Frühaufsteher

Schlechter ZEW-Konjunkturindex drückt Dax unter 7700

15. Januar 2008 Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Kursverlusten in den Handel gestartet. Im Laufe des Vormittags baute der Index diese aus. Gegen 11.18 Uhr lag der Dax 0,6 Prozent niedriger bei 7680 Punkten. Damit fiel das Marktbarometer unter die wichtige Unterstützung von 7700 Punkten. Der Grund: Der ZEW-Konjunkturindex fiel schlecht aus.

ZEW-Konjunkturindex fällt stärker als erwartet

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Januar stärker als erwartet eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien von minus 37,2 Punkten im Vormonat auf minus 41,6 Punkte gesunken, teilte das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Von Thomson Financial News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem moderateren Rückgang auf minus 39,0 Punkte gerechnet. Die Konjunkturerwartungen liegen damit weiter unter ihrem historischen Mittelwert von 31,0 Punkten.

Der größte Risikofaktor für die deutsche Konjunktur ist laut ZEW die Gefahr einer Rezession in den Vereinigten Staaten im Zuge der Finanzkrise. Der Hoffnungsträger für die konjunkturelle Entwicklung sei der private Konsum, der durch eine Erholung am Arbeitsmarkt gestützt werde. „Der Konsum wird in den kommenden Monaten eine entscheidende Rolle für die Konjunkturentwicklung spielen. Allerdings sind die Einführung von Mindestlöhnen oder überzogene Lohnforderungen nicht geeignet, den Konsum zu erhöhen, da sie mit Arbeitsplatzverlusten verbunden sind,“ sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Post-Aktie fällt weiter

Die Aktien der Deutschen Post haben am Dienstag ihre Verluste der vergangenen Tage ausgeweitet und zuletzt am Dax-Ende 2,35 Prozent auf 22,82 Euro eingebüßt. „Vielleicht ist der Überschwang aus der zuletzt angekündigten Verkaufsbereitschaft des Postbankanteils der Ernüchterung über das schwierige amerikanischen Geschäft gewichen“, sagte ein Händler. Zudem würden am Markt Stimmen laut, dass die angekündigte Lösung für das amerikanischen Expressgeschäft nicht so schnell kommen werde wie gedacht, fügte ein weiterer Börsianer an. Ein dritter Händler verwies auf die Nachricht, dass Günter Thiel eine Rückkehr als Chef der Pin Group in erwägt. Auch charttechnisch sehe die Aktie nicht gut aus - bereits zweimal sei sie zuletzt an der Wiederstandszone um 24,50 Euro gescheitert. Die nächste Unterstützung liege im Bereich der 200-Tage-Linie bei 22,50 Euro.

Die Vorlagen aus den Vereinigten Staaten und aus Asien glichen sich in etwa aus, heißt es. Der Markt warte deshalb auf die Zahlen der Citigroup. Beobachter stellen sich auf hohe Abschreibungen im Zusammenhang mit der Subprime-Krise ein. Im Vorfeld dürften noch vom ZEW, am Nachmittag von den amerikanischen Einzelhandelsumsätzen, dem Empire-State-Index und von den amerikanischen Erzeugerpreisen stärkere Impulse ausgehen.

Technische Analysten sprechen von einer bevorstehenden Richtungsentscheidung. Sollte der Dax über 7.781 und 7.860 Punkte steigen, würde sich die technische Lage verbessern, so Holger Struck von hslivetrading. Auf der anderen Seite meinen technische Analysten, ein Fall des Futures unter das jüngste Tief bei 7.721 Punkte würde die November-Tiefs um 7.500 in den Blick rücken.

Banken stehen am Berichtstag im Fokus. Citigroup veröffentlichen die Viertquartalszahlen 2007. Deutsche-Bank-Chef Ackermann habe am Montag in London noch einmal auf die Gefahren eines Übergreifens der Finanzmarktturbulenzen auf die Realwirtschaft hingewiesen, sagen Händler. Aller Voraussicht nach dürften sich Anleger deshalb bei Bankenaktien zunächst noch Zurückhaltung auferlegen.

Technologiewerte könnten derweil die Erholung vom Wochenauftakt fortsetzen, prognostizieren Händler. „Die soliden Zahlen von IBM und Samsung Eletronics könnten noch einmal stützen“, sagt ein Broker. Bei Samsung habe ein gutes Geschäft mit Flachbildschirmen das schwächende Chip-Geschäft überkompensiert. Die Südkoreaner rechnen nun im zweiten Halbjahr mit einer Erholung der Chip-Preise. Von den Nachrichten könnte auch die Merck-Aktie profitieren.

Zwischen neuen Hochstufungen durch die Citibank und Preisdruck sehen Marktteilnehmer die Versorger. Die Diskussion um niedrigere Durchleitungsgebühren sei zwar nicht neu, aber die Kürzungen belasteten die Ergebnisse, heißt es. Eine Outperformance sei damit trotz der Hochstufungen schwer vorstellbar.

In der zweiten Reihe spricht ein Händler von „durchwachsenen“ Zahlen bei Südzucker. Der Konzernüberschuss enttäusche, das operative Ergebnis sei dagegen besser ausgefallen als erwartet. Den Umsatzausblick habe Südzucker nach oben genommen, eine Ergebnisprognose fehle dagegen. Die Aktie wird vorbörslich 13,90 Euro zu 14,20 Euro gestellt nach einem Schluss von 14,09 Euro. Für Beiersdorf geht es nach den Zahlen dagegen leicht nach oben. Die Titel werden 49,10 Euro zu 49,40 Euro gestellt nach 48,77 Euro.

