"erklärt [...] bestimmte Bücher zum genau so gefährlichen Auslöser von Gewaltphantasien [...]: sooo schlimm sind diese Videogames ja gar nicht!"
Genau so ist es! Nur leute die noch nie ein Spiel (vorbehaltlos) gespielt haben glauben, dass das Selberspielen zu stärkerer Identifikation mit den Handlungen des Protagonisten führt. Dies ist aber schlicht und ergreifend nicht Wahr!
Die Identifikation mit Protagonisten ist in Filmen stärker und in Romanen viel stärker. Romane sind dazu in der Lage, den Leser sehr intensiv an die Gefühlswelt der Charaktere teil zu haben, und können bei Ihm starke Emotionen hervorrufen. Selbst wenn diese Charaktere "böse" sind, schaffen Romane es manchmal, dass der Leser mitfiebert und hofft, dass der Charakter nicht gefasst wird. Killerspiele hingegen rufen nur dann Emotionen hervor, wenn man gewinnt (freude), wenn man verliert (enttäuschung), oder wenn jemand die Spielregeln verletzt (wut).
Man spielt nämlich eine Rolle, schlüpft aber nicht in die Rolle, und identifiziert sich daher kaum mit der "Gefühlswelt" des Protagonisten. Einzige Ausnahme sind jene Spiele die sich vieler Videoszenen, quasi Videoszenen (ingame) und einer ERZÄHLTEN Geschichte bedienen.
Sie argumentieren auf 2 Schienen: Einerseits die Sucht und andererseits die Gewalt, welche aber völlig unabhängig voneinander sind.
"Der getretene Hund bellt. "
Das ist wohl wahr, aber anders als Sie vermuten:
In meinem Bekanntenkreis ist zufällig keiner der PC-Spieler übergewichtig, durch Gewalt auffällig geworden, oder lebt von Harz4. Ich fühle mich "getreten" weil ich als mündiger Bürger ständig durch Zensur bevormundet werde. Einerseits durch die direkte Zensur. Mich persönlich trifft die direkte Zensur zufällig nicht, weil die bisher nur jene Spiele betraf die mich nicht interessierten. Was mich viel mehr stört ist die indirekte Zensur, wenn Spieleentwickler die deutsche Version zerschneiden und ummodellieren müssen, damit es der lokalen Bevormundung gerecht wird. Das absurdeste an alledem ist, dass viele Spiele auf Romanen Basieren, und teilweise auch umgekehrt. Ein Aktuelles Beispiel: Bald soll das Spiel "Conan" herauskommen und die Deutsche version wird im design vergewaltigt, aber bei dem Buch kommt keiner auf die Idee, die Kampfszenen auf "A schlägt B und biesiegt ihn" zu reduzieren. Was wären Krimis, bei denen die Opfer nur "schlafen"? Übrigens liest und SCHREIBT die heutige Generation mehr als jede zuvor.
> Killerspiele - wer braucht eigentlich so etwas? <
fragten sie...
Antwort: ...keiner braucht so etwas! So einfach ist das.
Keiner braucht den "Tatort" (mind. -1- Mord pro Folge), keiner braucht "Die Straßen von San Francisco" (schon 2-3 Morde pro Folge) und keiner braucht "Rambo" (+ 100 Tote pro Film).
Stimmt keiner BRAUCHT das.
Aber es unterhält !!
Und der Mensch ist süchtig nach Neuem und nach Unterhaltung. Ob man (Sie) meine Beispiele gut findet oder nicht- die Einschaltqouten sind (waren) phänomenal.
Nur Batikarbeiten und Wollpullis stricken füllt eben nicht jeden aus.
Autofahren ist ja auch sehr nützlich - und keiner BRAUCHT Autorennen. Trotzdem: "man" macht es - es unterhält !
Vor 2000 Jahren sind die Menschen in den Circus Maximus gegangen - und wehe denen, die auf die Ränge hinaufschauten... Aber so war das Leben - der Zeitgeist - damals. Es hat unterhalten...
