Blick auf die Märkte

Deutsche Aktien tendieren leichter

11. November 2008 Schwache Vorgaben aus den Vereinigten Staaten haben den Dax am Dienstag im frühen Handel wieder unter die 5.000-Punkte-Marke gedrückt. Damit sind die Dax-Gewinne vom Wochenauftakt bereits wieder Makulatur. An Wall Street am Vorabend und anschließend auch an den asiatischen Börsen fielen die Kurse zurück. Gegen 9.22 Uhr verliert der Dax 1,4 Prozent oder 71 Punkte auf 4.954.

Aus technischer Sicht ist der Index bei 4.876 Punkten unterstützt, während bei 5.175 Punkten ein Widerstand liegt. Gegen 11.00 Uhr wird der ZEW-Index veröffentlicht. Die Umfrage unter Finanzanalysten zu deren Konjunkturerwartungen könnte den nächsten fundamentalen Impuls setzen.

Die Kursverluste sind breit gestreut, von den 30 Dax-Werten geben 27 nach. RWE halten sich mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 68,60 Euro relativ stabil. Der Versorger hat am Morgen Quartalszahlen vorgelegt. „Das Festhalten an den Prognosen und die erhöhte Ausschüttungsquote sind sicher hilfreich“, sagt Heino Hammann von der Norddeutschen Landesbank. Eon geben um 0,1 Prozent auf 31,21 Euro nach.

Infineon verlieren 7,4 Prozent auf 2,44 Euro. Der „Süddeutsche Zeitung“ zufolge bedroht die Entwicklung beim Chiphersteller Qimonda dessen Existenz. In einem internen Papier warnten führende Betriebsräte vor dem Aus der Infineon-Tochter, berichtet die Zeitung. Mit Deutsche Telekom und Merck halten sich zwei als defensiv geltende Titel vergleichsweise stabil.

Nach Ausweis von Quartalszahlen handeln in der zweiten Reihe die Aktien von AMB Generali, Aareal Bank, Deutsche Euroshop, MLP und Pfleiderer schwächer. Die Papiere von Tognum legen dagegen um 4,4 Prozent auf 9,32 Euro zu. Dirk Nettling von der Commerzbank wertet die Geschäftszahlen des Motorenherstellers positiv. Qiagen hat die Gewinnprognose für 2008 leicht erhöht, woraufhin die Aktie um 7,8 Prozent auf 12,74 Euro anzieht.

Anleihemarkt zwischen Zinssenkgungserwartungen und aufkommendem Risikoappetit

Beflügelt vom globalen fiskal- und geldpolitischen Aktionismus nimmt der Risikoappetit der Anleger zumindest kurzfristig immer wieder zumindest kurzzeitig zu. Die Börsen tendieren dann nach oben und am Devisenmarkt leben die altbekannten Reflexe der Carry Trades wieder auf. Das kann die Rentenmärkte zusammen mit dem zunehmenden Angebot aufgrund der steigendenden Staasverschuldungen kurzfristig regelmässig leicht in die Defensive bringen können. Grundsätzlich und mittelfristig können sie jedoch von Zinssenkungserwartungen und deflationären Impulsen profitieren. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Plus von sechs Stellen bei 117,93 Prozent.

Eurokurs gesunken - ZEW-Konjunkturerwartungen im Blickpunkt

Der Kurs des Euro ist am Dienstag gesunken. Im frühen Handel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,2720 amerikanische Dollar, nachdem sie am Vorabend noch über 1,28 Dollar notierte. Ein Dollar war damit 0,7862 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag noch auf 1,2891 (Freitag: 1,2756) Dollar festgesetzt. Am Dienstag dürften die Impulse auf den Devisenhandel wegen eines Feiertags in den Vereinigten Staaten laut Experten begrenzt bleiben. Für Bewegung könnten allenfalls die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sorgen, hieß es. Am Markt wird mit einer leichten Aufhellung gerechnet. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet am Dienstag insgesamt mit einer Seitwärtsbewegung des Euro zum Dollar.

