Der politische Beamte mit dem SPD-Parteibuch: Jörg Asmussen

Regierungspersonal

Schäuble behält Asmussen

Im Bundesfinanzministerium gibt es zum Amtsantritt des neuen Hausherrn Wolfgang Schäuble (CDU) die erste dicke Überraschung. Die engen Mitarbeiter seines Vorgängers Peer Steinbrück (SPD) dürfen vorerst weitermachen. Von Manfred Schäfers

Lesermeinungen zum Beitrag

29. Oktober 2009 12:15

Wer wen braucht - welche Verkennung von Tatsachen

Werner Sossna (sossna2)

"Die engen Mitarbeiter seines Vorgänger Peer Steinbrück (SPD) dürfen vorerst weitermachen." Mitnichten: müssen! Derartig geballte SPD-Kompetenz zu halten, zumindest mittelfristig, ist für CDU-Schäuble angesichts seiner Aufgaben essentiell. "Da ist ein eingespieltes Team hilfreich"; welch ideologische Verkennung der Lage durch die Reaktion. Nur keine Sorge: Diese Spezies von "loyalen Beamten" wird sich nach einiger Zeit von selbst "geordnet verabschieden".

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29. Oktober 2009 10:03

Manchmal muß man den Bock zum Gärtner machen :-)

gisbert heimes (gisbert4)

Es ist richtig, daß Asmussen ziemlich 'vernetzt' ist. Es ist auch richtig, daß er nicht schlauer war als diejenigen, die ihm jetzt am Zeuge flicken.
.
Aber das ist ja gerade sein Vorteil. Schäuble jedenfalls ist schlau genug, diese Grube an Insiderwissen nicht zu verschütten, sondern sie im Gegenteil auszubeuten. Ich gehe mal davon aus, zu unser aller Vorteil. Denn auch der Herr Schäuble hat schon soviel gesehen, daß ich vermute, daß sich seine persönlichen Ansprüche eher bescheiden darstellen. Komisch, daß ausgerechnet die Markt-Hardliner das plötzlich 'moralisch' sehen.

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29. Oktober 2009 10:02

@Herr Muschalle

Tilo Stolz (Oyabun)

Alles was Sie geschrieben haben trifft zu. Man könnte auch noch tiefer graben und würde dann sehen was und wer dieser Man ist oder wessen "Lied" er singt. Aber das sollten sie nicht tun und schon garnicht hier kommentieren!

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29. Oktober 2009 08:32

Schäubles Vergangenheit genau beobachten!

Bertram von Steuben (Elim_Garak)

Wer Schäuble seit '89 als Innenminister aufmerksam beobachtet hat, ahnt seine Beweggründe. Und an die Zweifler der Richtigkeit seiner Entscheidungen sei gesagt: DER Mann weiß was er will. Man mag mit seiner Denkweise nicht konform gehen, aber er hat -im Gegensatz zu seiner Cheffin- _seine_ Meinung immer geäußert und auch durchsetzten können. Er wird den Fachmännern dieses Ministeriums eine Chance geben _seine_ Politik durchzusetzen, benötigt sie aber wohl aufgrund ihrer innerdienstlichen, administrativen Kompetenz. Wenn dann jemand 'Bauchschmerzen' damit bekommt ist er schneller weg, als er bis drei zählen kann. Erinnert sei an Dr. Kass aus dem Innenministerium, der nach über einem Jahrzehnt(!) 'etwas mehr Bewegung verordnet bekommen hatte'. (Dr. Kass war Ministerialdirektor im Innenministerium zuständig für die Polizei und wurde im Zuge der von Schäuble gewünschten Umstrukturierung -laut FAZ- 'aufgrund seiner Reformunwilligkeit' in den Fachbereich 'Sport' versetzt). Als Hardcore-Realist wird Schäuble die Zügel wohl äußerst kurz halten um genau _seine_ Politik zu realisieren. Generell ist der ministerielle Wasserkopf inzwischen SO teuer geworden, dass man eine solche Entscheidung eigentlich schon begrüßen muss.

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29. Oktober 2009 08:20

es gibt so viele von diesen

Horst Dettweiler (dettw)

aalglatten Alleskönnern, daß es eigentlich schnurzpiepegal wäre, ob sie Asmussen oder Fips heissen. Das grössere Problem für das ministrable Finanzgenie Schäuble wird doch sein, daß die unaufgeklärten Vorgänge um die HRE sicherer verwahrt sind, solange er diesen "Spezialisten" im eigenen Hause hält.

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29. Oktober 2009 07:25

Eine gute oder schlechte Entscheidung?

Erwin Dufner (victor-d)

Kann ich von aussen nicht beurteilen. Da er gut vernetzt ist und wichtige Entscheidungen anstehen, erscheint es eine gute zu sein. Da er aber bei H. Weber studierte, scheint mir die Entscheidung nicht so glücklich. Auch, weil er mitverantwortlich für die Entwicklung der Finanzkrise in Deutschland war.

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29. Oktober 2009 06:30

Wenn jemand sofort entsorgt werden sollte,

Peter Müller (teufelstein)

dann dieser unsägliche Bankenlobbyist.

