Blick auf die Märkte

Dax tendiert sehr fest

08. Dezember 2008 Mit einer Kurs-Rally sind am Montag die deutschen Aktien in den Handel gegangen. Am Freitagnachmittag zogen an Wall Street die Kurse stark an, diese Tendnez hat sich zum Wochenauftakt an den asiatischen Börsen fortgesetzt. Um 9.20 Uhr steigt der Dax um 6,1 Prozent oder 268 Punkte auf 4.649. Alle 30 Dax-Titel verbuchen Kursgewinne. Der Index ist bei 4.250 Punkten unterstützt, bei 4.733 Punkten liegt ein Widerstand.

Die breit gestreute Erholung führen die Finanzwerte an. Allianz springen um 7,5 Prozent auf 70,57 Euro hoch. Nach einem Ausblick auf 2008 waren am Freitag die Aktien von Hartford Financial um mehr als 100 Prozent haussiert. Die Allianz ist an Hartford beteiligt.

Obwohl Gespräche zwischen Deutsche Börse und der Euronext NYSE laut Kreisen gescheitert sind, stützen die Konsolidierungsfantasien für Börsenbetreiber die Deutsche-Börse-Aktie, die sich um 7,4 Prozent auf 54,20 Euro verteuert. Deutsche Bank ziehen um 8,1 Prozent auf 27,10 Euro an.

Laut der „Welt“ will die Deutsche Post 2008 je „Aktie Gelb“ 0,90 Euro ausschütten. Die Aktie bleibt mit einem Plus von 5 Prozent jedoch etwas hinter dem Gesamtmarkt zurück. Eon verteuern sich um 8,3 Prozent und Siemens um 6,8 Prozent. Siemens will laut „Financial Times Deutschland“ das Kapital erhöhen für mögliche Akquisitionen.

Ein Großauftrag für die australische Tochter Leighton Holdings treibt die Hochtief-Aktie an, die 8,8 Prozent auf 29 Euro gewinnt. Arcandor legen 7,4 Prozent auf 2,33 Euro zu und profitieren laut Händlern von der Aussicht auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Im TecDax tendieren die volatilen Solar- und Windkraftwerte sehr fest.

Rentenmarkt - kurzfristig in der Denfensive

Nach massiven Kursgewinnen in den vergangenen Wochen aufgrund der „deflationären Argumente“ dürften die Rentenmärkte am Montag aufgrund der kurzfristigen Erholung an den Börsen in die Defensive geraten. Trotz sehr schlechter konun konjunktureller Daten scheinen die Aktienanleger zumindest kurzfristig nach dem Motto zu handeln: „Buy on bad news“.

„Der schwächelnde amerikanische Arbeitsmarkt und vor allem der negative Ausblick sollten den Marktteilnehmern aber weiter Kopfzerbrechen bereiten und zu Mittelzuflüssen in die Rentenmärkte führen“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. In der Eurozone werden Zahlen zur deutschen Industrieproduktion veröffentlicht. In den Vereinigten Staaten werden nach dem sehr schwachen amerikanischen Arbeitsmarktbericht vom Freitag keine Daten veröffentlicht. Den richtungweisenden Euro-Bund-Future erwarten die HSH Nordbank in einer Handelsspanne von 123,20 bis 124,50 Punkten. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Minus von 60 Stellen bei 123,79 Prozent.

Eurokurs steigt über 1,28 amerikanische Dollar

Der Kurs des Euro ist am Montag über 1,28 amerikanische Dollar gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2815 Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7803 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2665 (Donnerstag: 1,2620) Dollar festgesetzt. Die deutlichen Kursgewinne an den Aktienmärkten in Asien und die freundlich erwartete Eröffnung an den europäischen Aktienmärkten stütze den Euro, sagten Händler. Der Euro profitiere von der wieder etwas gestiegene Risikoneigung.

Aktien in Tokio schließen sehr fest

Die Aktienbörsen in Asien haben am Montag nach positiven amerikanische Vorgaben deutlich fester notiert. Börsianer zeigten sich zuversichtlich, dass der stark gesunkene Preis für Rohöl die Verbraucherausgaben ankurbeln und die Betriebskosten bei Unternehmen senken wird. Positiv bewertet wurden auch die amerikanische Staatshilfen für die drei amerikanischen Autobauer General Motors, Chrysler und Ford. Die angeschlagenen Konzerne sollen nach Angaben aus dem amerikanische Kongress vorerst einen Überbrückungskredit von bis zu 17 Milliarden Dollar erhalten. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 5,2 Prozent höher bei 8329 Punkten, seinem höchsten Stand seit einer Woche. Der breiter gefasste Topix-Index beendete den Handel 3,3 Prozent höher bei 812 Zählern. In Tokio gehörten zum Wochenstart die Papiere von Stahlherstellern zu den Gewinnern, nachdem Goldman Sachs die Bewertungen für JFE Holdings und Nippon Steel heraufgesetzt und sich positiv zur künftigen Preisentwicklung in Asien geäußert hatte. JFE-Aktien schlossen 7,1 Prozent fester, die Papiere von Nippon Steel 6,3 Prozent höher. Auch die Toyota-Aktie drehte zu Handelschluss ins Plus und notierten drei Prozent höher. Im Verlauf hatten die Papiere schwächer tendiert, weil der Autohersteller laut einem Bericht wegen der schwachen Nachfrage über eine deutliche Kürzung der Investitionen nachdenkt.

