06. April 2009
Unternehmen
Opel-Mutter GM schließt Insolvenz nicht aus
Das ums Überleben kämpfende Opel- Mutterunternehmen General Motors (GM) schließt eine Insolvenz nach amerikanischen Muster nicht aus. Zwar ziehe der amerikanischen Autobauer eine andere Lösung vor, bekräftigte der neue GM-Chef Fritz Henderson am Sonntag. Aber wenn es ohne ein Insolvenz-Verfahren nicht geht, dann muss es eben über eine Insolvenz gemacht werden, sagte er in einem Interview des TV-Senders NBC. Ausdrücklich fügte er hinzu, er favorisiere eine Sanierung außerhalb eines Insolvenz-Verfahrens. Präsident Barack Obama hatte der Opel-Mutter vor einer Woche 60 Tage Zeit gegeben, um einen Sanierungsplan vorzulegen. Dann könnten weitere Staatshilfen gezahlt werden. Sollte GM aber keinen tragfähigen Plan präsentieren, bliebe nur der Weg in die Insolvenz. Unterdessen kündigte der Autobauer bereits Notfallpläne für seine Europa-Geschäfte rund um Opel an. Die Verhandlungen mit mehreren europäischen Staaten wie etwa Deutschland über Finanzhilfen könnten womöglich nicht wie erhofft bis Jahresmitte abgeschlossen werden. Henderson hatte bereits am Freitag Spekulationen über eine Blitz- Insolvenz angeheizt. Das Verfahren müsse dann aber im Schnelldurchgang durchgezogen werden. Tempo ist da alles. (dpa-AFX)
Zeitung: IBM und Sun brechen Übernahmegespräche ab
Die International Business Machines Corp (IBM) und die Sun Microsystems Inc sollen Kreisen zufolge ihre Übernahmegespräche abgebrochen haben. Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, der Board von Sun Microsystems habe eine formale Kaufofferte von IBM am Samstag zurück gewiesen. Sun sei unzufrieden mit dem Angebot von IBM von 9,40 Dollar je Aktie gewesen. Es sei unklar, ob die beiden Unternehmen ihre Verhandlungen wieder aufnehmen würden. (Dow Jones)
HSBC schließt Kapitalerhöhung nahezu ab
Die britische Großbank HSBC hat ihre Kapitalerhöhung nahezu abgeschlossen. 96,6 Prozent der angebotenen Aktien seien verkauft worden, teilte das Unternehmen am Sonntag in London mit. Den Rest wird HSBC vermutlich am Montagmorgen anbieten. Am 19. März hatten die Aktionäre der Bank die bisher größte privat getragene Kapitalerhöhung in der Geschichte Großbritanniens genehmigt. Bei der Hauptversammlung hatten knapp 93 Prozent des anwesenden Kapitals der Ende Februar angekündigten Ausgabe von neuen Aktien für bis zu knapp 13 Milliarden Britische Pfund (13 Milliarden Euro) zugestimmt. (dpa-AFX)
Infineon zieht sich von amerikanischen Börse zurück
Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies zieht sich von der amerikanischen Börse zurück. Das Unternehmen habe den Antrag gestellt, die Boersennotierung seiner American Depositary Shares (ADS) einzustellen, teilte Infineon am Freitag in Neubiberg mit. Mit dem sogenannten Delisting sei zum 24. April 2009 zu rechnen. Nach dem Delisting werden die ADS-Papiere nicht mehr an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelt. Frühestens ein Jahr nach dem Delisting sollen auch die Berichtspflichten in den Vereinigten Staaten enden. Infineon begründete den Schritt mit der geringen Bedeutung des Aktienhandels in New York für die Papiere des eigenen Unternehmens. Die Frankfurter Wertpapierbörse sei der Haupthandelsplatz für Infineon-Aktien. (dpa-AFX)
Zeitung: Bund macht HRE-Aktionären Übernahmeangebot
