Medienschau

Autoabsatzzahlen fallen weltweit in den Keller

07. Januar 2009 

Unternehmen

Deutsche Bank darf in China ins Kapitalmarktgeschäft einsteigen

Die Deutsche Bank kann in China ins Kapitalmarktgeschäft einsteigen. Die Wertpapier-Regulierungsbehörde genehmigte nach Angaben der Bank vom Dienstag ein Gemeinschaftsunternehmen mit der chinesischen Shanxi Securities. An der Zhong De Securities werde das größte deutsche Geldhaus die ausländischen Instituten maximal erlaubten 33,3 Prozent halten. Das Joint Venture solle Börsengänge und die Ausgabe von Schuldverschreibungen chinesischer Firmen begleiten.

Der chinesische Kapitalmarkt übt große Anziehungskraft auf ausländische Banken aus. Die Finanzkrise führt dazu, dass ihnen die Erträge an den Kapitalmärkten der Vereinigten Staaten und Europas wegbrechen. Sie setzen daher verstärkt auf Schwellenländer. In China kommen die Institute wegen der hohen Hürden auf dem stark regulierten Markt aber nur zäh voran.

Die chinesische Regierung erlaubt erst seit kürzerem wieder größere Auslandsinvestitionen in heimische Wertpapierfirmen.
Mit Shanxi hatte sich die Deutsche Bank schon vor einem halben Jahr geeinigt, musste aber bis jetzt auf die Genehmigung warten. Die UBS, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Credit Suisse sind in China bereits mit Joint Ventures vertreten. Ende 2008 hatten die australische Macquarie und die chinesische Hengtai Securities vereinbart, ein gemeinsames Wertpapierunternehmen auszuloten.

Im chinesischen Privatkundenmarkt ist die Deutsche Bank seit mehr als zwei Jahren aktiv. Im März stockte sie ihren Anteil an der Hua Xia Bank für 350 Millionen Euro auf knapp 14 Prozent auf. Das Frankfurter Institut darf seit einem Jahr auch
Bankleistungen in der lokalen Währung Yuan anbieten. (Reuters)

Q-Cells-Zulieferer LDK schraubt Umsatzerwartung herunter

Der chinesische Solartechnikkonzern LDK hat seine Umsatzerwartungen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2009 heruntergeschraubt. Die Finanzkrise habe in der Solarbranche zu einem Nachfragerückgang geführt, erklärte der in New York gelistete Konzern am Montagabend. LDK-Aktien gaben nachbörslich knapp 14 Prozent nach. LDK produziert Siliziumscheiben, sogenannte Wafer, und beliefert auch den weltgrößten Solarzellenhersteller Q-Cells. Anfang Dezember hatte das deutsche Unternehmen selbst die Branche mit einer Gewinnwarnung geschockt.

Nach vielen Jahren mit riesigen Wachstumsraten bekommt auch die Solarbranche die weltweite Konjunkturflaute zu spüren. Die Finanzierung von Solarprojekten ist schwieriger geworden, weil sich Banken mit der Vergabe von Krediten und Regierungen mit der Bewilligung großzügiger Subventionen zurückhalten. (Reuters)

Autoabsatzzahlen fallen weltweit in den Keller

Die Talfahrt der weltweiten Autobranche geht ungebremst weiter. Die Vereinigten Staaten, Frankreich und Japan meldeten für Dezember dramatische Absatzeinbrüche. Auf dem weltgrößten Automarkt Vereinigten Staaten büßten die heimischen
Platzhirsche, Branchenprimus Toyota und BMW, besonders stark ein. Die übrigen deutschen Hersteller schlugen sich besser, erlitten aber ebenfalls Verluste. Opel erklärte am Montag, die Kundschaft künftig mit umfassenden Preissenkungen zu locken. Für Europa sehen Analysten aber auch 2009 schwarz - und rechnen mit weiteren Absatzrückgängen von rund 15 Prozent.

„Keine Gewinne, keine Dividenden - das wird wahrscheinlich die Lage der Autobranche 2009 sein“, schrieben Analysten der Citigroup. 2008 erlebte Spanien mit minus 28 Prozent den größten Einbruch. In Italien sanken die Verkäufe um 13 Prozent, in Frankreich - auch dank einer staatlichen Abwrackprämie für Altautos - nur um 0,7 Prozent. In Deutschland rechnete der Autoverband VDA zuletzt mit einem Rückgang von knapp 0,2 Prozent auf 3,1 Millionen Pkws. Experten fürchten aber, dass die für Dienstag erwarteten Zahlen schlechter ausfallen könnten. 2009 geht der VDA nur noch von 2,9 Millionen Autos aus.

