01. April 2009 Der jüngste Zickzackkurs am deutschen Aktienmarkt setzt sich am Mittwoch zum Handelsstart fort. Nach den deutlichen Vortagesgewinnen und belastet von bröckelnden amerikanischen Futures fällt der Dax um 1,4 Prozent auf 4028 Zähler. Der MDax der mittelgroßen Werte gibt um 1 Prozent auf 4379 Zähler nach. Der TecDax verliert 0,3 Prozent auf 478 Punkte.
Unternehmensnachrichten sind dünn gesät. Im Verlauf könnten Konjunkturdaten aus Deutschland und der EU sowie am Nachmittag aus den Vereinigten Staaten nochmals Bewegung bringen. Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba merkt an, dass die Vortagesgewinne am deutschen Aktienmarkt einmal mehr bei einem nur unterdurchschnittlichen Handelsvolumen zustande gekommen seien, was Zweifel an der Nachhaltigkeit der Bewegung aufkommen lässt. Wichtig für den Dax sei die Unterstützungsmarke bei 4010 Zählern - deren Bruch würde zu einer schnellen Abwärtsbewegung führen.
Eine negative Studie lässt den Aktienkurs von Thyssen-Krupp um 2,9 Prozent auf 12,79 Euro sinken. Morgan Stanley schraubte das Kursziel von 16 auf 11 Euro nach unten und blieb beim Votum Underweight. Die Titel des Stahlkonkurrenten Salzgitter verlieren 2,4 Prozent auf 41,08 Euro.
Der Aktienkurs der Merck KGaA gibt nach einem Gespräch des Unternehmenschefs Karl-Ludwig Kley mit der FAZ sowie einer Studie um 1,2 Prozent auf 65,77 Euro nach. Ein Händler meint, die Aussagen vor allem zur Chemiesparte seien sicherlich negativ, Merck werde aber nicht als Chemieunternehmen wahrgenommen und entsprechend bleibe die Kursrelevanz begrenzt. Zudem hätten die Experten von Nomura in einer Ersteinstufung Merck-Papiere zum Kauf empfohlen.
Im MDax büßen Titel der Hypo Real Estate (HRE) als Schlusslicht 7,3 Prozent auf 1,15 Euro ein. Der Bund wird den Aktionären des angeschlagenen Immobilienfinanzierers weitaus weniger zahlen als den Nennwert der Anteilsscheine von 3 Euro, wie Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in einem Interview mit dem Handelsblatt erklärte. Er werde den Altaktionären auf jeden Fall nur so viel zahlen, dass die Interessen des Bundes gewahrt bleiben. Ein Händler sieht das Interview als Dämpfer für Spekulationen um die Höhe eines möglichen Übernahmeangebotes.
Im SDax stürzt der Kurs der Papiere von Vivacon nach enttäuschenden Zahlen um 19,5 Prozent auf 1,69 Euro ab. Am Vorabend nach Börsenschluss hatte die Immobiliengesellschaft für 2008 einen Konzernverlust von 160 bis 170 Millionen Euro angekündigt. Allein Sondereffekte sorgten für eine Belastung von 140 Millionen Euro. Diese Mitteilung klingt nicht gerade vertrauenerweckend und sollte für noch mehr Unsicherheit über das Unternehmen sorgen, merkt ein Händler kritisch an.
Rentenmärkte tendieren uneinheitlich
Die Renten-Futures zeigen sich am Mittwoch nach festerem Start uneinheitlich. Der Bund-Future mit Fälligkeit im Juni legt 4 Basispunkte auf 124,50 Prozent zu, der Bobl-Future fällt dagegen um 6 Basispunkte auf 116,56 Prozent.
Sowohl am Berichtstag wie auch für die kommenden Tage stehen für den Rentenmarkt eine ganze Reihe wichtiger Nachrichten auf der Agenda. Am Nachmittag könnte der ADP-Arbeitsmarktbericht einen ersten Indiz auf den amerikanischen Arbeitsmarktbericht am Freitag liefern. Es wird davon ausgegangen, dass die Privatwirtschaft im März weitere 656.000 Stellen verloren hat. Zudem steht der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe in den Vereinigten Staaten zur Veröffentlichung an.
