21. Oktober 2004 Die Google-Suche nach Dateien im Internet kann nun auch auf den eigenen PC ausgedehnt werden. Ein kleines kostenloses Programm, das sich am unteren Bildschirmrand einnistet, startet die Volltextsuche auf der Festplatte. Google erfaßt den Inhalt aller Web-Seiten und Dokumente im Microsoft-Office-Format sowie die Namen sonstiger Dateien und zeigt die Trefferliste im Browser in der vertrauten Liste an - allerdings nur auf Computern mit den Betriebssystemen Windows 2000 und Windows XP.
Bei der Entwicklung dieses Werkzeugs hat Google sowohl die eigene Suchtechnologie als auch eine Schwäche von Windows ausgenutzt. Bei der Desktop-Suche kommt der gleiche Algorithmus zum Einsatz wie bei der Internet-Suche. Für die dazu benötigte Datenbank kommt der Index-Dienst von Windows zum Einsatz, der nur wenigen Anwendern bekannt ist - weil er etwas kompliziert und obendrein ziemlich langsam ist.
Die meisten Google-Tricks funktionieren auch auf dem Desktop
Das neue Google-Tool erstellt nun selbst diesen Suchindex für die Dateien auf dem PC und macht dies in der Zeit, in der der Computer gerade untätig ist. Sobald das 400 KB große Programm heruntergeladen und installiert ist, fängt es damit an, den Index zu erstellen. Bei umfangreichen und gut gefüllten Festplatten dauert es ein paar Stunden oder auch ein paar Tage, bis dieser Vorgang abgeschlossen ist. Sobald der Prozessor 30 Sekunden nichts zu tun hat, wird die Arbeit am Index aufgenommen beziehungsweise fortgesetzt.
Sobald der Index fertig ist, kann diese Datenbank für Suchanfragen auf dem eigenen PC genutzt werden - mittels des Google-Algorithmus. Dieses mathematische Verfahren ist das bestgehütete Geheimnis des kalifornischen Internet-Unternehmens. Die meisten Google-Tricks für die Suche nach Web-Seiten, Bildern oder Beiträgen in Newsgroups (Diskussionsforen) funktionieren auch bei der Desktop-Suche.
Microsoft unter Druck gesetzt
So kann man etwa gezielt nach Excel-Tabellen suchen, wenn man dem Suchbegriff die Anweisung filetype:excel folgen läßt. Dokumente im weit verbreiteten PDF-Format erfaßt die Desktop-Suche noch nicht - auch wenn diese bei der Suche im Web durchaus mit berücksichtigt werden. Das Unternehmen plant aber bei künftigen Versionen der Software, weitere Formate einzubeziehen.
Der Vorstoß von Google setzt Microsoft unter Druck, die Entwicklung einer eigenen Technik für die Suche nach Dateien voranzutreiben. Im Mittelpunkt stand dabei bislang die Entwicklung eines neuen Dateisystems für die nächste Windows-Version mit dem Codenamen Longhorn. Weil dieses File-System namens WinFS alle Dateien in einer speziellen Datenbank ablegt, entfällt die Notwendigkeit, erst einen Index dafür zu erstellen. Im August teilte Microsoft jedoch mit, daß WinFS erst später eingeführt werden soll, damit Longhorn bereits 2006 auf den Markt gebracht werden kann. Gleichwohl will Microsoft den Windows-Anwendern noch bis Ende des Jahres eine neue Möglichkeit für die Dateisuche bieten.
Text: AP
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