In den Vereinigten Staaten erlitt Chrysler im Dezember mit einem Absatzminus von 53 Prozent den größten Einbruch. Der größte amerikanischen Hersteller General Motors verlor 31 Prozent, Nummer zwei Ford 32 Prozent. Der lange erfolgsverwöhnte Branchenführer Toyota verzeichnete ein Minus von 37 Prozent. Im Gesamtjahr schrumpften die amerikanischen Absätze bei Chrysler um 30 Prozent, bei GM um 23 Prozent, bei Ford um 20 Prozent und bei Toyota um 16 Prozent.

Unter den deutschen Herstellern, die in den Vereinigten Staaten nur Nischenanbieter sind, war Porsche 2008 der größte Verlierer. Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche litt besonders unter den gestiegenen Benzinpreisen und verzeichnete einen Absatzrückgang von gut einem Viertel. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte mehrfach beteuert, lieber weniger Autos zu verkaufen als Preise zu senken.

Der Münchner Autobauer BMW verzeichnete 2008 ein Minus von 9,7 Prozent. Im Dezember brach der Absatz der Marken BMW und Mini um 35,9 Prozent ein. Bei Volkswagen betrug das Minus 2008 3,2 Prozent und im Dezember 14,4 Prozent. „Wir haben fünf neue Modelle auf den Markt gebracht, mit denen wir uns gegen den wirtschaftlichen Abschwung stemmen konnten“, sagte Vertriebschef Mark Barnes. Die VW-Oberklassenmarke Audi verzeichnet 2008 ein Minus von 6,1 Prozent.

Am besten schnitt der Stuttgarter Daimler-Konzern ab. Der in den Vereinigten Staaten vor einem Jahr eingeführte Kleinwagen Smart war erfolgreicher als erwartet und begrenzte den Rückgang der Verkaufszahlen auf 1,5 Prozent. Die Marke Mercedes-Benz musste 2008 ein Minus von 11,2 Prozent hinnehmen, im Dezember brach der Absatz um 32 Prozent ein.

Die GM-Tochter Opel kündigte wegen der weltweiten Absatzflaute an, die Modelle Astra, Corsa, Zafira und Meriva offiziell um gut acht Prozent billiger zu verkaufen. VW, BMW und Daimler hatten vor kurzem trotz sinkender Verkaufszahlen die Preise
noch erhöht. Zum Listenpreis gehen ohnehin derzeit nicht viele Neuwagen an den Kunden. Händler werben aggressiv mit Rabatten oder nutzen sogenannte Tageszulassungen, um praktisch neue Fahrzeuge als Gebrauchtwagen zu verkaufen.

In Frankreich sanken die Verkäufe von Neuwagen im Dezember um 15,8 Prozent. Im Gesamtjahr bewahrte eine Abwrackprämie, über die auch in Deutschland diskutiert wird, den Markt vor Schlimmerem: Wie der Branchenverband CNPA berichtete, hat sich jeder dritte Neuwagenkäufer die Prämie gesichert. Der Staat schießt den Käufern von umweltfreundlichen Neuwagen 1000 Euro zu, wenn sie sich von einem mindestens zehn Jahre alte Fahrzeug trennen. Als umweltfreundlich gelten Wagen, die weniger als 160 Gramm Kohlendioxid ausstoßen.

Auch in Asien hinterlässt die Branchenkrise immer tiefere Spuren. In Japan sank die Zahl der verkauften Wagen 2008 um 6,5 Prozent auf 3,21 Millionen Stück - der schlechteste Wert seit über 30 Jahren. Im Dezember war das Minus mit 22 Prozent so groß wie noch nie zuvor in diesem Monat. „Wir hätten nie vermutet, dass die Zahlen so stark zurückgehen könnten“, klagte der Direktor des Autoverbands, Takeshi Fushimi: „Das ist eine trostlose Situation.“ In Südkorea ging der Autoabsatz ebenfalls
zurück. Und auch in China gibt es nach Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten Probleme. Die Regierung plant deshalb laut einem Medienbericht Steuernachlässe und Anreize für die Entwicklung umweltfreundlicherer Fahrzeuge. (Reuters)

