Anleihen

Unternehmensanleihen sind Risikopapiere

Hochverzinsliche Anleihen, auch „Junk“ Bonds oder High Yields genannt, waren in den späten 80er Jahren der letzte Schrei an der Wall Street. So genannte „Bond-Gurus“ bauten wilde Firmenkonstruktionen auf und finanzierten sie mit der Ausgabe von Anleihen.

Die Anleger interessierten sich für die Instrumente, da sie nicht nur hohe Rendite versprachen, sondern auch Kursgewinne. Mit der Pleite der markantesten Marktteilnehmer ebbte die Modewelle ab. Das Interesse schwabbte auf die Aktienmärkte über.

Schuldnerqualität entscheidet über die Rendite

Hochverzinsliche Anleihen entstanden mit dem Aufkommen von Rating-Agenturen. Sie bewerteten die Schuldnerqualität der Emittenten und führten dafür ein Bewertungsschema ein. Gute Schuldner mit einer hohen Zahlungsfähigkeit erhalten das Rating „AAA“, während weniger zahlungskräftige in weiteren Kategorien abgestuft werden, von „B“ über „C“ bis zu Firmen ohne Rating und in akuter Insolvenzgefahr.

Papiere mit einem Rating „BBB“ oder besser sind „investment grade“. Das heißt, für den Anleger besteht ein akzeptabler Zusammenhang zwischen Ertrag und Risiko. Die Mehrheit der Rentenfonds darf nur in solche Papieren anlegen. Anleihen mit einem Rating unterhalb der „BBB-Demarkationslinie“ werden als spekulativ bezeichnet. Der normale Anleger interessiert sich in der Regel nicht für diese „Junk-Bonds“ oder auf deutsch „Müll-Anleihen“. Nur wenige sind bereit, das Insolvenzrisiko des Emmittenden zu übernehmen.

Vor dem Jahr 1980 entstanden Junk Bonds vor allem bei gefallenen Engeln. Das heißt, wurde die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens oder eines Landes schlechter, so fielen die Kurse der entsprechenden Anleihen und die Renditen stiegen im Gegenzug. Aus der Rendite einer Anleihe ließ sich plötzlich auf die Zahlungsfähigkeit des Schuldners schließen.

Portfoliotheorie schließt den Zusammenhang

Mit dem Aufkommen der Portfoliotheorie ließ sich der theoretische Zusammenhang zwischen notwendiger Rendite und dem Insolvenzrisiko herstellen. So konnten plötzlich auch Schuldner mit hoher Insolvenzneigung Anleihen auflegen, wenn sie für das Risiko entprechend hohe Renditen versprachen.

Basis ist die Kreditanalyse. Sie entspricht in etwa der Fundamentalanalyse bei Aktien. Mit ihrer Hilfe wird die Konkurswahrscheinlichkeit eines Schuldners ermittelt. Mit dieser Wahrscheinlichkeit steigt der Wunsch der Investoren nach höherer Verzinsung. Denn sie möchten natürlich für die Übernahme eines höheren Risikos auseichend kompensiert werden. Es besteht also der altbekannte Zusammenhang zwischen Risiko und Ertrag.

Der Markt der hochverzinslichen Anleihen ist für risikobewusste Anleger interessant. Wer sich auskennt, dem bietet er durchaus lukrative Gelegenheiten. Er ist zwar vor allem für institutionelle Anleger geeignet, bietet dem kundigen Anleger aber über spezialisierte Fonds durchaus die Möglichkeit, seinem Portfolio etwas Pep zu verleihen.


Text: @cri
Bildmaterial: @unit

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