Charttechnisch positiv wird von technischen Analysten gewertet, dass der Abwärtstrend am Vortag herausgenommen wurde. Eine wichtige Unterstützung werde im Bereich von 123,90 Prozent gesehen, bei 124,71 Prozent liege dagegen die wichtige Hürde für die Fortsetzung der laufenden Aufwärtsbewegung.
Eurokurs fällt
Der Kurs des Euro fällt am Mittwoch. Die Gemeinschaftswährung kostete im frühen Handel 1,3188 Dollar. Ein Dollar war 0,7581 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,3308 (Montag: 1,3193) Dollar festgesetzt.
Die zuletzt wieder schwach ausgefallenen Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten hätten die Unsicherheit erhöht und belasten so den Euro, sagen Händler. Mehr und mehr dürften sich die Anleger für die EZB-Sitzung am Donnerstag positionieren. Sie dürften dabei darauf setzen, dass die Zentralbank ihren Instrumentenkasten um den Rückkauf von privaten Anleihen erweitert. Ihren Leitzins wird die Notenbank nach Einschätzung von Volkswirten um 0,5 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent reduzieren.
Asiens Börsen mehrheitlich im Plus
Die Börsen in Asien haben am Mittwoch mehrheitlich höher tendiert. Autowerte sorgten vor allem in Japan und Südkorea für Gewinne, nachdem eine Lösung um den angeschlagenen amerikanischen Autobauer General Motors näher zu rücken schien. In den Tokioter Aktienmarkt floss am ersten Tag des neuen Steuerjahres zudem frisches Geld, was etwa Sony einen Kursgewinn von über sechs Prozent bescherte. Nur der Handelsplatz in Hongkong verzeichnete Verluste.
In Tokio gewann der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund drei Prozent auf 8351 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 2,6 Prozent im Plus bei 793 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Taiwan, Singapur und der chinesische Leitindex notierten fester, während die Börse in Hongkong schwächer tendierte.
Aktien von Toyota legten in Tokio um 4,8 Prozent zu. Honda-Papiere stiegen um 6,7 Prozent, die Anteilsscheine von Nissan sogar um zehn Prozent. Sobald bei den amerikanischen Autobauern eine Entscheidung getroffen sei, werde der Markt von einem negativen Faktor befreit, meinte Yutaka Miura von Shinko Securities. In Südkorea gewannen die Aktien von Hyundai über fünf Prozent in der Hoffnung, von General Motors weltweit Marktanteile übernehmen zu können.
Der Konjunkturbericht der japanischen Notenbank hatte dagegen nur wenig Einfluss auf den Aktienhandel. Der Bericht wies ein Stimmungstief in der zweitgrößten Volkswirtschaft aus. Das Vertrauen in die Entwicklung ging demnach in den drei Monaten bis März um 34 Punkte und damit so stark wie nie zurück und erreichte ein Minus von 58 Punkten. Dies war noch schlechter als ohnehin bereits erwartet. Die Börse in Tokio profitierte dennoch von einer großen Nachfrage nach Finanzwerten. Aktien des heimischen Branchenführers Mitsubishi UFJ Financial legten um vier Prozent zu, die der zweitplazierten Mizuho Financial Group um 1,6 Prozent.
Aktienkurse in Hongkong am Mittag nach Konjunkturdaten leichter
Schwache chinesische Konjunkturdaten lassen die Aktienkurse in Hongkong am Mittwochmittag (Ortszeit) leichter tendieren. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Hang-Seng-Index (HSI) 1 Prozent oder 139 Punkte auf 13.437. Der chinesische Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes war im März auf einen Stand von 44,8 von 45,1 im Vormonat gefallen. Der Index lag den achten Monat in Folge unter der Marke von 50. Ein Wert oberhalb dieser Schwelle indiziert eine Expansion der Wirtschaftsaktivität, ein Wert unter 50 eine Schrumpfung.
Die Daten hätten den Anlegern die Schwäche der chinesischen Wirtschaft vor Augen geführt, sagen Beobachter. Viele fragten sich nun, was passiere, wenn die erhofften Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Regierung ausblieben.
