14. Dezember 2006 Der Abwärtstrend bei der Verzinsung von kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen scheint gestoppt. Allerdings werden die meisten der etwa 30 Millionen Versicherten noch einige Zeit auf spürbar steigende Erträge warten müssen. Die beiden größten deutschen Lebensversicherer, Allianz Leben und die R+V, haben am Donnerstag bekanntgegeben, daß sie die Guthaben ihrer Kunden im kommenden Jahr unverändert mit durchschnittlich 4,5 Prozent verzinsen werden. Das dürfte für die Masse des Marktes den Trend vorgeben.
Zuvor hatten einige Gesellschaften mittlerer Größe Erhöhungen bekanntgegeben. Das waren meist solche Anbieter, die zuvor unterdurchschnittlich verzinst hatten. So wird zum Beispiel die Victoria die durchschnittliche Gesamtverzinsung - das ist die Summe aus Garantiezins und Überschußbeteiligung - von 3,4 auf 3,6 Prozent erhöhen. Die Axa erhöht von durchschnittlich 3,5 auf 4 Prozent und die Gothaer von 4 auf 4,2 Prozent.
Durchschnittliche Verzinsung jahrelang gesunken
Wir rechnen damit, daß der Markt noch weiter zusammenrücken wird, sagt Andreas Schaefer, Analyst bei der WestLB. Die finanzschwächeren Anbieter, die lange Zeit weit unterdurchschnittlich verzinst haben, hätten mit der Erholung auf den Aktienmärkten wieder genügend Luft erhalten, um sich dem Marktdurchschnitt zu nähern. Die finanzstärkeren Anbieter wie die R+V und die Allianz hätten wegen ihrer höheren Aktienquoten sogar überproportional profitiert, hätten aber wegen ihrer guten Stellung im Wettbewerb offenbar bisher keine Veranlassung, die wiedergewonnene Finanzkraft für eine höhere Verzinsung zu nutzen. Daran werde sich vorerst nicht viel ändern, glaubt Schaefer.
Die Branche und ihre Kunden haben eine Durststrecke hinter sich. Von 2001 bis 2004 ging die durchschnittliche Gesamtverzinsung wegen hoher Verluste auf den Aktienmärkten und wegen der sinkenden Zinsen bei Neuanlagen in Anleihen von 7,1 auf 4,45 Prozent zurück. Das führte dazu, daß die für das Vertragsende in Aussicht gestellten Ablaufleistungen stark nach unten korrigiert wurden.
In den jährlichen Mitteilungen der Versicherer stehen neben den garantierten Leistungen, die sich nicht verändern, die erwarteten zusätzlichen Leistungen. Grundlage für diese Prognose sind die aktuelle Überschußbeteiligung und die Annahmen, daß sie bis zum Vertragsende konstant bleibt. Bis zum Jahr 2001 versprachen diese Prognosen hohe Auszahlungen, die weit über den Garantien lagen. Von da an ging es jahrelang bergab, so daß die Anleger zumindest auf dem Papier immer ärmer wurden. Mancher Sparer mußten lesen, daß sich die erhofften Leistungen Jahr für Jahr um viele tausend Euro verringerten.
Allianz will die Reserven stärken
Seit dem Jahr 2004 hat sich dieser Abwärtstrend verlangsamt. Die größte Anbieterin, die Allianz Leben, hat seitdem die Gesamtverzinsung unverändert gelassen, und die Masse des Marktes folgte. Allerdings fiel die durchschnittliche Verzinsung auf zuletzt knapp 4,3 Prozent, weil einige kleinere Versicherer weiter reduzieren mußten.
Mit ihnen scheint nun auch die Gegenbewegung zu beginnen, allerdings in einem vorsichtigen Tempo. Nach Ansicht von Manfred Poweleit, dem Herausgeber eines von Maklern gelesenen Branchendienstes, könnte es aber durchaus schneller gehen. Die Allianz habe in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt eine Nettorendite von rund 6 Prozent mit den Kapitalanlagen erzielt. Es sei also Luft für mehr. Zugleich würden der Konzernumbau und der Abbau der Beschäftigten mit dem Versprechen verbunden, die Allianz wolle sich stärker an den Bedürfnissen der Kunden orientieren. Da ist die unverändert niedrige Überschußbeteiligung ein unverständliches Signal, schimpft Poweleit.
Die Allianz hält entgegen, daß nicht alle Erträge direkt an den Kunden ausgeschüttet werden können, weil ein Teil auch für die Stärkung der Reserven gebraucht werde als Vorbereitung für schlechtere Jahre. Zudem werde die Zuweisung zum Fonds für Schlußgewinnanteile von 0,6 auf 0,8 Prozent erhöht. Neben Garantie und Überschuß, die vom Moment der Zuweisung an garantiert sind und auch wieder verzinst werden, stehen den Versicherten beim Vertragsende auch noch Schlußgewinne zu. Diese gelten allerdings als Risikopuffer und können bei einer ungünstigen Entwicklung auf den Kapitalmärkten wieder verlorengehen.
Text: ruh., F.A.Z., 15.12.2006, Nr. 292 / Seite 27
Bildmaterial: F.A.Z.
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 3,58 € | +4,07% |
| SAP | 32,21 € | +2,06% |
| Dt. Boerse | 55,89 € | +1,66% |
| Merck | 64,82 € | +1,22% |
| FMC | 37,71 € | +1,21% |
| Allianz | 84,00 € | −1,73% |
| Linde | 83,93 € | −1,79% |
| Dt. Bank | 49,90 € | −2,16% |
| Commerzbank | 5,91 € | −2,80% |
| Volkswagen | 76,25 € | −4,69% |
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22:55Wall Street schließt gut behauptet - Technologiewerte gesucht
22:17EUREX/Renten-Futures schließen kaum verändert
22:12EUREX/DAX-Futures schließen etwas fester
22:06XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 Uhr): 5.862 (XETRA-Schluss: 5.831) Pkt
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.831,21 | −0,23% |
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Performance-Index18.12.2009 17:35 |
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Euro-Aktien-Index18.12.2009 17:35 |
141,85 | 140,95 | 129,84 |
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