Die Bundesregierung will einem Pressebericht zufolge den Aktionären des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) ein Übernahmeangebot machen. Der Maximalpreis je Aktie werde dabei bei 1,26 Euro liegen, berichtete die Financial Times am Samstag auf ihrer Internetseite. Das Angebot könnte bereits in der kommenden Woche durch den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) bekannt gegeben werden. Berlin hoffe mit dem Vorgehen zu zeigen, dass es vor einer umstrittenen Enteignung alle Möglichkeiten ausschöpfe, hieß es in dem Bericht weiter. Das Angebot dürfte allerdings nicht zur gewünschten Komplettübernahme durch den deutschen Staat führen, da der größte HRE-Aktionär JC Flowers dieses wahrscheinlich ablehnen werde. Allerdings könnte der Bund dadurch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Mehrheit erreichen und eine große Kapitalerhöhung durchdrücken, die den eigenen Anteil erhöhe. (dpa-AFX)
AstraZeneca wehrt sich juristisch gegen Generikum-Verkauf von 'Pulmicort
Der britische Pharmakonzern AstraZeneca will den Verkauf einer generischen Version seines Asthmamittels Pulmicort Respules juristisch verhindern. Das Unternehmen habe bei einem US-Bezirksgericht in New Jersey eine Patentverletzungsklage gegen die kanadische Apotex eingereicht, bestätigte ein AstraZeneca-Sprecher am Freitag. Mit Pulmicort hatten die Briten in den USA im abgelaufenen Jahr insgesamt 982 Millionen US-Dollar umgesetzt. In der Klage geht es um eine Form des Medikaments, die etwa 90 Prozent dieser Erlöse abdeckte. Am Montag, einen Tag vor der Klageeinreichung, hatten die Kanadier von der US-Gesundheitsbehörde die Genehmigung zum Verkauf des Generikums erhalten. (dpa-AFX)
Streit zwischen Berlin und Brüssel über Commerzbank
An den staatlichen Finanzspritzen für die Commerzbank entzündet sich ein offener Streit zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission. Im Kern wirft Berlin Brüssel vor, dass man einerseits zwar in der aktuellen Finanzkrise die Geldinstitute vor dem Kollaps bewahren will, sich andererseits aber bei der Prüfung von Hilfen im Einzelfall so viel Zeit lasse, dass das betroffene Institut am Ende doch in Gefahr gerät. Die in der Öffentlichkeit fast inflationär bemühte Kategorie der Vertrauensbildung stelle sich damit letztlich als Schall und Rauch heraus, rügte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück am Samstag nach zweitägigen Beratungen der EU-Ressortchefs in Prag. Der Bund war der Commerzbank Ende 2008 zunächst mit einer Finanzspritze von gut 8 Milliarden Euro beigesprungen. Im Januar stellte der staatliche Bankenrettungsfonds der Frankfurter Großbank eine weitere Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro bereit, um die Übernahme der Dresdner Bank und weitere Belastungen abzusichern. Im Gegenzug wurde eine Staatsbeteiligung von 25 Prozent plus einer Aktie vereinbart. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Japan will neues Konjunkturpaket auflegen
Japan will seine erlahmende Wirtschaft mit einem neuen Konjunkturpaket ankurbeln. Die Maßnahmen sollten ein Volumen von 2 Prozent oder mehr des Bruttoinlandsproduktes (BIP) haben, sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Kaoru Yosano am Montag nach einer Besprechung mit Ministerpräsident Taro Aso. Damit würde sich ein solches Konjunkturpaket auf rund 10 Bill Yen belaufen. Ministerpräsident Aso hatte zuvor Mitarbeiter beauftragt, bis Mitte April ein Maßnahmenpaket zu erstellen. Japan hat seit Herbst 2008 bereits zwei Konjunkturpakete von insgesamt 12 Bill Yen aufgelegt, was 2 Prozent des BIP entspricht. (Dow Jones)
EU arbeitet mit Hochdruck an neuer Finanzaufsicht
Die EU arbeitet mit Hochdruck an einer neuen Architektur für die Aufsicht über die Finanzindustrie. Nach den Vorstellungen der EU-Kommission muss das neue System bereits vor Ende 2010 einsatzbereit sein, wie Währungskommissar Joaquín Almunia am Samstag nach zweitägigen Beratungen der EU-Finanzminister in Prag betonte. Die Ressortchefs sind sich grundsätzlich einig, dass ein neues Europäisches System für Finanzaufsicht entstehen soll. Danach wird es aber keine echte EU-Aufsichtsbehörde geben, sondern ein System, dass die nationalen Behörden für die Banken-, Versicherungs- und Wertpapieraufsicht mit ein. (dpa-AFX)