Bridgestone erwartet Gewinneinbruch von 15 Prozent

Continental-Rivale Bridgestone geht einem Zeitungsbericht zufolge 2009 von einem Gewinneinbruch aus. Der japanische Reifenhersteller rechne mit einem Rückgang des Betriebsgewinns um 15 Prozent auf rund 100 Milliarden Yen (rund 788.000 Euro), berichtet die Finanzzeitung „Nikkei“ am Montag ohne Quellenangabe. Im Dezember hatte Bridgestone wegen des Absatzeinbruchs auf dem Automarkt sein Gewinnziel für 2008 auf 118 Milliarden Yen reduziert. 2007 verbuchte der Konzern ein Plus von 249,96 Milliarden Yen.

Der Umsatz werde im Vergleich zu 2008 wahrscheinlich um zehn Prozent zurückgehen, berichtet das Blatt weiter. Immer mehr Zulieferer weltweit geraten wegen der Flaute auf dem Automarkt ins Straucheln. (Reuters)

Toyota drosselt Produktion weiter

Angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie hat Toyota eine weitere Drosselung der Produktion beschlossen. Wie der japanische Autobauer am Dienstag mitteilte, sollen im Februar und März in zwölf inländischen Werken die Bänder für elf Tage stillstehen. Zuvor hatte Toyota bereits eine dreitägige Produktionsunterbrechung für Januar in fast allen japanischen Werken angekündigt. Außerdem soll die Produktion in 13 Teilefabriken inner- und außerhalb des Landes zurückgefahren werden.
Erst kürzlich hatte Toyota seine Verkaufserwartung für das vergangene Jahr um vier Prozent auf 8,96 Millionen Fahrzeuge gesenkt. Erstmals in der Firmengeschichte geht der Hersteller für das Fiskaljahr 2008 auch von einem operativen Verlust aus. (dpa)

Schaeffler reicht Conti-Aktien an Finanzinstitute weiter

Der Schaeffler-Konzern hat weitere Aktienpakete des Hannoveraner Autozulieferers Continental an Finanzinstitute weitergereicht. Wie Conti am Montag mitteilte, ist der Stimmrechtsanteil von Schaeffler dadurch zwischenzeitlich auf 15,2 Prozent gesunken. Schaeffler darf der Übernahmevereinbarung zufolge bis August 2012 maximal 49,99 Prozent der Conti-Aktien halten.

Dem fränkischen Familienunternehmen wurden jedoch 82 Prozent der Anteile angedient, acht Prozent hielt es zudem bereits. Schaeffler muss deshalb rund 40 Prozent der Aktien weiterreichen. „Damit haben wir bereits begonnen“, sagte Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck am Montag. Es handle sich um außerbörslich erworbene Anteile. Das Angebot an die Aktionäre der Continental AG soll am 8. Januar vollzogen werden.

Die Anteile werden nach Sieverdingbecks Worten wie geplant an Finanzinstitute weitergereicht. So gab das Frankfurter Bankhaus Metzler am Montag bekannt, dass es nun 3,99 Prozent der Conti-Anteile hält. Zuvor hatte schon die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim mitgeteilt, bei Continental eingestiegen zu sein und 5,48 Prozent zu halten. (dpa-AFX)

Hochtief-Tochter Leighton nimmt Gewinnprognosen zurück

Die australische Hochtief-Tochter Leighton muss ihre Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr zurücknehmen. Grund seien Abschreibungen auf Beteiligungen auf Bergbau-Dienstleister und Mautstraßenbetreibern wegen der Wirtschaftskrise, teilte das Bauunternehmen am Dienstag mit. Das Wachstum des operativen Gewinns werde 2008/09 auch wegen der schlechteren Aussichten in der Immobilienentwicklung mit acht Prozent auf 650 Millionen australische Dollar (gut 340
Millionen Euro) nur halb so hoch ausfallen wie im November angekündigt, räumte Leighton ein.

Analysten hatten ebenfalls mit einem Plus von 15 Prozent gerechnet. Die eingetrübten Aussichten drückten die Leighton-Aktie an der Börse in Sydney um 11,8 Prozent auf 25,00 australische Dollar.

Für die erste Hälfte des Geschäftsjahres, über das Leighton am 12. Februar berichten will, erwartet das Bauunternehmen einen operativen Gewinn von 270 Millionen australischen Dollar, acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn werde aber auf Grund von Wertberichtigungen auf den Minen-Dienstleister MacMahon Holdings sowie die börsennotierten Mautstraßen ConnectEast und BrisConnections rund 170 Millionen australische Dollar niedriger ausfallen als geplant.