Und unter dem, Aspekt, dass es in der Welt genügend Regionen und Kulturen gibt, in denen man sich an echter Gewalt ergözt (Stier-, Hahnen-, Hunde-Kampf, "lustige" Steinigungen oder öffentliches Aufknüpfen), ballere ich lieber ein paar bites und bits ab !!!!
Ich glaube nicht, dass wir es Videospielen zu verdanken haben, dass unsere Jugend zu einem Haufen stupider Schläger heranwächst.
Ich glaube auch kaum, dass die Jugendlichen, vor denen sich die Großmütter aus der Nachbarschaft so sehr fürchten, tatsächlich allzu viel Zeit vor ihrem Rechner verbringen, wo sie sich durch brutal blutige Spielwelten durchklicken.
Und ich glaube auch nicht, dass Videospiele der Auslöser für amoklaufende Kinder sind. Auch glaube ich nicht, dass die Indizierung eines Videospiels die wirklichen Probleme solcher gesellschaftlichen Opfer löst.
Jugendschutz wird doch gerade nur dann aktuell, wenn die Medien mal wieder von grausamen Taten berichten, die Jugendliche irgendwo in Deutschland vollführen. Dann melden sich irgendwelche Menschen zu Wort, die der Jugend so sehr fremd sind, dass es ihnen unmöglich ist, auch nur den Hauch von Verständnis zu zeigen. Und nach ein paar Tagen wird das ganze wieder schön unter den Teppich gekehrt. Irgendwo neben Integrationspolitik, Datenschutz und Bildungspolitik.
Offenbar sind gewisse Leute von diesem Unsinn schon so abhängig und süchtig geworden,daß sie zwischen Realität und (geschmacklosen) Sucht-Phantasien nicht mehr unterscheiden können.
Wie sonst könnten manche schäumend vor Wut und wirr im Kopf noch allen Ernstes den Versuch wagen, wissenschaftlich eindeutig belegte Tatsachen bzgl des unmittelbaren Zusammenhangs zwischen Killerspielen und erhöhter Neigung zur Gewalt immer noch zu verneinen ?!
Sinnvolle Freitzeitbeschäftigung sieht eben doch anders aus !
Nicht jeder Gamer ist ein Amokläufer -
aber
jeder Amokläufer ist ein Gamer...
Könnte das nicht vielleicht daran liegen, dass heutzutage nahezu jeder junge Mensch PC-spielt ???
Vielleicht sind ja auch die Handys schuld ;)
Jeder Amokläufer hatte ein Handy... Vielleicht treibt der Ärger über unverständliche Gebühren die Täter dazu...
Oder die Milch ist schuld ;)
Ein überdurchschnittlicher Anteil der Amokläufer hatte Milch zum Frühstück...
Mal im ernst:
den einzigen sinnvollen Zusammenhang zwischen PC-Shootern und dem "echten" Leben, der mir bisher glaubhaft gemacht wurde, war die Aussage eines Kampfpiloten der US-Airforce, der mir deutlich dagte, dass er das Training ohne die am "Baller"PC trainierten Reflexe nie überstanden hätte...
Das Trainieren der Reflexe - auch bis in's hohe Alter - ist generell notwendig, wenn ich einen Blick auf des Fahrverhalten der deutschen Autofahrer schaue.
Es sind die wenigen Ausnahmen, die Unbeteiligte darüber nachdenken lassen, die Masse wieder zu gängeln.
Zitat aus dem Call of Duty (COD)-Chat, nachts 1:15h (nach der Spätschicht):
Q: "How old R U?"
A: "14"
Und DA - sorry - meine älteren Damen und Herren der verschiedenen Komissionen - sind die Eltern gefordert!!!!
Man sollte nur eins nicht vergessen: diese Spiele sind ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor, ein Großteil der Entwicklung von Prozessoren und Grafikkarten ist ihnen zu „verdanken“, daher stehen auch starke Interessengruppen dahinter, die natürlich gegen Verbote arbeiten, außerdem sind sie eindeutig Auslöser von Suchtverhalten, deshalb soll mir kein User, der täglich mehrere Stunden spielt, erzählen, er sei zu einem klaren Urteil fähig (wer glaubt einem Junkie?).Außerdem hat Herr Anschütz in seinen 3 Traktaten so viele Rechtschreibfehler, dass man Frau Lotz (Wieso denn mehr lesen?) antworten kann: genau deshalb!
