18. September 2007 Eine geglückte private Altersvorsorge beginnt mit der sorgfältigen Auswahl des Anbieters. Wer einen leistungsstarken Lebensversicherer auswählt, kann im Alter mit Rentenzahlungen rechnen, die um bis zu 20 Prozent höher liegen als der Durchschnitt. Das zeigen Daten die der vor allem von Maklern genutzte Branchendienst Map-Report gesammelt hat. Kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen sind die Grundlage für viele der staatlich geförderten Riester- und Rentenverträge, bei denen die Beiträge die Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer mindern. Die meisten dieser Verträge schließen die Sparer mit Versicherern ab, ein geringerer Marktanteil entfällt auf Fondsgesellschaften und Banken.
Die Rendite der von Versicherern angebotenen Altersvorsorgeprodukte hängt in hohem Maß von der Finanzkraft der Anbieter ab, und die kann sehr unterschiedlich sein. Wer zum Beispiel vor 30 Jahren mit einem kapitalbildenden Vertrag bei der Debeka begonnen und seitdem 100 Euro im Monat eingezahlt hat, erhält heute eine Auszahlung von rund 116.600 Euro. Der Branchendurchschnitt liegt bei etwa 92.000 Euro, die Werte der schwächsten Anbieter bei 82.000 Euro.
Höhe der Überschussbeteiligungen nicht verändert
Ähnlich ist das Bild bei der Prognose für künftige Auszahlungen. Für einen Vertrag mit 100 Euro Monatsprämie, 30 Jahren Laufzeit, fällig im Jahr 2037, sind beim stärksten Anbieter, Europa Versicherung, gut 90.000 Euro zu erwarten. Dieser Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass die derzeitige Höhe der Überschussbeteiligungen nicht verändert wird. Angesichts der relativ niedrigen Renditen auf den Anleihemärkten ist zwar mit Reduzierungen zu rechnen, aber selbst dann dürften die derzeit finanzstarken Lebensversicherer mit einiger Wahrscheinlichkeit noch weit vor den derzeitigen Schlusslichtern liegen, bei denen die prognostizierten Ablaufleistungen weniger als 60.000 Euro betragen.
Der Map-Report hat zusätzlich zu den Ablaufleistungen viele weitere Kennzahlen ausgewertet und die Ergebnisse zu Noten zusammengefasst. Hervorragend haben die acht Versicherer Debeka, Asstel, Huk, DEVK, Allianz, Cosmos, R+V, und Volkswohl Bund abgeschnitten. Die zweitbeste Note sehr gut hat ein Dutzend Versicherer erhalten, darunter diverse Provinzial-Sparkassenversicherer, Hannoversche Leben, LV 1871, Stuttgarter, Süddeutsche und Karlsruher Hinterbliebenenkasse. Zwei Dutzend Versicherer erhielten die Bewertung gut oder befriedigend.
Hochklassige Anbieter mit niedrigen Kostensätzen
Einige Versicherer darunter Axa, Karlsruher Leben, Nürnberger, Deutscher Ring und Alte Leipziger hätten hingegen so unvollständige Daten bereitgestellt, dass eine Bewertung nicht möglich gewesen sei, heißt es in der Studie des Map-Report. Diese Versicherer hätten auf dem Markt in den vergangenen Jahren deutlich schwächer abgeschnitten als die mit Bestnoten versehenen Anbieter. Die Musterschüler hätten ihren Marktanteil seit 1996 von 25 auf 29 Prozent gesteigert.
Der Marktanteil der Verweigerer sei dagegen von 18 auf 14 Prozent gefallen. Das liege zum Beispiel daran, dass die hochklassigen Anbieter mit niedrigen Kostensätzen wirtschafteten. Sie geben für Verwaltung und Vertrieb eine Summe aus, die 8,7 Prozent der jährlichen Prämieneinnahmen entspricht. Der Branchendurchschnitt liege bei 13,3 Prozent, der Durchschnitt der Datenverweigerer bei mehr als 15 Prozent.
Niedrige Beschwerdequoten
Bewertet wurden neben Kosten und Ertragsstärke auch die Qualität der Dienstleistungen. So wirkt sich zum Beispiel günstig auf die Note aus, wenn nur wenige Kunden gegen den Versicherer klagen oder sich bei der Aufsichtsbehörde beschweren. Niedrig ist die Beschwerdequote zum Beispiel bei der R+V in den vergangenen zehn Jahren, relativ hoch ist sie bei Arag und Aspecta gewesen.
Einen Hinweis auf die Zufriedenheit der Kunden geben auch die Stornoquoten. Besonders wenige Kündigungen haben die Direktversicherer Hannoversche und Cosmos, die jedes Jahr weniger als 2 Prozent ihres Bestandes auf diese Art verlieren. Im Branchendurchschnitt lag die Stornoquote in den vergangenen zehn Jahren dagegen bei rund 5 Prozent, die Werte der schwächsten Anbieter sogar bei mehr als 10 Prozent.
Text: ruh. / F.A.Z., 19.09.2007, Nr. 218 / Seite 21
Bildmaterial: FAZ.NET
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Performance-Index06.07.2009 17:35 |
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Euro-Aktien-Index06.07.2009 17:35 |
119,63 | 116,12 | 121,36 |
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