Die Daten belasten vor allem die Aktien von Unternehmen mit Sitz in der Volksrepublik China. China Mobile fallen um 3,0 Prozent auf 65,50 Hongkong-Dollar. China Life sinken um 2,3 Prozent auf 25,10 Hongkong-Dollar und China Construction Bank um 3,6 Prozent auf 4,24 Hongkong-Dollar. Diese drei Titel tragen gemeinsam 101 Punkte zum Verlust des HSI bei. Gegen den Trend gesucht sind BOC HK, die um 9,7 Prozent auf 8,70 Hongkong-Dollar steigen. Die Muttergesellschaft Bank of China will ihre Beteiligung an der Bank aufstocken.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss
Die Aktienkurse haben am Dienstag in Amerika nachbörslich leichter tendiert. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,9 Prozent auf 1225,94 Punkte.
Die Aktien der Apollo Group gaben nach, obwohl das Unternehmen im zweiten Geschäftsquartal die Gewinnzone erreicht und auch die Durchschnittsprognose übertroffen hatte. Der Kurs sank um 5,2 Prozent auf 74,21 Dollar.
Sealy´s legten vorübergehend um 4,0 Prozent auf 1,55 Dollar zu, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass der Nettogewinn im ersten Quartal um 71 Prozent gefallen ist, weil die Umsätze in den Vereinigten Staaten und international zurückgegangen seien. Der Gewinn lag damit zwar über den Analystenerwartungen, aber der Umsatzrückgang setze einen breiteren Trend seit Herbst letzten Jahres fort und belaste, hieß es. Sealy´s fielen auf 1,49 Dollar zurück, was dem Schlusskurs der regulären Sitzung entsprach.
Wall Street schließt fest
Die Aktienkurse an Wall Street haben am Dienstag wieder angezogen. Späte Verkäufe dämpften die Stimmung etwas. Gesucht waren vor allem die jüngsten Gewinner aus dem Finanz- und dem Technologiesektor.
Händler sagten, dass die Gewinne vor allem auf Vermögens-Manager zurückzuführen seien, die so genanntes window dressing betrieben. Dabei kaufen diese stark gelaufene Titel der jüngsten Zeit, um diese in den vierteljährlichen Berichten ihren Kunden in den Büchern zu präsentieren zu können.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) gewann 1,2 Prozent auf 7.609 Punkte. Der S&P-500 legte um 1,3 Prozent oder auf 798 Punkte zu, der Nasdaq Composite kletterte um 1,8 Prozent auf 1.529 Stellen.
Das ist kein großer Bullenmarkt, kommentierte ein Analyst die Marktsituation, der davon ausgeht, dass die großen Indizes noch mindestens drei Monate in einer Handelsspanne gefangen bleiben werden. Es gebe aber auf alle Fälle einen Wechsel in der Wahrnehmung, fügte er hinzu. Die Anleger kaufen eher in die Schwäche als dass sie in die Stärke verkaufen. Das ist eine gute Veränderung.
Die jüngsten Konjunkturdaten hatten nur wenig Einfluss auf die Kursentwicklung. Der Case-Shiller-Hauspreisindex für Januar war schwach aber im Bereich der Prognose ausgefallen, der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago ist schwächer als erwartet ausgefallen, vermag aber angesichts des ohnehin schwachen Niveaus nicht mehr zu schrecken. Gleiches galt wohl für das Verbrauchervertrauen, das ebenfalls niedriger als prognostiziert hereinkam, so ein Marktkenner.
Erneut unter Druck standen General Motors (GM). Die Aktien des angeschlagenen Autobauers gaben um weitere rund 28 Prozent auf 1,94 Dollar nach und waren das Schlusslicht im Dow. Am Vortag war der Kurs bereits um 25 Prozent gefallen, nachdem das Weiße Haus die von GM und Chrysler vorgelegten Sanierungspläne als unzureichend zurückgewiesen hatte. Ford verloren 4,7 Prozent auf 2,63 Dollar.
Tagessieger im Dow waren die Finanzwerte mit Kursgewinnen von 13,1 Prozent bei Bank of America und 9,5 Prozent bei der Citigroup. Daneben schossen auch Alcoa um knapp 10 Prozent deutlich nach oben. Beide Branchen hatten am Vortag zu den größten Verlierern gehört.
