Kreditmärkte

S&P erwartet Eintrübung für ABS-Emissionen

Von Stefan Ruhkamp

S&P erwartet Verzögerungen bei den Emissionen

S&P erwartet Verzögerungen bei den Emissionen

02. August 2007 Die Ratingagentur Standard & Poor's berichtet über einen starken Anstieg der Emissionen von Verbriefungen, die mit Forderungen aller Art besichert sind. Auch für die zweite Jahreshälfte seien viele Emissionen geplant, aber es könne zu Verzögerungen und zur Verschiebung von Transaktionen ins nächste Jahr kommen.

Asset Backed Securities (ABS) können mit Forderungen jeglicher Art besichert sein, zum Beispiel mit Autokrediten, Kreditkartenforderungen oder Verbraucherkrediten. Obwohl die meisten dieser Sicherheiten nichts mit den amerikanischen Immobilienmärkten zu tun haben, sind die Investoren offenbar auch hier vorsichtiger geworden.

Doch trotz der Eintrübung und der in den vergangenen Wochen stark nachlassenden Risikoneigung sind die von S&P gezählten Emissionsvolumina stark gestiegen. Im ersten Halbjahr wurden in Europa neue ABS im Wert von 66 Milliarden Euro emittiert. Rechnet man die Verbriefungen von Krediten kleinerer und mittlerer Unternehmen, die mehr als die Hälfte der Gesamtsumme ausmachen und erstmals in dieser Kategorie geführt werden, heraus, stieg das Emissionsvolumen von knapp 20 auf den Gegenwert von mehr als 31 Milliarden Dollar.

In verschieden Risikotranchen unterteilt

Die Jahresmenge an neuen Verbriefungen wird trotz der zu erwartenden Verzögerung und Verschiebung von Transaktionen 2007 voraussichtlich einen Rekordwert erreichen, schreibt Kreditanalyst Chris Such. Das Kreditportfolio dient bei solchen Transaktionen als Sicherheit für Anleihen, die in verschieden Risikotranchen unterteilt sind.

Die Tranche mit der höchsten Verzinsung, first-loss- oder equity-piece genannt, trägt dabei die ersten Verluste, sollten Kredite nicht zurückgezahlt werden. Sollte dieser Puffer nicht ausreichen, werden nach und nach auch die folgenden, weniger hoch verzinsten Tranchen in Anspruch genommen.

Am besten abgesichert ist die meist mit erstklassigen Bonitätsnoten versehene Tranche, die erst dann Verluste erleidet, wenn alle anderen vorgeschalteten aufgezehrt sind. Besonders oft werden in Spanien und Großbritannien Forderungen per ABS weiterverkauft. Dort betrug das Volumen der Neuemissionen im ersten Halbjahr jeweils rund 17 Milliarden Dollar. In Deutschland war es ein Volumen von rund 9 Milliarden Dollar.

Text: F.A.Z., 03.08.2007, Nr. 178 / Seite 21
Bildmaterial: F.A.Z.

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