Aktien Hongkong am Mittag: Kursrally

Hoffnungen auf weitere konjunkturstützende Maßnahmen und positive Vorgaben von Wall Street lassen die Notierungen in Hongkong am Montagmittag (Ortszeit) kräftig anziehen. Der HSI gewinnt bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte 7,5 Prozent auf 14.887 Punkte. Kingston Lin von Prudential erklärt die Rally mit den Erwartungen des Marktes, dass der chinesische Zentrale Parteiausschuss für Wirtschaftsfragen bei seinem am Berichtstag begonnenen Treffen weitere Konjunkturstützungsmaßnahmen ankündigt. Die Kursgewinne seien höher als erwartet, sagt Lin. Es sei wahrscheinlich, dass der Index noch am Montag die psychologisch wichtige Marke von 15.000 Punkten testen wird. Zu den Kursgewinnen könnte auch ein Agenturbericht beitragen, dem zufolge die chinesische Regierung weiterhin plant, Chinesen den Erwerb Hongkonger Aktien zu gestatten. Das Handelsvolumen ist deutlich gestiegen und beläuft sich bereits in der ersten Sitzungshälfte auf 35 Milliarden Hongkong-Dollar, während es am Freitag insgesamt 37 Milliarden Hongkong-Dollar waren. Kräftige Gewinne verzeichnen Rohstoffaktien: Shenhua steigen um 13,5 Prozent auf 16,82 Hongkong-Dollar und Chalco um 9 Prozent auf 3,98 Hongkong-Dollar.

Börsen in Wien und Singapur geschlossen

In Wien bleibt der Aktienmarkt am Montag wegen des Feiertages „Maria Empfängnis“ geschlossen. In Singapur findet aufgrund des Feiertages „Hari Raya Haji“ kein Handel statt.

Nachbörslich leichte Kursverluste an der Nasdaq

Nach deutlichen Kursgewinnen im regulären Handel tendierte der NASDAQ-100 After Hours Indicator nachbörslich etwas leichter mit einem Minus von 0,18 Prozent auf 1.175,74 Zählern. Die Papiere des Anleiheversicherers Ambac Financial Group haben am Freitag im nachbörslichen amerikanische Handel mit Aufschlägen auf eine angekündigte Kapitalerhöhung reagiert. Die Aktie stieg um 10,4 Prozent auf 1,70 Dollar. Ambac plant, durch Ausgabe von 32.000 Vorzugsaktien 800 Millionen Dollar einzusammeln. Die Papiere von Heelys haussierten um 14,9 Prozent auf 3,55 Dollar. Der Sportprodukte-Einzelhändler hatte eine Sonderdividende von 1 Dollar je Aktie angekündigt.

Wall Street schließt trotz schwacher Arbeitsmarktdaten sehr fest

Trotz des stärksten Stellenabbaus in den Vereinigten Staaten seit 34 Jahren haben die Kurse an Wall Street die Sitzung am Freitag mit deutlichen Aufschlägen beendet. Nachdem die überraschend schwachen amerikanische Arbeitsmarktdaten für November die Kurse zunächst belastet hatten sorgte eine Rally im späten Handel für steigende Notierungen. Vor allem die Finanzwerte legten, beflügelt von Aussagen des Versicherers Hartford Financial, deutlich zu. Das Unternehmen hat den Ausblick leicht angehoben und sprach von einem positiven Verlauf des Geschäfts.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) erhöhte sich um 3,1 Prozent oder 259 Punkte auf 8.635, nachdem er im frühen Handel schon bis auf 8.119 Punkte zurückgefallen war. Der S&P-500 kletterte um 3,7 Prozent oder 31 Punkte auf 876. Der technologielastige Nasdaq-Composite verzeichnete ein Plus von 4,4 Prozent oder 64 auf 1.509 Punkte. Das Umsatzvolumen lag bei 1,62 (Donnerstag: 1,47) Milliarden Aktien. Den 2.167 Kursgewinnern standen 862 -verlierer gegenüber. 82 Titel schlossen die Sitzung unverändert.

Wie das amerikanische Arbeitsministerium berichtete, fiel die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im November um 533.000 gegenüber dem Vormonat. Es war der elfte monatliche Rückgang in Folge und der stärkste seit Dezember 1974, als ein Minus von 602.000 Jobs verzeichnet worden war. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten lediglich einen Stellenrückgang um 350.000 erwartet.

Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,7 Prozent, was den höchsten Wert seit Oktober 1993 darstellt. Im Konsens waren 6,8 Prozent erwartet worden. Volkswirte rechnen nun damit, dass die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten über die Marke von 8 Prozent steigen könnte und halten angesichts derart schwacher Daten eine weitere Leitzinssenkung der amerikanische Notenbank nach der Sitzung des Offenmarktausschusses am 15. und 16. Dezember für eine ausgemachte Sache.