Unter den Technologietiteln legten Microsoft um 5,1 Prozent auf 18,37 Dollar zu, nachdem Davenport die Aktie auf Buy hochgestuft und auf eine höhere PC-Nachfrage in den Vereinigten Staaten und China verwiesen hatte. IBM kletterten um 2,5 Prozent auf 96,89 Dollar und Intel um 2,2 Prozent auf 15,05 Dollar.
Genzyme legten mit 0,7 Prozent auf 59,39 Dollar zu. Bayer HealthCare hatte mit dem amerikanischen Unternehmen strategische Vereinbarungen über mehrerer Onkologie-Produkte von Bayer sowie die weitere Entwicklung und Vermarktung des Wirkstoffs Alemtuzumab gegen Multiple Sklerose (MS) getroffen.
Amerikanische Anleihen etwas fester
Die amerikanischen Anleihen zeigen sich am Dienstag im späten New Yorker Geschäft mit leichten Aufschlägen. Händler begründeten diese mit enttäuschenden Konjunkturdaten und Käufen zum Quartalsende, mit denen Investoren zum Stichtag weniger riskante Positionen aufzeigen wollen. Die Kursaufschläge an den Aktienmärkten hätten größere Gewinne verhindert, hieß es. Gleichwohl verbuchten die Anleihen die erste positive Monatsbilanz in diesem Jahr.
Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 2,750 Prozent stiegen um 10/32 auf 100-20/32 und rentierten mit 2,68 Prozent. Der mit 3,500 Prozent verzinste Longbond gewann 28/32 auf 99-3/32. Seine Rendite stand bei 3,55 Prozent.
Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Gesamt- Index |
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|---|---|---|---|
Aktien-Index06.11.2009 13:00 |
1315,77 | 1321,61 | 1260,60 |
Performance-Index06.11.2009 17:35 |
291,63 | 292,08 | 274,04 |
Euro-Aktien-Index06.11.2009 17:35 |
139,56 | 136,19 | 124,82 |
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Lufthansa | 11,06 € | +2,98% |
| Daimler | 33,21 € | +1,68% |
| MAN | 56,17 € | +1,37% |
| Volkswagen | 109,18 € | +1,32% |
| Commerzbank | 6,95 € | +1,16% |
| FMC | 34,93 € | −0,60% |
| Münchener Rück. | 105,31 € | −0,84% |
| BASF | 37,55 € | −0,84% |
| Salzgitter | 62,96 € | −0,88% |
| SAP | 31,45 € | −0,95% |
Finanzminister der G-20 wollen an Konjunkturmaßnahmen festhalten
22:59US-Anleihen notieren im späten Geschäft gut behauptet
22:43Wall Street schließt gut behauptet - US-Arbeitsmarkt belastet nur kurz
22:19EUREX/Renten-Futures schließen knapp behauptet
22:16EUREX/DAX-Futures schließen etwas fester - Erholt von Tagestiefs
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.488,25 | +0,13% |
| TecDAX | 749,78 | −0,03% |
| MDAX | 7.084,74 | +0,96% |
| SDAX | 3.465,16 | +1,09% |
| REX | 372,70 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.794,25 | +0,03% |
| Dow Jones | 10.023,40 | +0,17% |
| Nasdaq 100 | 1.730,76 | +0,56% |
| S&P500 | 1.069,30 | +0,25% |
| Nikkei225 | 9.789,35 | +0,74% |
| EUR/USD | 1,4847 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 76,05 $ | −2,70% |
| Gold | 1.096,75 $ | +0,71% |
| Bund Future | 120,85 € | −0,18% |
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Aktien-Index06.11.2009 13:00 |
1315,77 | 1321,61 | 1260,60 |
Performance-Index06.11.2009 17:35 |
291,63 | 292,08 | 274,04 |
Euro-Aktien-Index06.11.2009 17:35 |
139,56 | 136,19 | 124,82 |
Die DDR war schon Jahre zuvor am Rande der Kapazität,
12:13Was, Herr Klier, hat die Gleichberechtigung...
12:12Selbst um den Preis von Menschenleben?
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