„Netbooks“

Alle wollen einen Mini haben

10. April 2008 Dell heizt den Konkurrenzkampf im Markt für Mini-Notebooks weiter an: Der Computer-Hersteller will bald mit einem abgespeckten tragbaren Computer an den Markt gehen, sagte eine Sprecherin in Round Rock (Texas). Produktdetails und Preis nannte das Unternehmen nicht. Der Rechner kann laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ frühestens im Juni in den Verkauf gehen.

Diese Woche hatte bereits Dell-Rivale Hewlett-Packard das Schüler-Laptop „HP Mini“ angekündigt. Das Mini-Notebook soll Vorreitern wie dem „Classmate“-Laptop des Chipkonzerns Intel Konkurrenz machen. Die abgespeckten tragbaren Rechner sind einer der neuesten Trends der Computerindustrie. Der „HP Mini“ soll in den Vereinigten Staaten im Laufe dieses Monats auf den Markt kommen und ab rund 500 Dollar zu haben sein, kündigte der Hersteller in Palo Alto (Kalifornien) an.

Der Rechner (HP 2133 Mini-Note PC) wird in verschiedenen Ausstattungen angeboten: zum Beispiel wahlweise mit Linux-Betriebssystem oder Windows sowie mit leichteren oder auch länger laufenden Akkus. Das Gerät ist multimediafähig und hat einen drahtlosen Internetzugang. Intel stellte erste kürzlich eine komplett überarbeitete Version seines Schüler-Laptops „Classmate“ mit schnellerem Chip und größerem Bildschirm vor.

Zielgruppe sind mobile Nutzer

„Wir werden Produkte anbieten, die dem 'HP Mini' von Hewlett-Packard ähnlich sind“, sagte die Dell-Sprecherin. Mit diesen kleineren und leichteren Geräten ziele man vor allem auf mobile Nutzer. Die neuen Rechner soll es in verschiedenen Größen geben. Sie enthalten Software der Dell-Tochter Zing, mit der Nutzer Musik und Videos aus dem Internet verwalten und abspielen können.

Compal wird die Geräte für Dell herstellen. Man plane, in diesem Jahr ein bis zwei Millionen der Billig-Notebooks zu verkaufen, erklärte das taiwanesische Unternehmen dem „Wall Street Journal“. Der Verkauf erfolge weltweit.

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Asus machte den Anfang

Im Marktsegment für einfache tragbare Rechner sind auch Wettbewerber wie der taiwanesische Hersteller Asus mit seinem 300-Dollar-Notebook „Eee PC“ aktiv. Die günstigen und sehr stabilen Geräte sollen nicht nur in Schulen und Entwicklungsländern zum Einsatz kommen, sondern auch als einfaches Zweitgerät sowie günstige und leichte Alternative zum hochleistungsfähigen Notebook. Intel nennt die Rechner inzwischen auch „Netbooks“.

Sehr früh startete in dem Markt die Initiative „One Laptop Per Child“ (OLPC) mit dem Intel-Wettbewerber Advanced Micro Devices (AMD) an Bord. Das von OLPC zunächst angestrebte Preislimit von 100 Dollar pro Stück musste jedoch auf knapp 200 Dollar angehoben werden.

An Schulen in Mittel- und Südamerika

Der XO-Laptop von OLPC wurde bislang insbesondere an Schulen in Mittel- und Südamerika geliefert. Intel und OLPC hatten eine Zusammenarbeit versucht, sind vor einigen Monaten aber im Streit getrennte Wege gegangen. Dabei soll der „Classmate“ ein zentraler Konfliktpunkt gewesen sein.

Die erste Generation des „Classmate“-PC hatte Intel seit vergangenem Jahr in Ländern wie Vietnam, Brasilien, Argentinien, Indonesien und Libyen für schätzungsweise 250 Dollar pro Stück vermarktet. Intel lässt den Rechner von Partnern bauen.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: Andreas Brand, AP, REUTERS

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