Hochtief hält trotz der Wertberichtigung an seinen Erwartungen für das vergangene Jahr fest. Leighton habe nur eine Wertberichtigung auf börsennotierte Engagements per 31. Dezember 2008 vorzunehmen, hieß es. „Das operative Geschäft von Leighton ist weiterhin in sehr guter Verfassung“, unterstrich Hochtief. (Reuters)

Logitech baut weltweit 15 Prozent der Stellen ab

Der in der Schweiz ansässige Computerzubehörkonzern Logitech streicht 15 Prozent seiner weltweit rund 9.400 Stellen. Der weltgrößte Produzent von Computermäusen begründete die Maßnahme am Dienstag mit einem Einbruch des Einzelhandelsgeschäfts im Dezember. Zugleich nahm Logitech seine im vergangenen Oktober bereits deutlich nach unten korrigierten Umsatz- und Ertragsziele vollständig zurück, ohne neue Ziele für das Ende März 2009 endende Geschäftsjahr 2008/2009 zu nennen.

Logitech rechnet laut der Mitteilung in den kommenden Monaten mit einer weiteren Verschlechterung des Umfelds und richtet sich auf eine anhaltende Abschwächung ein. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Romanel-sur-Morges im Waadtland, produziert aber vor allem im kalifornischen Fremont. (AP)

Deutsche Börse mit Umsatzeinbruch auf Xetra

Die Deutsche Börse hat im Dezember einen Umsatzeinbruch auf dem elektronischen Handelssystem Xetra verzeichnet. Auch an der Terminbörse Eurex sank die Zahl der gehandelten Kontrakte erneut. Im vergangenen Monat wurden auf Xetra laut Orderbuchstatistik 94,3 Milliarden Euro umgesetzt - ein Minus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Dezember 2007: 142,3 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Im Parketthandel der Frankfurter Wertpapierbörse stieg der Umsatz dagegen um 8 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro (Dezember 2007: 8,8 Milliarden Euro). Der Umsatz auf beiden Handelsplattformen ging damit im Vergleich zum Vorjahr von 151,1 auf 103,7 Milliarden Euro zurück.

Auf das Gesamtjahr gesehen sank der Umsatz auf Xetra um zehn Prozent auf 2,1 Billionen Euro (Vorjahr 2,4 Bio Euro). Im Präsenzhandel der Börse Frankfurt ging der Umsatz um 30 Prozent auf 112,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 162,1 Milliarden Euro) zurück. (dpa-AFX)

Dresdner verhandelt über Staatshilfe

Auch die Dresdner Bank will nach einem Pressebericht unter den staatlichen Rettungsschirm schlüpfen. Grund sei neuer Finanzbedarf, der auch die Übernahme durch die Commerzbank belaste, schreibt das „Handelsblatt“ (Dienstag) unter Berufung auf Finanzkreise. Kurz vor Abschluss des Geschäfts verhandelten die Noch-Dresdner-Mutter Allianz und die Commerzbank mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) über staatliche Hilfen, hieß es. Ein Gespräch dazu habe am Montag stattgefunden. Die Verhandlungen sollen nach Angaben der Zeitung in der kommenden Woche abgeschlossen sein.

Laut „Handelsblatt“ geht es unter anderem um die Absicherung von Wertpapieren der Dresdner Bank. Angesichts der angespannten Lage auf den Finanzmärkten wachse die Furcht vor weiteren Ausfällen, hieß es. Für das abgelaufene vierte Quartal rechneten Bankenaufseher mit hohen Verlusten der Institute. Sprecher von Dresdner Bank, Commerzbank, Allianz und SoFFin wollten sich gegenüber der Zeitung nicht zu dem Thema äußern.