Rezessionssorgen belasten Börsen in Tokio

Sorgen über eine weltweite Wirtschaftsabkühlung haben die Börse in Asien am Dienstag ins Minus gedrückt. Eine Flut schlechter Unternehmensnachrichten aus den Vereinigten Staaten bestärkte bei vielen Händlern die Angst, dass der Weltwirtschaft und damit auch japanischen Exporteuren schwierige Zeiten bevorstehen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging drei Prozent tiefer bei 8.809 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index fiel ebenfalls um drei Prozent auf 889 Zähler. „Wegen der verhaltenen Reaktion der amerikanische Märkte auf das chinesische Konjunkturpaket ist den Anlegern der Appetit vergangen“, sagte Won Jong-Hyuck, Marktanalyst bei SK Securities. Technologie-Exporteure wie Canon gehörten zu den großen Verlierern in Tokio. Auch der nachgebende Yen konnte die Talfahrt der Canon-Aktie nicht eindämmen. Die Papiere verbilligten sich um 8,4 Prozent. Nach dem Absturz der General Motors-Aktie an der Wall Street gerieten auch japanische Autohersteller unter Druck. Die Papiere von Honda verloren 5,3 Prozent, der weltgrößte Autobauer Toyota gab 4,9 Prozent nach. Auf die Stimmung drückten auch Spekulationen über den ersten Quartalsverlust der amerikanische Großbank Goldman Sachs in ihrer Unternehmensgeschichte sowie die Schieflage des zweitgrößten amerikanische Elektronik-Händlers Circuit City Stores, der am Montag Gläubigerschutz beantragt hatte. Die Papiere von Mitsubishi Rayon, das Acryl-Monomere unter anderem für LCD-Fernseher oder Autolampen herstellt, verloren zehn Prozent. Die Firma hatte mitgeteilt, dass es eine Übernahme des britischen Chemie-Konzerns Lucite International erwäge. Nach Börsenschluss gab Mitsubishi Rayon den Kauf der Briten für 1,6 Milliarden Dollar bekannt.

Gewinnmitnahmen in Hongkong

Gewinnmitnahmen lassen die Börse in Hongkong am Dienstag leichter tendieren, nachdem sie am Montag eine kräftige Rally verzeichnet hatte, getrieben von dem chinesischen Konjunkturpaket. Der HSI verliert am Mittag 0,6 Prozent auf 14.657 Punkte. Das 4 BillionenCNY umfassende Konjunkturpaket der Regierung in Peking stimme die Anleger weiterhin zuversichtlich, heißt es am Markt. Übertriebener Pessimismus über die wirtschaftlichen Aussichten Chinas seien ungerechtfertigt, heißt es von Taifook. Die Standardwerte notieren jeweils etwa zur Hälfte im Plus und Minus. Aufschläge verzeichnen insbesondere chinesische Titel. ICBC verteuern sich um 1,8 Prozent auf 4,01 Hongkong-Dollar, Bank of China um 2,7 Prozent auf 2,31 Hongkong-Dollar und Chalco um 9,6 Prozent auf 3,78 Hongkong-Dollar. Am schwächsten schneiden Li & Fung mit einem Minus von 10,3 Prozent bei 13,10 Hongkong-Dollar ab, nachdem sich eine Reihe von Analysten negativ zu der Aktie geäußert haben.

Aktien in Singapur tendieren am Mittag schwach

Bei ruhigem Handel tendiert die Börse in Singapur am Dienstag schwach. Am Mittag verliert der STI 1,4 Prozent auf 1.858 Punkte. Aktien mit China-Bezug erholen sich von anfänglichen Verlusten, da die Anleger optimistisch blieben, dass die Unternehmen von dem chinesischen Konjunkturpaket profitierten, heißt es am Markt. Der Subindex für China-Titel notiert 0,7 Prozent fester. Ein Händler sagt, dass jetzt ein guter Zeitpunkt zum Einstieg sei. Niemand wisse sicher, ob der Boden bereits erreicht sei, aber es sei wahrscheinlich, dass das Konjunkturpaket und die weltweiten Maßnahmen von Regierungen und Zentralbanken allmählich Wirkung zeigten, so der Händler. Besonders SingTel belasten den STI mit einem Minus von 5,2 Prozent auf 2,38 Singapur-Dollar. Anleger erwarteten bei den für Mittwoch angekündigten Quartalszahlen schwache Ergebnisse, heißt es am Markt.

Wall Street nachbörslich leicht leichter

Im nachbörslichen Aktienhandel in New York sind die Kurse am Freitagabend leicht gefallen. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,17 Prozent auf 1.248,83 Punkte.

Die Aktien von Starbucks haben am Montag im nachbörslichen amerikanische Handel verloren. Die Cafehaus-Kette hatte einen Rückgang des Quartalsgewinns um 96 Prozent veröffentlich und eine pessimistischere Gewinnprognose für das kommende Jahr abgegeben. Die Aktie um 2,7 Prozent auf 9,92 Dollar (siehe auch: Medienschau - die wichtigsten Börsenmeldungen). Die Papiere von Virgin Mobile haussierten dagegen um 22,9 Prozent auf 1,18 Dollar. Der Mobilfunkbetreiber hatte bekannt gegeben, dass er im dritten Quartal in die Gewinnzone eingetreten ist. Die Anteilsscheine von American Express gewannen 2,2 Prozent auf 24,50 Dollar. Der Kreditkartenanbieter hat angekündigt, sich in eine Bank („Bank Holding Company“) umzuwandeln, um Zugang zum Hilfspaket der amerikanische Regierung zu erhalten.

Wall Street schließt leichter - Angst vor GM-Zusammenbruch

Die Angst vor einem Zusammenbruch des amerikanischen Automobilkonzerns General Motors (GM) hat die Aktienkurse an Wall Street am Montag leichter schließen lassen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) fiel um 0,8 Prozent oder 73 Punkte auf 8.871. Der S&P-500 verlor 1,3 Prozent oder zwölf Punkte auf 919. Der Nasdaq-Composite sank um 1,9 Prozent oder 31 Punkte auf 1.617. Umgesetzt wurden 1,14 (Freitag: 1,23) Milliarden Aktien. Kursgewinne verzeichneten 849 Titel, während 2.073 mit Verlusten und 73 unverändert aus dem Handel gingen.

