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Home > Computer >, 16. Juli 2008

Toshiba Portégé R500
Ein Notebook, das einen im Regen stehen lässt

Wenn ein leistungsmäßig relativ verschnarchter Schwergewichtler mit knappster Ausstattung sich „Air” nennen darf, dann wollen wir im Hinblick auf diesen Luftikus die von Toshiba etwas lieblos R500 genannte Leichtigkeit „Helium” taufen. Lediglich 799 Gramm wiegt ihre leichteste Ausführung, die mit einer Speicherchip-Festplatte SSD von 64 Gigabyte ausgestattet ist, während unsere Testversion mit integriertem DVD-Brenner (Double Layer, +/-, maximal 24-fach) und klassischer Festplatte mit Raum für 160 Gigabyte Daten es auf 816 Gramm bringt.

Endgültig in die Zukunft katapultiert diesen spritzwassergeschützten Silberling im robusten Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung das ebenfalls eingebaute UMTS/GPRS-Modem für alle Handybereiche zwischen 2,1 Gigahertz und 850 Megahertz. Es bietet eine Übertragungsrate von bis zu 3,6 Mbit/s, was ein schnelles Internet überall dort allgegenwärtig macht, wo der leitende Angestellte sich aufzuhalten pflegt. Bluetooth und WLAN bis hin zum kommenden n-Standard hoher Reichweite für zudem ruckelfreie Video-Übertragung bilden die weiteren drahtlosen Kommunikationsmöglichkeiten. Auf Draht ist der Laptop (Preis ab 2099 Euro) dann via Ethernet, um dank RJ45-Anschluss als letzter Rückfallebene praktisch alle der heute öffentlich verfügbaren Türen ins Internet zu öffnen.

Endlich darf mit einem Laptop wieder draußen gearbeitet werden

Es täuscht nicht, dass einem die neueren Notebooks ein wenig weiblicher vorkommen, worunter wir hier die Kombination eines unaufgeregten Designs (die Unterseite allerdings ist den Schraubern vorbehalten) mit höchstmöglicher Praktikabilität verstehen wollen. Dazu zählt das matte Display mit 12,1 Zoll Diagonale, das sich hintergrundbeleuchtet im Büro und transreflexiv betrieben im prallen Sonnenschein gut ablesen lässt. Zwar wird niemand damit Weißpunktkorrekturen in Photoshop veranstalten wollen, aber endlich darf mit einem Laptop tatsächlich wieder draußen gearbeitet werden, was sonst die Werbung ja nur vorspiegelt. Die Sonne zur Hilfe zu nehmen, statt aus den Akkus vergeblich gegen sie anfunzeln zu wollen, spart überdies Energie.

Damit geht der Flachkeil so sparsam um, dass eine Akkuladung annähernd einen gewerkschaftlich empfohlenen Arbeitstag durchhält. Ein wenig aber hängt es davon ab, ob sich das nur sieben Millimeter flache DVD-Laufwerk oft zu rühren hat und ob die Festplatte durch den Flashspeicher ersetzt ist, der nur die Hälfte abgreift. Im Innern gibt ein mit niedriger Spannung zufriedener Duo-Prozessor den Takt mit bis zu 1,33 Gigahertz an, lediglich Spieler brauchen wirklich mehr. Der Grafiksatz 945 GMS von Intel ist innerhalb dieses Systems ebenfalls das Mittel der Wahl. Was dennoch wundert, ist sein energischer Lüfter, der die Abwärme hörbar nach draußen ventiliert.

Das hauchdünne Display verträgt stupende Biegemomente

Bemerkenswert auf der Habenseite hingegen ist die Mechanik. Das hauchdünne Display verträgt stupende Biegemomente. Und sollte das Notebook mal aus der Hand in Richtung Betonfußboden gleiten, so meldet dieses ein dreidimensional aufmerksamer Beschleunigungsnehmer, der daraufhin die Festplatte und mit ihr die Daten sichert. Solange noch mechanische Leseköpfe über Magnetplatten schweben, ist dieser Schutz notwendig, worauf schon die neue Speichergeneration verzichten kann. Die Tastatur ist in Größe wie Haptik schlichtweg perfekt. Die Tasten sind so deutlich voneinander abgesetzt wie die einzelnen Stücke einer Ritter-Sport-Schokolade.

Am R500 ist zu erkennen, dass bald schon die mechanischen Abmessungen von Buchsen wie USB (dreimal), Netzteil und Kopfhörer sowie Mikrofon (denen ein mechanischer Lautstärkeregler beigefügt ist) das Design einschränken. Der Beamer-Anschluss wirkt im Vergleich riesig, einzig die schnelle Firewire-Buchse passt in diese Landschaft, in der selbst der kleine schmale Schacht für SD-Speicherkarten schon wie der Grand Canyon wirkt. Was man nicht verstehen muss, ist die hochglänzend verchromte Fläche unterhalb des gelungenen Mauspads. So sammelt nicht nur der eingebaute biometrische Fingersensor fleißig Papillenfett, sondern linke und rechte Maustaste verspecken zusehends Griff für Griff. Das aber kann an diesem wunderschönen Laptop mit allem Drin und allem Dran nicht kratzen. Zum Vorwurf ist ihm nur zu machen, auf das falsche Betriebssystem zu setzen - auf Windows Vista und nicht auf Apple.

F.A.Z.
Nils Schiffhauer


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