Neues Wörterbuchportal

3.589.347 Wörter in fünf Sprachen

Von Helmut Mayer

In fünf Sprachen 3.589.347 Wörter

In fünf Sprachen 3.589.347 Wörter

16. Oktober 2008 In fünf Sprachen sollen es 3.589.347 Wörter sein, unter denen man im Internet nach richtigen Übersetzungen suchen kann. Online ist der renommierte Wörterbuchverlag Pons zwar wie einige andere Häuser auch schon präsent. Doch sein neues Wörterbuchportal wird nicht nur mehr Inhalt in speziell für den Internetnutzer aufbereiteter Form kostenlos zur Verfügung stellen. Es wird den Benutzern auch die Möglichkeit geben, eigene Einträge beizusteuern. Abrufen lassen sich diese Beiträge dann innerhalb weniger Minuten, bekommen aber erst nach redaktioneller Prüfung eine entsprechende Markierung.

Von Seiten des Verlags erwartet man, dass sich über dieses Angebot recht schnell eine Gemeinschaft von Nutzern herausbilden wird, die für eine substantielle Erweiterung des redaktionell aufbereiteten Inhalts sorgt. Um den stattlichen Verlagskern, von lexikographischen Spezialisten erstellt, soll sich verzweigtes Wissen der Online-Gemeinschaften ansetzen. In der Vereinigung dieser beiden sonst getrennten Sphären liegt das Neue des zum Beginn der Buchmesse vorbereiteten Online-Auftritts.

Eigene Printprodukte auf dem Markt stärken

Dass die Nutzer strikt unterscheiden würden, aus welchem der beiden Bereiche ein Eintrag stammt, sei mit Blick auf die im Internet üblichen Gebrauchsformen ohnehin kaum anzunehmen. Und tatsächlich würden alle Erfahrungen mit diesem Modell in anderen Gebieten erwarten lassen, dass die von den Nutzern beigesteuerten Beiträge entweder ohnehin recht solide sind oder anderenfalls schnell von anderen Nutzern bemängelt und korrigiert werden.

Die Befürchtung, dass man den gedruckten Wörterbüchern durch das kostenlose Angebot das Wasser abgrabe, hegt man bei Pons nicht: Für bestimmte Nutzungsweisen seien Bücher oder auch CD-Roms nach wie vor einfach praktischer, und das neue Wörterbuchportal könne die eigenen Printprodukte auf dem Markt eigentlich nur stärken. Überdies bekomme man zu den Kunden besseren Kontakt. Die Großwörterbücher des Verlags werden außerdem weiterhin nur als Buch, CD-Rom oder E-Book zu haben sein.

Bald auf dem Handy

Obwohl die Inhalte kostenlos angeboten werden, sei der nun beschrittene Weg ökonomisch nicht riskant. An ein Bezahlmodell sei ohnehin nie zu denken gewesen, sowohl wegen der kostenlosen Angebote von Mitbewerbern wie der Erwartungshaltung gegenüber vergleichbaren Angeboten im Netz. Die Entwicklungskosten für das Portal, so das Vorstandsmitglied der Klett-Gruppe Philipp Haußmann, hoffe man in zwei bis drei Jahren durch die Einnahmen aus Online-Inseraten wieder eingespielt zu haben: Online-Werbung entwickele sich gut, und die vom Portal anvisierten Nutzer seien für Werbekunden interessant. Schon beim bisherigen Online-Angebot habe man damit gute Erfahrungen gemacht. Außerdem hätten sich die Entwicklungskosten in Grenzen gehalten, weil die Daten bereits seit den neunziger Jahren in geeigneter Form erfasst würden.

Für Berührungsängste gegenüber dem Internet bestand also kein Anlass, und die durch das Web 2.0 bereitgestellten Möglichkeiten des „Open Dictionary“ wiesen die Richtung. In einem Monat soll das neue Portal dann auf internetfähigen Handys abrufbar sein.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Pons

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