Die Umsätze seien wegen des Feiertags „Veterans Day“ am Dienstag ziemlich dünn gewesen, sagten Händler. Der Aktienmarkt wird zwar trotz des Feiertags geöffnet sein, doch bleiben der Anleihemarkt und die Behörden geschlossen. Auch Konjunkturdaten und wichtige Unternehmenstermine sind für Dienstag nicht angekündigt.

Am Berichtstag profitierten die amerikanische Börsen zunächst von einem Konjunkturpaket, mit dem die chinesische Regierung die Wirtschaft der Volksrepublik ankurbeln will. Vor allem Aktien von Unternehmen, die stark von der Nachfrage aus China abhängen, reagierten darauf mit Kursgewinnen. Dazu gehörten die Papiere des Aluminiumkonzerns Alcoa, die um 5,3 Prozent höher bei 11,78 Dollar aus dem Handel gingen.

Später wich die Begeisterung jedoch der Sorge um die Zukunft von GM. Analysten der Deutschen Bank hatten in einer Studie die Vermutung geäußert, dass die liquiden Mittel des Konzerns nur noch bis Dezember reichen. Gleichzeitig senkten die Experten ihr Kursziel für GM auf 0,00 Dollar. Die GM-Aktie fiel vorübergehend auf den tiefsten Stand seit den 40er Jahren und notierte zum Handelsschluss um 22,3 Prozent niedriger bei 3,36 Dollar. Die Papiere des Wettbewerbers Ford verloren 4,5 Prozent auf 1,93 Dollar. Mit Schwierigkeiten kämpft auch Circuit City Stores. Der Betreiber einer Kette von Elektronikmärkten sah sich gezwungen, Gläubigerschutz nach Chapter 11 zu beantragen. Der Kurs der Aktie brach um 60 Prozent auf 0,10 Dollar ein.

Bankenwerte verzeichneten ebenfalls Verluste, allen voran die Aktien von Goldman Sachs. Diese büßten 8,5 Prozent auf 71,21 Dollar ein, nachdem sich Analysten kritisch zu den Ertragsaussichten der Bank geäußert hatten. Bank of America fielen um 4,9 Prozent auf 19,48 Dollar. AIG legten dagegen um 8,1 Prozent auf 2,28 Dollar zu. Der angeschlagene Versicherer hatte sich mit der amerikanische Regierung auf ein neues Unterstützungspaket geeinigt.

Amerikanische Anleihen: Freundliche Langläufer

Die amerikanischen Staatsanleihen konnten am Montag von der Schwäche am Aktienmarkt profitieren. Die Treasuries mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Kupon von vier Prozent konnten 13/32 zulegen auf 102 2/32. Die Rendite fiel von 3,785 auf 2,745 Prozent. Die Papiere mit einer Laufzeit von 30 JAhren und einem Kupon von 4,5 Prozent dagegen konnten 1 13/32 zulegen. Ihre Rendite fiel von 4,275 auf 4,195 Prozent.

Aktien Lateinamerika Schluss: Uneinheitlich - Buenos Aires im Minus

Die wichtigsten Börsen Lateinamerikas sind uneinheitlich in die neue Handelswoche gestartet. Am größten Aktienmarkt des Subkontinents in der brasilianischen Wirtschafts-Metropole Sao Paulo stieg der Bovespa-Index am Montag um 0,30 Prozent oder 111,16 Zähler auf 36 776,27 Punkte. In Mexiko-Stadt kletterte der IPC-Index unterdessen um 0,78 Prozent oder 155,31 Einheiten auf 20.020,53 Punkte. Der Merval-Index in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gab dagegen um 0,98 Prozent oder 10,73 Punkte nach. Der Leitindex ging bei 1.085,87 aus dem Handel.

Ölpreise gesunken - Chinas Konjunkturprogramm stützt nur kurzzeitig

Das geplante Konjunkturprogramm Chinas hat die Ölpreise nur kurzzeitig gestützt. Nach einem Zwischenanstieg zu Wochenbeginn gaben die Ölpreise am Dienstag wieder nach. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember kostete im frühen Handel 60,56 Dollar - das waren 1,85 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete mit 56,66 Dollar 2,42 Dollar weniger als am Montag. Marktbeobachter begründeten die Kursverluste zum einen mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Ölpreise am Montag noch deutlich zugelegt hatten. Zum anderen wurde abermals auf eine künftig sinkende Ölnachfrage verwiesen. Wegen der realwirtschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise gehen Experten von einer mittelfristig deutlich rückläufige Nachfrage nach Ölprodukten aus. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) dürfte ihre Fördermenge daher weiter reduzieren, heißt es am Markt.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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