Erklär mir die Welt (56)

Warum kaufen die Deutschen keine Aktien?

Der Dax knackt das Allzeithoch und viele Deutsche haben gar nichts davon. Denn sie besitzen keine Aktien. Aus Angst vor Verlusten meiden die Deutschen die Börse. Kein Wunder: Sie haben nie gelernt, mit Risiken umzugehen.

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Juli 2007 00:07

Der Anteil an Aktionären wird ab 2009 weiter sinken

S. Weyter (weyter)

Mit der Abgeltungssteuer ab 2009 wird, nach dem was bisher bekannt ist, alles noch viel schlimmer. Es wird nicht nur das Halbeinkünfteverfahren gekippt, nein, zukünftig darf man Kursgewinne-/verluste von Aktien nicht mit Zinsen und Kursgewinnen/-verlusten anderer Anlagevehikel wie Zertifikaten und Fonds verrechnen. Das Aussterben des deutschen Aktionärs hat noch gar nicht richtig begonnen.

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14. Juli 2007 12:01

Wolfgang Reinhart (ciceron) 13.07.2007, 14:29

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

Sehr pointierter und gelungener Beitrag. Danke!

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13. Juli 2007 18:15

Auf keinen Fall in Deutschland

norbert doerre (ndoerre)

Sicherlich sind erfolgreiche Aktienpakete eine gute Anlagemöglichkeit. Die Risiken, die darin bestehen, sind relativ gering im Vergleich zu allen staatlich organisierten Anlagearten.

In Deutschland habe wir ein hausgemachtes deutsches Problem, das darin besteht, daß Diejenigen, die ein Wagnis eingehen und damit gewinnen, politisch ungewollt sind und so besteuert werden, daß das Gleichheitsprinzip nicht angetastet wird, nachdem jeder Erwerbstätige unabhängig von seiner persönlichen Wertschöpfung idealerweise das gleiche Netto-Einkommen beziehen soll.

So restriktiv, wie in Deutschland Einkommensunterschiede heute bereits steuerlich 'korrigiert' werden, geschieht dies nur noch in Kuba. Der revolutionäre Zorn der DDR ist noch lange nicht abgekühlt und wird in der Vorausschau nach den nächsten Bundestagswahlen in eine katastrophale Rotfront münden.

Wohin soll der deutsche Michel dann mit seinen Aktien?
Am besten sind immer noch Anlagen an den Quellen der Wertschöpfung, auf keinen Fall in Deutschland selbst, und persönlich stets absprungbereit. Ausländische Investoren kümmert es nicht die Bohne, wie bei uns Steuerpolitik gemacht wird. Sie schöpfen mit ganz langem Arm nur den Rahm ab.

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13. Juli 2007 14:50

14 Prozent?

Norbert Axel Richter (norbertaxel)

Für den Dax beträgt die annualisierte Rendite vom Jahresschluss 1979 bis zum Jahresschluss 2003 gerade 9,03 Prozent. Die meisten Fonds sind etwas schlechter als der Markt, außerdem fallen Managementgebühren an. Würde mich interessieren, wie der Autor auf knapp 14 Prozent Rendite gekommen ist. Auch wenn er im Übrigen recht hat.

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13. Juli 2007 14:29

USA-Kopie

Wolfgang Reinhart (ciceron)

Habe ich eigentlich den Vermerk "Anzeige" überlesen oder handelt es sich bei diesem Artikel um product placement, finanziert von der Deutschen Bank und Konsorten?
Natürlich sind die Deutschen wieder mal dumm und blöd und in Amerika ist alles besser! Schließlich laufen dort, dank ausschließlich aktienfinanzierter Altersvorsorge, nur noch Millionäre herum! Da wird mit der durchschnittlichen Aktienrendite der letztlichen 25 jahre argumentiert, die angeblich 14 % betragen haben soll. Mal abgesehen davon, dass man wirtschaftlich betrachtet eigentllich nie (gerade in Zeiten der Globalisierung, in der ja angeblich alles ganz anders sein soll) von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen soll, wird niemand, der Aktien hält, diese immer am niedrigsten Punkt kaufen und am höchsten Punkt verkaufen. Zudem können nur eingermaßen wohlhabende Leute, die nicht jeden Cent ausgeben müssen, Aktien in nennenswertem Umfang kaufen, um sich eine eigene Altersvorsorge aufbauen.Ziel der FAZ-Redaktion (und der meisten ihrer Leser) ist die Herstellung einer 1:1 Kopie der US-Gesellschaft in Deutschland. Da die meisten von Ihnen vermögend oder wohlhabend sind (natürlich ausschließlich aufgrund eigener Leistung..) ist dies aber blosses Eigeninteresse!

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