt das dann bei der CDU/CSU mit minus 6,6 Prozent. Ich glaube das wissen ihre Journalisten auch nicht.

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10. Juni 2009 14:25

Nach den Warenhäusern...

Wolfgang Schmid (w.schmid)

... werden die Zeitungen sterben, die solch lächerliche und überflüssige Artikel zu verkaufen suchen.
Wer sich seitenweise zum publizistischen Handlanger mediokrer Politiker und deren insolventer Parteien macht und solch pathologische Wirklichkeitsverweigerung abdruckt, wird selbst bald Staatsknete benötigen. Oder war das etwa das Ziel dieses Interviews? Wollte die Redaktion gut Wetter bei der SPD machen, damit Sie demnächst auf Rettungsbürgschaften hoffen kann?

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10. Juni 2009 14:15

Was will die SPD?

Rudolf Carstens (Nachhall)

Auf diese Frage kann Franz Müntefering keine klare Antwort geben, die gerade jetzt nötiger wäre denn je. Es scheint, als hätte die Partei die Zeit verschlafen und gar nicht gemerkt, dass wir in einer Phase des großen Umbruchs leben, nachdem der Kapitalismus und die ihn tragenden "Eliten" zu großen Teilen versagt haben. Aber anstatt die gesellschaftliche Debatte zu suchen und Alternativen aufzuzeigen, hören wir nur leere Formeln des Machterhaltes um jeden Preis. Man ist sogar bereit, mit der Klientel-Partei der Besserverdienenden eine Partnerschaft einzugehen, anstatt sich klar zu distanzieren. Wenn die SPD nicht in der Lage ist, ein eigenes und zukunftsweisendes Profil zu entwickeln, darf sie sich nicht wundern, dass sie für viele Bürger nicht mehr wählbar ist, selbst wenn dann die Horrorvorstellung einer schwarz-gelben Machtübernahme zum Albtraum würde. Die einzige Chance, das doch noch zu verhindern, besteht darin, die grüne Bewegung so zu stärken, dass ohne sie keine Regierung mehr möglich ist. Für die SPD in dieser Verfassung ist darin kein Platz mehr.

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10. Juni 2009 14:06

kanzleramt, mindestens.......

rudi storz (rudistorz)

muentefering, ...auch inzwischen ein wohlgefaelliger und arroganter politiker;
das glaubhaftigkeits-problem unserer politiker ist, dass sie von der breiten bevoelkerung nur noch als "privilegien-steuergeld-schmarotzer" wahrgenommen werden, die sich im bundestag nur bei der abstimmung ihrer diaeten/privilegien-erhoehung hervortun und sich nicht mehr nachhaltig fuer die gesamte deutsche bevoelkerung einsetzen; wann wird die bevoelkerung endlich bereit sein das system zu veraendern, einen revolutionaeren 'neuanfang" zu wagen, ohne abzurutschen!, aber nur weiter so, die zeit wird kommen!!
wenn ich mir vorstelle, dass alle arbeitslosen, sozialschwachen, rentner oder die von der gesellschaft verlassenen, eine einzige partei waehlen, dann ist die zeit gekommen wo unsere 'politischen privilegien-schmarotzer" sich nur noch feige verkriechen werden. also betroffene, eine neue partei.......?????
r.storz

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10. Juni 2009 13:23

An wen erinnert diese SPD nur?

Owe Jessen (owe.jessen)

Ist es der Wahlkampf von Vogel, von Rau oder von Scharping? Wie auch immer - dieses Mal wird die SPD keinen Blumentopf gewinnen.
Von Müntefering leider nur Luftblasen ("das schadet der Demokratie") Schlimm finde ich eine Einstellung "Wer die Opel-Rettung nicht vernünftig findet, ist unsolidarisch" - mir ist lieber, vernünftig reagiert zu werden. Außerdem wischt er das Argument, dass dadurch vor allem die Eigentümer profitieren zu nonchalant vom Tisch - dies ist ein schwerwiegendes Problem, weil es ein starkes Signal für andere Krisenbetriebe gibt, dass man sich nicht mit den Eigentümern, Kreditgebern, Mitarbeitern und Lieferanten um eine Lösung bemühen muss, weil ja der Staat einspringt und alle Risiken übernimmt. Dadurch wird die Rettung nicht nur unvernünftig, sondern langfristig gesehen auch unsolidarisch, da die Rettung keine nachhaltige Lösung beinhaltet, mit der Folge, dass nach kurzer Zeit die gleichen Probleme wieder zu Tage treten.