Nachdem die schwachen Arbeitsmarktdaten anfänglich auf den Kursen gelastet hatten, sorgten die Aufschläge bei den Versicherungswerten schließlich für eine deutliche Erholung. Einige Händler wollten die Kursgewinne allerdings nicht überbewerten, da der Sektor in den vergangenen Monaten deutlich unter die Räder gekommen war. Hier könnte auch lediglich verstärktes „Short-Covering“ der Grund für das ausgeprägte Plus gewesen sein.

Hartford Financial gewannen mit den positiven Aussagen zum Geschäftsverlauf und der erhöhten Prognose für das Gesamtjahr 102 Prozent auf 14,59 Dollar. Im Gefolge stiegen Genworth Financial um 22 Prozent auf 1,58 Dollar und Lincoln National erhöhten sich um 42 Prozent auf 17,36 Dollar. Händler berichteten, vor allem im späten Handel habe es verstärkte Kaufaufträge gegeben.

Auch im DJIA zeigten sich die Werte aus dem Finanzbereich mit Aufschlägen. Citigroup gewannen 4,2 Prozent auf 7,71 Dollar und J.P.Morgan legten gar um 7,3 Prozent auf 33,35 Dollar zu. Gesucht waren auch die Konsum- und Pharmawerte. So erhöhten sich Kraft Foods um 5,9 Prozent auf 27,65 Dollar und Merck & Co stiegen um 6 Prozent auf 26,49 Dollar.

Bei den Einzelwerten standen zudem Boeing im Fokus. Dem Flugzeughersteller drohen einem Zeitungsbericht zufolge weitere Schwierigkeiten beim neuen Modell „Dreamliner“. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, könnten sich die ersten Auslieferungen um mindestens sechs weitere Monate verschieben. Hintergrund seien der Streik der Mechaniker und andere Probleme. Die Titel konnten sich von den anfänglichen Abgaben erholen und schafften mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 39,53 Dollar noch den Sprung in positives Terrain.

Amerikanische Anleihen geben im späten Freitagsgeschäft nach - Gewinnmitnahmen

Mit Abschlägen haben sich die amerikanischen Anleihen am Freitag im späten Handel gezeigt. Nach den überraschend schwachen amerikanische Arbeitsmarktdaten sei es zu Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende gekommen. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft fiel im November um 533.000. Es war der stärkste Rückgang seit Dezember 1974. Volkswirte nur einen Stellenrückgang um 350.000 erwartet. Damit konnten sich die Renditen wieder etwas von ihren historischen Tiefständen aus dem Wochenverlauf erholen. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,750 Prozent verloren 1-12/32 auf 109-1/32 und rentierten mit 2,705 Prozent, nach 2,553 Prozent am Donnerstag. Die mit 4,500 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe reduzierte sich um 1-29/32 auf 126 10/32, ihre Rendite stieg von 3,042auf 3,126 Prozent. Die Anleger hätten sich zudem bereits auf die Anleihe-Auktionen in der kommenden Woche fokussiert. Am Mittwoch sollen dreijährige Anleihen begeben werden, am Donnerstag folgen dann zehnjährige Papiere. Die Volumina will das amerikanische Finanzministerium am Montag bekannt geben. Die überraschend schlechten Arbeitsmarktdaten könnten zudem die Bereitschaft des amerikanische Kongresses zu weiteren konjunkturellen Hilfen erhöhen, hieß es weiter. Auch die Federal Reserve könnte mit weiteren Zinssenkungen reagieren.

Lateinamerikanische Börsen zum Schluss der vergangenen Woche mit Gewinnen

Die größeren lateinamerikanischen Börsen haben sich am Freitag mit Gewinnen ins Wochenende verabschiedet. In Mexiko-Stadt stieg der Aktien-Index IPC 165,62 Zähler (0,83 Prozent) auf 20 081,83 Punkte. Der Bovespa-Index im brasilianischen Sao Paulo konnte 219,62 Zähler (0,63 Prozent) auf 35 347,39 Punkte zulegen. Der Merval-Index in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires verbesserte sich um 7,60 Zähler (0,76 Prozent) auf 1005,34 Punkte.

Ölpreise gestiegen - leichte Erholung vom Einbruch am Freitag

Die Ölpreise haben sich am Montag im asiatischen Handel etwas von ihren jüngsten Kursverlusten erholt. Der Preis für ein Barrel der amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf 43,05 amerikanische Dollar. Das sind 2,24 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte um 2,26 Dollar auf 42,00 Dollar. Die Erholung beim Ölpreis sei lediglich eine Reaktion auf die starken Kursverluste am Freitag, sagten Händler. So war der Brent-Preis unter 40 Dollar gefallen. Die sich verschärfende Wirtschaftskrise dürfte die Ölpreise weiter belasten, sagten Händler.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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