Marktbericht

Dax weiter im Sommerloch

03. Juli 2009 Die Sorge vor einer anhaltenden Wirtschaftskrise hat den Anlegern an den europäischen Aktienmärkten am Freitag die Kauflaune verdorben. Enttäuschende amerikanische Arbeitsmarktdaten vom Vortag drückten Händlern zufolge weiter auf die Stimmung. Der Dax schloss 0,2 Prozent tiefer bei 4708 Punkten und damit 1,4 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche. Dabei waren die Umsätze noch geringer als am Fronleichnamsfeiertag im Juni. Der europäische Stoxx50 ging nahezu unverändert aus dem Handel.

Impulse aus Amerika fehlten, da deren Börsen am Freitag bereits wegen des darauffolgenden Independence Day geschlossen blieben. „Europa ist ohne den großen Bruder Wall Street orientierungslos“, sagte ein Börsianer. „Die Aktienmärkte sind bereits weit vorgelaufen, was sich hauptsächlich auf Konjunkturhoffnungen gestützt hatte“, sagte ein Händler. Der Dax hatte seit seinem Jahrestief im März rund ein Drittel zugelegt. Mit den amerikanischen Arbeitsmarktdaten holte die Anleger die Realität mit einem Paukenschlag wieder ein.

Für das gerade begonnene dritte Quartal sind viele Börsianer skeptisch. Die in den nächsten Wochen anlaufende Bilanzsaison könnte so manche Enttäuschung mit sich bringen und zeigen, dass die Rezession länger dauert als von vielen befürchtet.

K+S und Metro führen Dax-Verliererliste an

Zu den größten Dax-Verlierern gehörten K+S mit einem Minus von mehr als zwei Prozent. „Die große Wachstumsgeschichte scheint da vorbei zu sein“, sagte ein Händler. Er verwies auf Medieninterviews eines K+S-Vorstands. Dieser hatte gesagt, dass sich die Erholung der Nachfrage bis 2011 hinziehen könnte. Außerdem verwies der Händler darauf, dass K+S am Donnerstag deutlich weniger verloren hatten als der Dax und daher einen gewissen Nachholbedarf hätten. Das Schlusslicht im Leitindex waren Metro mit Abschlägen von 2,5 Prozent.

Zum Börsenkurs

Solarwerte litten Händlern zufolge unter einem enttäuschenden Ausblick ihres chinesischen Konkurrenten LDK Solar vom Vorabend. Die im TecDax gelisteten Solarworld gaben 3,3 Prozent ab. Q-Cells büßten 3,8 Prozent ein. Der Solarzellenhersteller und LDK sind seit längerem Vertragspartner. Einige Händler vermuteten, Anleger zweifelten auch an den Aussichten für Q-Cells.

Finanztitel in Europa gefragt - Commerzbank an der Dax-Spitze

Banktitel gehörten in ganz Europa zu den Favoriten, nachdem sie am Vortag Federn lassen mussten. Barclays setzten sich mit einem Plus von knapp drei Prozent an die Spitze des Stoxx50. HSBC legten 1,7 Prozent zu. Hierzulande zählten Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank zu den größten Gewinnern. Commerzbank-Titel waren mit Kursaufschlägen von rund drei Prozent Spitzenreiter im Dax und machten damit einen Teil der Verluste vom Vortag wieder wett.

Der Bundestag machte den Weg für die Einrichtung von Bad Banks zur Bereinigung der deutschen Bankbilanzen frei. Das Gesetz erlaubt den Geldinstituten die Auslagerung von weitgehend wertlosen Geldanlagen und ganzen Geschäftsbereichen. Die Commerzbank und die Postbank hatten bereits erklärt, der Auffanglösung für toxische Papiere grundsätzlich offen gegenüberzustehen. Postbank-Papiere notierten gegen den positiven Branchentrend mehr als ein Prozent im Minus.

Text: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
Bildmaterial: Natascha Vlahovic, FAZ.NET

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