Und nicht zuletzt, und zur Ehrenrettung von Herrn Anschütz, manchmal muss man pauschalisieren, um eine Sache auf den Punkt zu bringen, so Unrecht hat er mit dem „getroffenen Hund“ wohl nicht. Wollte man in einer Diskussion immer sowohl „political correctness“ als auch die totale Ausgewogenheit, könnte man sich das ganze Gerede sparen.
Die ganze Diskussion führt zu nichts, denn jedes Mal, wenn wieder nach Verboten gerufen wird, kommen sowohl die von den Herstellern dieser Spiele bezahlten „Experten“ aus ihren Löchern gekrochen und erklären zum hundertsten Mal alles für völlig harmlos, als auch die sich selbst für völlig normal haltenden mehr oder weniger „erwachsenen“ Spielefans die mehrere Stunden täglich vor der Kiste hocken, und das für normal halten, weil andere es ja auch tun. Dann werden meist auch noch ein paar Vorzeigejugendliche angeführt, die trotz Benutzung von Ego-Shootern noch nicht zu Amokläufern geworden sind, man erklärt das Brettspiel „Risiko“ und bestimmte Bücher zum genau so gefährlichen Auslöser von Gewaltphantasien, und irgendwann weiss man nicht mehr, wo einem der Kopf steht und alles wird gut: sooo schlimm sind diese Videogames ja gar nicht!
Das jeder Amok lauf nur dort passiert - wo darf man keine Waffe tragen. Und niemals passiert da – wo kann man gegen sein Gewalt zurück ein Schlag kriegen? In Deutschland genauso wie in Amerika. Da immer passiert was in die Schulen oder Studenten Campus – dort wo Waffe verboten mitbringen! Vielleicht brauchen wir andere Waffen Gesetzt. Vielleicht auch „Verband von Freien Gewehren Deutschland“ wird auch nicht schlecht?
Der Zug ist längst abgefahren. Heutzutage kauft man sich Spiele ohne den Einzelhändler per download im Internet. Jugendliche mit knappen Budget geben sich mit demos zufrieden oder beziehen sie durch filesharing.
Soweit ich mich erinnern kann, waren alle Jugendschutzgesetze bis zum heutigen Datum völlig wirkungslos und ich bezweifle, daß sich das jemals ändern wird. Gebt den Jugendlichen eine Zukunftsperspektive, die sie zur Zeit nicht sehen, dann werden sie auch wieder damit aufhören, wild um sich zu schlagen.
Nachdem ich meinen Struwelpeter weggelegt habe, ergötze ich mich am wirtschaftlichen Ruin meines Spielpartners beim Monopoly, hetzte beim fast verlorenen Krieg meinem Gegenüber noch den Springer und sogar eine unschuldige Frau auf den Hals damit er sie tötet und "SCHACH" sagt. Anschließend ein wenig "Schiffe versenken" mit dem Sohn... Zur körperlichen Ertüchtigung Brennball mit der Tochter und ihren Freundinnen. Abends ein paar blutende Selbstmordattentats-Opfer in den Nachrichten beäugt und anschließend mit Freunden RISIKO gespielt, die Welt teils befreit, teils versklavt gelassen...
Nun noch ein, zwei Kapitel aus Tolstois "Krieg und Frieden" und dann seelig einschlafen mit dem reinen Gewissen, einen absolut Computer-Gewalt-freien Tag erlebt zu haben...
;)
Bücher waren das, wovor im 18. Jahrhundert sämtliche Pädagogen warnten. Sie waren die Killerspiele der Aufklärung. Lesen mache einsam und depressiv (melancholisch hieß das damals noch), erhitze die Phantasie, was in der Medizin der damaligen Zeit die Vorstufe zum manifesten Wahnsinn war, verschaffe falsche Ansprüche an das wahre Leben, besonders wenn dann die jungen empfindsamen Dinger unbedingt einen "Prinzen von..." heiraten wollten, statt den braven Schuster von nebenan, und überhaupt schrumpfe mit dem Ansteigen der Phantasie zugleich der praktische Verstand. Bücher machten also blöd. Zwar nichts gegen ein christliches Traktätchen oder ein hübsches Stücklein aus der Lutherbibel von Zeit zu Zeit und wohldosiert, doch bitte nicht diese ganzen Liebes-, Ritter- und Volksgeschichten und schon gar kein Schillerdrama. Und den jungen Werther - o Graus! Da bringt sich ein junger Kerl beim ersten Testosteronstoß um - ecce homo! Dann schon lieber eine moralische Wochenschrift oder besser den Bub gleich in die Lehre geben und verheiraten.