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10. Juni 2009 13:21

Das Interview erinnert an Steinmeiers Präsentation bei Will

Michael Menzel (Galenos)

ist nur fast unvergleichlich schlimmer. Alle SPDler reden von der geringen Wählerbeteiligung als Ursache für die Pleitewahl. Aber könnte es nicht auch umgekehrt sein, daß, wenn die Nichtwähler zur Wahl gegangen wären, die SPD bei 10% gelandet wäre. Sie sollte vielleicht froh sein, daß nur ihre ganz sicheren Kantonisten zur Wahl gingen. "Bald werden die Menschen vor der Frage stehen, ob sie Schwarz-Gelb wollen. Ich sage Ihnen: Die Menschen wollen das nicht. Das haben wir schon 2005 mit Gerhard Schröder erlebt." Was haben wir erlebt? Die Union hatte die Mehrheit und Schröder hatte im Gespräch nach der Wahl einen psychischen Aussetzer und Wahrnehmungsstörungen. Er konnte es nicht glauben - es konnte nicht sein was nicht sein durfte. Und Münte mit seinen Fußballanalogien: "Ich hatte gehofft, wir schießen ein Tor und es steht Unentschieden. Das ist uns nicht gelungen. Aber das Spiel ist noch lange nicht zu Ende." Denkt der Mann nur in solchen Kategorien oder hält er die Bevölkerung für so beschränkt, daß sie nur dann seine intelligente Politik verstehen würde, wenn man ihnen Stammtischniveau vorsetzt. Im übrigen scheint er ja den Anspruch zu haben, in Wehners Fußstapfen als Zuchtmeister und Chefideologe zu stehen. Einbildung ist...

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10. Juni 2009 12:59

Wahlkampf als Kampf der Persönlichkeiten?

Julius Franzot (JFranzot)

Ich dachte, das Programm und der Wille zur Erneuerung sollten den Ton des Wahlkampfs angeben: Nicht zuletzt ist die SPD genau an diesem Punkt bei den Europawahlen gescheitert, indem man gespürt hat, dass sie doch nicht ganz einig war.
Wenn bei den Bundestagwahlen ausgerechnet Harz IV- und Gazprom-Schröder zusammen mit dem als "hellrot bis bleich" geltenden Steinmeier auftritt, ist es nicht ein Armutszeugnis, gerade in Zeiten, in denen die Bedenken gegen die Agenda 2010 immer mehr an Substanz gewinnen?
Da Steinmeier nunmehr fest nominiert ist, würde ich ihn mit Experten zusammen auftreten lassen, um die Programmpunkte, den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit vor allem, sachlich zu besprechen.
Eine Persönlichkeitskampagne wäre mit Brand und Schmidt möglich gewesen, nicht jedoch mit jemandem, der Klimmzüge machen muss, um sich von seinem Agenda- Image loszulösen. Die SPD kann keine Stimmen am rechten (erzkapitalistischen) Rand für sich gewinnen.

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10. Juni 2009 12:30

Es gab eine Zeit

Raik Rudinger (raikrudinger)

am Anfang der Großen Koalition, da war dieser Mann vernünftig und loyal. Nun ist er polemisch, hinterhältig und redet nur noch dummes Zeug. Eigentlich schade, ich mochte diesen Politiker einst sehr. Nun will ich lieber kein Nicht-Bürger mehr sein...

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10. Juni 2009 12:04

kein Erkenntnisgewinn bei Herrn M.

Jochen Mindak (mindak)

Die Gedanken des Parteivorsitzenden kreisen nicht um die Frage, ob es ein Problem gibt, das die Wähler davon abhält, im Herbst SPD zu wählen. Er stellt nicht infrage, ob seine Strategie, Hilfen auszukehren ohne realistische Beachtung der Risiken, mehrheitsfähig ist.

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10. Juni 2009 12:00

den Primat der Politik wieder durchzusetzen

Erwin Dufner (victor-d)

lieber Münte, verschonen sie uns damit. Wir wollen nicht, dass das Desaster der WestLB oder anderen LB's auf die restlichen Banken ausgedehnt wird. Danke, das brauchen wir wirklich nicht. Das Versagen der Politiker in diesem Bereich kostet die Steuerzahler schon genug. Und H. Steinmeier oder H. Steinbrück haben alles andere als eine gute Arbeit geleistet. Nein, lesen sie mal den Beitrag der FAZ von gestern, in welchem H. Franz vom Sachverständigenrat deutlich gesagt hat, dass gerade die SPD die deutsche Verhandlungsposition bei Opel von Anfang an geschwächt hat. Danke, solche Arbeit brauchen wir nicht. Es würde dem Wohlstand des Landes sehr gut tun, wenn H. Steinmeier zukünftig gar nichts mehr äussert.

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