Die Dresdner Bank hat noch keine Hilfe in Anspruch genommen, die Commerzbank hingegen schon. Durch die Finanzkrise und die Belastungen aus dem Kauf der Dresdner Bank war die Kapitaldecke der Commerzbank bis Ende September auf international vergleichsweise niedrige 7,3 Prozent geschrumpft. Sie soll durch die staatliche Hilfe wieder auf knapp 11 Prozent steigen. (dpa-AFX)

Commerzbank vor Ausgabe staatlich garantierter Anleihe

Die Commerzbank rüstet sich einem Zeitungsbericht zufolge in Kürze mit frischen Milliarden für die bevorstehende Übernahme der Dresdner Bank. Wie die „Financial Times Deutschland“ (Dienstagausgabe) vorab unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, geben die Frankfurter noch in dieser Woche als erstes deutsches Geldhaus eine staatlich garantierte Anleihe auf den Markt. Das Volumen solle bei ein bis zwei Milliarden Euro liegen. Für die staatlich garantierten Bonds steht die öffentliche Hand bei einem möglichen Ausfall gerade. (Reuters)


Wirtschaft

Zweites amerikanischen Konjunkturpaket nimmt Formen an

Das milliardenschwere staatliche Konjunkturpaket für die schwächelnde amerikanischen Wirtschaft nimmt Formen an: Am Montag traf sich der designierte amerikanischen Präsident Barack Obama mit Vertretern der Demokraten und Republikaner aus Senat und Repräsentantenhaus um über Details des Unterstützungspaketes für die heimische Wirtschaft zu verhandeln.

Das Volumen des Konjunkturpakets wird nach offiziellen Angaben bei rund 800 Milliarden Dollar liegen; die Gesamtkosten könnten sich nach Einschätzung von Kongressmitgliedern sogar auf mehr als 1 Bill Dollar belaufen. Laut dem Mehrheitsführer im amerikanischen Senat, Harry Reid, ließ Obama in den Verhandlungen durchblicken, dass eine Reihe von Wirtschaftsberatern ein Volumen des Unterstützungspakets von sogar bis zu 1,3 Milliarden Dollar gefordert hatten.

Das ursprüngliche Ziel, das Subventionsprogramm noch vor der Amtseinführung Obamas am 20. Januar zu verabschieden, wird allerdings wohl verfehlt. Obama selbst sagte nach den Gesprächen mit der Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und Reid, dass ein Großteil des Paketes Ende Januar oder in der ersten Februarwoche stehen werde.

Einige Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturstimulationsprogramms sind bereits abgesteckt. Obama setzt vor allem auf die Wirkung niedriger Steuern: Rund 300 Milliarden Dollar sollen in Form von Steuersenkungen Privathaushalten sowie Unternehmen zu Gute kommen.

Außerdem sollen den amerikanischen Bundestaaten Zuschüsse in Höhe von insgesamt 150 Milliarden bis 200 Milliarden Dollar gezahlt werden, um die Finanzierung der steigenden Ausgaben für den Gesundheits- und den Bildungssektor zu unterstützen.

300 Milliarden bis 350 Milliarden Dollar sollen von staatlicher Seite investiert werden. Unter anderem sollen diese Mittel in die Infrastruktur, das Energieversorgungsnetz und den Gesundheitssektor fließen.

Weitere Details zum Unterstützungspakets zwischen müssen nun in den Verhandlungen zwischen Senat und Repräsentantenhaus vereinbart werden.

Obama sagte mit Blick auf die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Arbeitsmarktdaten für Dezember, es sei ein Plan entwickelt worden, der die Menschen wieder in Arbeit bringen werde. Die Arbeitsmarktdaten im Dezember würden wohl „ernüchternd“ ausfallen. In der nahen Zukunft stünden „außergewöhnliche wirtschaftliche Herausforderungen“ bevor, so der künftige amerikanischen Präsident. (Dow Jones)

HDE-Präsident warnt vor Pleitewelle im Einzelhandel

Der Einzelhandelsverband HDE hat vor einer Pleitewelle in der Branche gewarnt. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser sagte der „Bild“-Zeitung zufolge, wegen der Änderungen bei der Gewerbesteuerberechnung stünden Tausende Fachgeschäfte vor dem Aus. „Die Regierung besteuert ab diesem Jahr die Ausgaben für die Ladenmiete“, wurde er weiter zitiert. „Deshalb müssen die Unternehmen deutlich mehr Gewerbesteuer zahlen, auch wenn sie wegen der Wirtschaftskrise keinen Gewinn mehr machen“, betonte der Verbandspräsident.

Er forderte die Regierung auf, die „absurde Steuerpolitik“ zu beenden und die Reform der Gewerbesteuer im nächsten Konjunkturpaket rückgängig zu machen. Sanktjohanser fügte laut „Bild“ hinzu: „Sonst treibt der Staat Tausende mittelständische Fachgeschäfte in den Ruin.“ (AP)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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