Von Fritz Jörn
28. Juli 2007 Dafür sind wir mit dem Schraubenzieher in den Keller gegangen. Dort ruht unser alter PC, aus Pietät und als Ersatzteillager. Immer wenn wir uns einen neuen Rechner leisten, montieren wir die Festplatte jeweils um in den neuen PC, um sie dort als zweite laufen zu lassen. So haben wir am Neuen immer noch die alten Daten, ohne viel kopieren zu müssen, und eine - nunmehr allerdings stets klein erscheinende - Platte dazu.
Zurück aber in den Keller. Weil wir schon mehr als einmal Computer gewechselt haben, schlummerte dort im abgelegten Gehäuse noch eine alte Platte, klein, fein und auf ewig ungedreht, denn dieser Rechner geht nicht mehr. Mit zwei Schrauben war die Platte ausgebaut. Wie ein Taschenbuch liegt sie nun gut in der Hand, 650 Gramm, gummiummantelt gegen Geräusche. Nur die 20 Gigabyte Gesamtkapazität machen keinen Eindruck mehr.
Texte von anno dazumal
Und nun? Wir hatten uns für 30 Euro von Pearl (www.pearl.de) einen Adapter kommen lassen, den wollten wir daran ausprobieren. Der Adapter besteht aus zwei Teilen: erstens der Stromversorgung, da werden aus 90 bis 264 Volt Netzspannung für die Platte 5 und 12 Volt Gleichstrom erzeugt, und zweitens aus einer Datenleitung mit zweigesichtigem Datenstecker. Der Datenstecker hat zwei Reihen Buchsen, wahlweise eine für die in großen PCs üblichen 3,5-Zoll-Platten und eine kleinere für die in Laptops laufenden 2,5-Zoll-Platten. Im Computer ist ja nicht nur die Software, sondern bald jede Schraube der Hardware standardisiert, so dass das Austauschen von Modulen selbst Laien gelingt.
Wir bauen, wie gesagt, immer eine Festplatte nach. Das andere Ende der Adapter-Datenleitung führt zu einem gewohnten USB-Stecker. Wir haben einfach alles auf Anschauung zusammengesteckt, der Sache Strom gegeben, und schon hörten wir die Platte anlaufen und den Rechner verkünden, er habe nun eine weitere Festplatte am Arbeitsplatz. Fertig. Die neue alte Platte läuft wie eine junge; alte Bilder kommen zum Vorschein, Texte von anno dazumal. Natürlich lässt sich auch darauf schreiben. Die Geschwindigkeit ist USB 2.0 - perfekt.
Nur das Kabel ist zu klobig
Wer will, kann sich zum Adapter auch eine neue Platte kaufen und hat dann eine Sicherungsplatte ganz nach eigenem Wunsch, bis auf das fehlende Gehäuse und mit sichtbaren Kabeln. Selbst CD- und DVD-Laufwerke und -Brenner sollen passen. Mit dem Plattenadapterset ist man für den schnellen Anschluss einer Magnetplatte oder eines optischen Laufwerks gut gerüstet. Pearl bezeichnet seinen Adapter PE-3264-913 als Bestseller.
Wir fanden nur das mitgelieferte Kaltgeräte-Schukokabel allzu kurz und klobig. Wer den Plattenanschluss schöner, stabiler, ohne Kabelsalat, aber auch etwas mühsamer beim Zusammenbau haben will, der kauft sich ein stromversorgtes Leergehäuse für Platten.
Text: F.A.Z., 24.07.2007, Nr. 169 / Seite T2
Bildmaterial: Fritz Jörn