Herr Anschütz,
offensichtlich haben Sie sich in Ihrer Argumentation eindeutig verrannt und wissen nun nicht mehr ein noch aus. Zwei Stimmen aus der "Zocker-Gemeinschaft" auszunehmen, weil sie vernünftig argumentierend dagelegt haben, dass sie pauschalisierenden, ja auch genaral-beleidigenden, Quatsch vertreten haben, hilft nun nicht mehr weiter.
Ihr Weltbild muss deutlich korrigiert werden. Um Ihnen dabei zu helfen möchte ich Ihnen parallele Argumentationen zu den Ihren stellen:
>Fußball ist für arbeitslose Biertrinker.<
>mehr als zwei Kinder sind asozial<
>alle Waffenbesitzer sind potentielle Killer<
>Motorradfahrer sind alle gewalttätige Raser<
>Dicke fressen einfach zu viel<
>Rolling Stones ist Gedudel. Mozart -DAS ist Musik< e.t.c.
Erkennen Sie, wie Sie in die Thematik der Video- und Computerspiele gestochen haben?
Sicher haben Sie bei einer kleinen Gruppe recht. Aber diese Denkweise können Sie auch z.B. auf Bier und Wein (Alkoholiker), Motorsportler (Raser) oder auch Psychater (selber irre) oder Anwälte (Winkeladvokaten) anwenden...
War also, wie Sie vielleicht sehen, nicht so schlau, die große Pauschal-Keule zu schwingen.
...und ich habe keine Lust meine doch recht erfolgreiche Vita aufzulisten -als COD-Fan...
Herr Weber, Herr Hummel, wer sich bei "Zockergeneration" angesprochen fühlt, hat sich den Schuh selbst angezogen - hier sie beide und sicher noch einige mehr.
Der getretene Hund bellt.
Oder ist jetzt schon ein Satz der mit "Die ganze Zockergeneration...." beginnt wirklich die Überforderung?
Dann mehr lesen, weniger spielen, ist doch ganz einfach. Und trifft des eigentlichen Pudels Kern, und nicht, wie Sie gerne anführen, irgendwelche Kontrollen. Denn Kontrollen gibt es in den EG doch wirklich schon mehr als genug, oder etwa nicht?
Mir wurde zwar schon zur Seite gesprungen und auch erklärt warum ich mich angegriffen fühlen könnte. Allerdings lege ich ihnen auch selbst nochmals offen. Soll heißen ich bin aktiver und begeisterter Spieler und habe selbst auch mit "Killerspielen" wie so schön pauschalisiert betitelt im allgemeinen in jüngeren Jahren angefangen. Die Aussage von mir ist jedoch dass man auch als Spieler wie ich und viele andere auch durchaus viel spielen kann (3-4 stunden täglich) aber durchaus drumherum noch ein "normales" Leben führen und haben kann. Sie könnten sich ja z.B mal darüber informieren wie die Altersstruktur z.B bei der ESL der größten europäischen Liga für Computerspiele ist. Aus eigener Erfahrung kann ich von z.B ganzen Abteilungen der BASF allesammt ü30 und durchaus nicht gerade geringqualifiziert berichten welche als Hobbie und Zeitvertreib abends Statt sich vorm Fernseher wie viele andere berieseln zu lassen sich aktiv an den PC setzen und in TEAMS spielen. Und durch den Jugendschutz werden diese leute genauso eingeschränkt und beschnitten wie die leute die vermeintlich behütet werden sollen . Der Jugendliche der die Spiele will holt sie sich auch auf "illegalen" Wege die ehrlichen "erwachsenen" hingegen....