FAZ.NET-Spezial

Die Macher der Web2.0-Revolution

Von Roland Lindner

Zwei der Macher: Chad Hurley und Steven Chen

Zwei der Macher: Chad Hurley und Steven Chen

31. August 2006 Den Google-Jungs sei Dank: Das Internet ist wieder „in“. Google wurde zum Börsenwunder - nicht mit Träumen oder kühnen Versprechungen, sondern mit einem soliden Geschäftsmodell. Der Verkauf von Werbung, die zu Suchanfragen paßt, ist eine sprudelnde Geldquelle. Mittlerweile hat die Online-Welt die nächste Stufe erreicht. Eine ganz neue Art von Internetseiten entsteht und damit ein ganzer Schwung von Unternehmern: viele davon blutjung, viele ebenso wie die Google-Jungs Computerfreaks.

Das Schlagwort heißt „Web2.0“. Das Internet wird zu einer Plattform, die von den Nutzern selbst mitgestaltet wird. Rasant breiten sich Online-Gemeinschaften aus, deren Mitglieder selbst darüber bestimmen, was auf einer Seite zu sehen ist. Sie stellen ihre Profile ins Netz und tauschen Inhalte aus, ob Fotos, Musik oder Filme. Viele dieser Seiten haben sich in kürzester Zeit Kultcharakter erworben.

Murdoch zahlt über eine halbe Milliarde

Ein Gründungsfieber ist ausgebrochen. Investoren pumpen verstärkt Geld in Internetunternehmen. Ob aus der neuen Garde auch wirtschaftliche Erfolgsgeschichten werden, muß sich noch zeigen. Im Moment prahlen sie mit hohen Nutzerzahlen, die Umsätze dürften sich noch in Grenzen halten. Geld verdienen wollen die Seiten mit Werbung.

Die Online-Gemeinden finden in den Reihen von Medienkonzernen viel Beachtung. Rupert Murdoch hat im vergangenen Jahr 580 Millionen Dollar für Myspace bezahlt. Eine Gefahr für alle Aufsteiger ist, daß es mit der Kultigkeit einer Seite schnell wieder vorbei sein kann. Die meisten Seiten richten sich an junge Leute und damit an ein notorisch illoyales Publikum. Die Trendseite von heute kann schon morgen wieder „out“ sein.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 27.08.2006, Nr. 34
Bildmaterial: AP

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Verlagsinformation

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Youtube

Die Videostars

Youtube-Gründer Chad Hurley und Steven Chen: Milliardäre in spe

Wer Online-Videos schaut, kennt Youtube. Das Portal existiert noch nicht einmal ein Jahr. Ihre Gründer Chad Hurley und Steve Chen könnten bald Milliardäre sein.

Flickr

Die Fotohändler

Die Fotohändler Stewart Butterfield und Caterina Fake

Wer Fotos macht, will sie anderen auch zeigen. Am einfachsten geht das im Internet. Das ist die Idee von Flickr. Inzwischen finden sich dort häufig die ersten Fotos von aktuellen Ereignissen in der Welt.

Digg.com

Der News-Verkäufer

Kevin Rose: Schon immer ein Computernarr

Unzählige Nachrichten tummeln sich im Netz. Deswegen ist es wichtig, sie zu sortieren, was meist durch Redaktionen geschieht. Anders bei „Digg.com“, der Seite von Kevin Rose. Dort sortieren sich die Nachrichten nach der Popularität der Nutzer.

Facebook

Der Campus-Netzwerker

Campus-Netzwerker Mark Zuckerberg

Studenten, die alleine am Rechner sitzen, können vor ihrer Einsamkeit zu Facebook flüchten. Als soziales Netzwerk ist die Seite von Mark Zuckerberg konzipiert, an dem mittlerweile Tausende Universitäten angeschlossen sind.

Myspace

Die reichen Kontakter

Tom Anderson und Chris DeWolfe: Statussymbol “Myspace-Freunde“

Jeder kennt jeden - die Welt ist ein Dorf. Diesen Eindruck vermittelt Myspace, wo User einen virtuellen Freundeskreis aufbauen können und sehen, wen sie über wie viele Ecken kennen. Freund Nummer Eins ist immer Begründer Tom Anderson.