BDI für 'Bad Bank'
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) lehnt sie weiter strikt ab, der Bundesverband der Deutschen Industrie hält sie inzwischen für notwendig: Die Einrichtung einer sogenannten Bad Bank, in die Banken hochriskante Wertpapiere auslagern können. Eine unverzügliche Lösung für hochriskante Papiere in den Bankbilanzen ist zwingende Voraussetzung für eine ausreichende Kreditversorgung der Wirtschaft, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf laut Mitteilung am Sonntag in Berlin. Die Liquiditätsklemme verschärfe die Krise. Unternehmen könnten immer mehr Vorhaben nicht mehr finanzieren, Projekte würden verschoben oder storniert. Zentral ist, den Kreditfluss unter den Banken wieder herzustellen. Das geht nur durch eine nachhaltige Bereinigung der Bankbilanzen, betonte Schnappauf. (dpa-AFX)
Ackermann warnt vor sozialen Spannungen
Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann sieht die Gefahr von sozialen Spannung durch die tiefe Wirtschaftskrise. Der Bild- Zeitung sagte Ackermann, es sei deshalb wichtig gemeinsame Lösungen zu finden. Hoffnung mache ihm auch, dass die 20 größten Nationen der Welt erstmals gemeinsam an der Lösung für die globalen Probleme arbeiteten. Ackermann kritisierte zudem scharf hohe Bonus-Zahlungen für Banker. Für viele Menschen sei so manches, was gerade passiert sei, nicht mehr nachvollziehbar. (dpa-AFX)
IWF: EU sollte Eurozone schneller ausweiten
Der Internationale Währungsfonds (IWF) empfiehlt einem Zeitungsbericht zufolge den krisengeschüttelten Ländern in Mittel- und Osteuropa, ihre Währungen zugunsten des Euro aufzugeben, ohne formell Mitglied der Eurozone zu werden. In einem vertraulichen Bericht werde vorgeschlagen, dass die Eurozone ihre Beitrittskriterien lockere, damit neue Länder als Quasi-Mitglieder ohne Sitz in der Europäischen Zentralbank (EZB) beitreten könnten, berichtet die Financial Times (FT) am Montag in ihrer Internetausgabe. Ein Beitritt zur Eurozone verspreche die besten Erfolgschancen für eine Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise in diesen Ländern, schreibt der IWF den Angaben zufolge. Die große Unsicherheit unter den Investoren würde damit zurückgehen. Der vertrauliche Bericht, der vor rund einem Monat erstellt wurde, könnte die Debatte über die richtige Strategie in Osteuropa anheizen, hieß es. (DowJones)
Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 3,38 € | +1,05% |
| MAN | 52,54 € | −0,04% |
| Fresenius Vz | 45,98 € | −0,35% |
| RWE | 63,12 € | −0,68% |
| Siemens | 62,03 € | −0,69% |
| Dt. Boerse | 53,54 € | −2,88% |
| BASF | 41,22 € | −3,08% |
| Volkswagen | 78,89 € | −3,11% |
| Dt. Telekom | 10,12 € | −3,16% |
| K+S | 41,10 € | −3,41% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.688,58 | −1,66% |
| TecDAX | 812,86 | −0,23% |
| MDAX | 7.289,66 | −1,97% |
| SDAX | 3.487,90 | −0,85% |
| REX | 376,84 | +0,44% |
| Eurostoxx 50 | 2.849,17 | −1,62% |
| Dow Jones | 10.286,00 | −1,00% |
| Nasdaq 100 | 1.772,73 | −0,61% |
| S&P500 | 1.091,94 | −1,03% |
| Nikkei225 | 10.140,50 | −0,27% |
| EUR/USD | 1,4733 | +0,21% |
| Rohöl Brent Crude | 75,56 $ | +0,21% |
| Gold | 1.164,25 $ | +1,46% |
| Bund Future | 123,13 € | --% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
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|---|---|---|---|
Aktien-Index08.12.2009 13:00 |
1361,36 | 1343,24 | 1279,37 |
Performance-Index08.12.2009 17:35 |
298,81 | 296,77 | 279,57 |
Euro-Aktien-Index08.12.2009 17:35 |
141,40 | 140,23 | 128,09 |
@Herrn Rabe - zu schön und einfach, um Ruhe zu schaffen
22:46Liebe Mitleidende, sollen wir mal weiterdenken?
22:37Ist es endlich soweit, ein cleverer Amerikaner hat es
22:35 22:32Eine ganz eigenwillige Alpen-Mischung aus Toleranz, Unterstützung des Konsums