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29. Oktober 2009 05:18

"Erfahrung" und "Vernetzung" sind Euphemismen

Frank Muschalle (Royalflush)

Wer in Wahrheit entschieden hat, dass Asmussen bleibt, ist eine interessante Frage.
Asmussen war Aufsichtsrat bei der IKB und Verwaltungsrat bei der Bankenaufsicht BaFin. Gleichzeitig diente er der Lobbyorganisation TSI, die sich für die Genehmigung von Asset Backed Securities am deutschen Finanzmarkt eingesetzt hat. Auch bei der Postbank war er Aufsichtsrat (Thema McKinsey Seilschaft und "Bleibeprämien" für Begünstigte).
Seinem früheren Professor der Ökonomie Axel Weber hat er zum Aufstieg als Chef der Bundesbank geholfen. Seine Lebenspartnerin ist Repräsentantin (Lobbyistin) der Deutschen Börse AG in Berlin.
Vor seiner Ernennung zum Staatssekretär hat der Mann also eine Rolle bei der Entstehung der Finanz-und Systemkrise in Deutschland gespielt. Peer Steinbrück hatte ihn trotzdem zum Leiter der Arbeitsgruppe gemacht, die das Gesetz für die deutsche "Bad Bank" (Die Entlastung der Banken durch die steuerzahlende Mittelschicht) ausarbeiten soll. Obwohl Steinbrück lange gegen eine Bad Bank war.
Asmussen versteht es also, im Finanzministerium Interessen durchzusetzen. Fragt sich nur, wessen?

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29. Oktober 2009 01:47

da vergeht einem das Lachen....

Simon Schneider (de.simonsito)

will die neue S/W_Regierung die Alte noch an Willfährigkeit gegenüber der deutschen Finanzwelt überbieten?
An Asmussen ist das Parteibuch doch wohl das Harmloseste!
Es gibt eine recht detaillierte Zusammenfassung der Verhandlungen in welcher erkennbar wird, dass Herr Asmussen sich genau wie seine Vorgesetzten Steinbrück und Merkel von der Deutschen Bank übers Ohr hauen(?) liess.
Der DB wiederum hilft das Weiterleben der HRE, denn wie ich vor einiger Zeit gelesen habe ist sie auf eine vielfältige Art und Weise mit einem 2-stelligen Milliardenbetrag in der HRE "investiert".
Und wenn man die Berechnungen fürs"harte" Eigenkapital der DB gesehen hat sieht man schon fast das Systemrisiko vorbeihuschen:)
Ob das jetzt eine Art des Umgangs mit solchen Problemen ist die man fortsetzen sollte, wie ein Vorredner sagt, das wage ich zu bezweifeln. Aber ich wüsste auch nicht, was ich von einem Finanzminister Schäuble an zündenden Ideen erwarten soll. Daher kann er mich nicht enttäuschen, nicht mal mit Asmussen.
*
Groteskerweise erinnert mich im Moment das Bild zum Artikel auch noch an Vin Diesel :)
.... und wer das Bild zum FAZ-Artikel "Hoffnung Schäuble" in Erinnerung hat kann sich vll vorstellen, warum die Meldung doch fast wieder lustig ist.

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28. Oktober 2009 22:22

Ist hier jemand erpressbar onder wusste Schäuble nicht, dass

Udo Steffen (steffenu)

der oberflächliche Schnelldenker Asmussen jene unseriösen, leichtsinnigen Gesetzesänderungen initiiert hatte, die zwangsläufig zur Bankenkrise führen mussten? A's Zitat: "Wir alle haben Lehrgeld bezahlt" zeigt doch nur, dass ihm nicht einmal dämmert, wie sehr die Steuersklaven für seine auf Arroganz zurückzuführende Dummheit bluten müssen.

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28. Oktober 2009 21:41

Das "Erfolgsgeheimnis" der SPD

Max Burg (MaxBurg)

Die Krux der SPD, hat so tolle Realpolitiker und Finanz-Spekulanten....äh...Fachleute in ihren Reihen, die von der CDU und deren Klientel sehr geschätzt werden.
Dumm nur, dass die SPD-Wähler die SPD nicht wählen, weil sie die besseren Kapitalisten stellt.

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28. Oktober 2009 20:30

Eine fachlich und sachlich vollkommen richtige Entscheidung

gisbert heimes (gisbert4)

Die Empörer haben null Ahnung. Gut gemacht, Schäuble. Solche Entscheidungen wecken am noch am ehesten Vertrauen.

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28. Oktober 2009 20:24

Na klar,

Michael Arndt (Mikel1962)

der Mann ist so gut vernetzt, der hält sich sowieso für den eigentlichen Regierungschef.
Ich hatte eigentlich gehofft, er würde den Job bekommen, den er seit Jahren ausübt: Cheflobbyist der deutschen Privatbanken...

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28. Oktober 2009 19:41

Warum noch wählen

Juri Garkov (JuriGarkov)

wenn das Personal sowieso nicht gewechselt wird...

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