Scanner

Flinke Elektronik bringt die Visitenkarte in den PC

Von MIchael Spehr

Lesekünstler: Cardscan in Version 7 von Corex

Lesekünstler: Cardscan in Version 7 von Corex

23. Mai 2005 Visitenkarten eintippen und in Outlook erfassen: Das ist ein Anachronismus, wie er in modernen Büros immer seltener zu beobachten ist. Wer hat für diese stupide Aufgabe genügend Zeit oder eine Hilfskraft? So gibt es für den Menschen im Dauerstress eigentlich nur zwei Lösungen: entweder sämtliche Visitenkarten irgendwo ablegen oder mit einem speziellen Visitenkartenscanner erfassen. Als hilfreiche Kombination aus Hard- und Software gilt seit langem die Cardscan-Lösung des amerikanischen Büromaschinenherstellers Corex. Die aktuelle Auflage heißt nun Cardscan V7, und der Hersteller verspricht eine höhere Genauigkeit mit einem geradezu verblüffenden Lesetempo von 20 Visitenkarten in der Minute. Wir haben Gerät und Software (300 Euro, www.cardscan.de) einige Zeit ausprobiert.

Der Scanner (er heißt 700c) ist deutlich kleiner und leichter als das Vorgängermodell. Mühelos läßt sich der 14,5 x 8,5 x 4 Zentimeter kleine Leseapparat über USB an den Windows-Rechner anschließen. Von dort bekommt er auch seinen Strom. Nach wenigen Mausklicks ist die Software installiert, und es kann losgehen: Visitenkarte einlegen, Scan-Ergebnis abwarten und gegebenenfalls korrigieren. Das geht wirklich fix. Mit geringer Fehlerrate erkennt und filtert die Scan-Software zuverlässig die einzelnen Bestandteile der Adresse. Es wird also richtig erkannt, wo die Telefonnummer und wo die Faxnummer stehen, die E-Mail-Adresse ebenso genau zugeordnet wie die Mobilfunk-Nummer. Und das alles auch bei ausländischen Karten. Hochkant oder doppelseitig bedruckte Karten lassen sich ebenso verarbeiten. Die gespeicherten Adressen werden zunächst in der Cardscan-Software gespeichert und dann blitzschnell nach Outlook, Lotus Notes und in viele andere elektronische Adreßbücher exportiert. Ferner kann man seine Daten direkt vom Cardscan mit dem Pocket-PC oder Palm synchronisieren.

Weniger ist mehr

Im praktischen Einsatz braucht man für die Erfassung und Korrektur einer Visitenkarte etwa eine Minute. Die Angabe von 20 Karten in der Minute ist maßlos übertrieben. Wie gut die Software die Schrift erkennt, hängt vor allen Dingen von der Gestaltung der Karten ab. Schlichte Karten mit Standardschriftarten werden nahezu fehlerfrei umgesetzt. Je mehr optischer Schnickschnack und je kleiner die Schrift, desto geringer die Erkennungsleistung. Extravagante Karten mit viel Farbe und Zierat eignen sich nur schlecht für die maschinelle Weiterverarbeitung. Möglichst schlicht und klar strukturiert sollte also die optimale Visitenkarte für das Lesegerät sein. Dann bringt die Arbeit mit Cardscan beste Ergebnisse.

Text: F.A.Z., 17.05.2005, Nr. 112 / Seite T2
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