Die Zahlen von Beiersdorf sind einer ersten Analysteneinschätzung zufolge insgesamt etwas besser als erwartet ausgefallen. „Der Überschuss würde ohne die Einmaleffekte noch besser aussehen“, sagte der Experte am Dienstagmorgen. Allerdings fehle der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2008. Dennoch sollte die Aktie seiner Ansicht nach von den Zahlen profitierten - der nächste Widerstand für die Aktie liege bei 51 Euro. Auch Händler vermissten einen Ausblick. „Die Zahlen sind solide, aber unspektakulär“, fasste ein Börsianer zusammen.

Deutsche Telekom stehen am Dienstag mit im Blick. Vorstandsmitglied Hamid Akhavan sieht den Konzern bei der Bewältigung der Schwierigkeiten auf dem Heimatmarkt auf dem richtigen Weg. Sowohl im Mobilfunk- wie auch im Festnetzgeschäft zeichne sich eine Verbesserung ab, sagte Akhavan am Montagabend auf einer Investorenveranstaltung in New York. So verringere sich der Verlust von Schmalbandkunden und auf dem deutschen Handy-Markt habe sich der Ergebnisrückgang verkleinert. Die Aussagen beruhigten weiter, enthielten aber fundamental nichts neues, sagte ein Händler.

Credit Suisse hoben nach Angaben von Händlern ihr Kursziel für RWE auf 103 (86) Euro.

Qiagen stehen am Dienstag nach der Bestätigung der Umsatzprognose im Blick. Das Biotechnologieunternehmen hat sich zufrieden über den Verlauf des Geschäftsjahres 2007 geäußert. Bei einer Präsentation vor Investoren in New York bestätigte Finanzvorstand Roland Sackers am Montagabend die Umsatzprognose von 614 bis 635 Millionen amerikanischen Dollar für das abgelaufen Jahr. Nach Einschätzung von Händlern dürfte die Nachricht den Kurs der Aktie allerdings kaum bewegen. Die Aktien haben in New York bei 23,39 Dollar oder umgerechnet 15,72 (Xetra: 15,58) Euro geschlossen.

Solarworld dürften am Dienstag in den Fokus der Anleger rücken. Händler verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge der schwedische Modulhersteller Gaellivare PhotoVoltais durch einen für 2008 geplanten Börsengang einen dreistelligen Millionenbetrag einnehmen will. Solarworld sei mit 35 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. „Das könnte zu einigen außerordentlichen Gewinnen für Solarworld führen. Zudem hat sich der Solarkonzern optimistisch gezeigt, seine Ziele für 2007 zu übertreffen - aber das erwarten Analysten bereits“, sagte ein Börsianer.

Nach einer etwas schwächeren Eröffnung hatte der Dax am Montag noch einen versöhnlichen Wochenstart hingelegt. Dabei haben positive Nachrichten von SAP und IBM geholfen, die ihre vorläufigen Quartalszahlen bereits vorgelegt haben. „Sollte sich die Berichtssaison so fortsetzen, könnte der Aktienmarkt auf dem Niveau doch einen Boden bilden“ sagte ein Händler.

Der Dax beschloss den Handel am Montag mit einem Plus von 0,2 Prozent oder 14 Punkten bei 7.732. Als „solide“ und „leicht über den Erwartungen“ wurden die am späten Nachmittag vorgelegten Zahlen von SAP eingestuft. Positiv wird im Handel gewertet, dass sich die operative Marge positiv entwickelt habe. Nachdem die Aktie am Mittag bereits von überraschend guten Zahlen von IBM profitierte, ging sie mit einem Plus von 2,7 Prozent bei 33,70 Euro aus dem Handel.

Nach dem schlechten Jahresstart konnte die Aktie von Infineon den freien Fall zunächst bremsen und gewann 2,7 Prozent auf 6,95 Euro. Dabei konnte der Technologie-Wert von einem positiven Analystenkommentar der Dresdner Bank profitieren, der ein Kursziel von 16 Euro für die Aktie vorgibt.

Mit der am Wochenende gestarteten Motor-Show in Detroit standen Automobiltitel im Blickpunkt. Erste Aussagen klingen günstig, hieß es am Markt. Zudem stand der Automobilsektor seit Jahresstart unter deutlichem Abgabedruck. Die am Wochenende veröffentlichten 2007er Absatzzahlen von VW haben sich nach Aussage der Analysten der LBBW besser als erwartet entwickelt. Die Analysten der UniCredit wiesen dagegen auf den bullischen Ausblick hin. VW stiegen um 2,4 Prozent auf 153,80 Euro, Daimler legten um 1,3 Prozent auf 58,65 Euro zu und Continental kletterten um 1,7 Prozent auf 79,18 Euro.

Gegen den Trend gaben vor allem diejenigen Aktien deutlicher nach, die sich seit Jahresbeginn gut gehalten hatten. Bei den Versorgern belastete eine größere Platzierung in dem französischen Wettbewerber Suez den gesamten Sektor, hieß es im Handel. Zudem war bereits in der Vorwoche zu erkennen, dass die erreichten Kurse verstärkt zu Gewinnmitnahmen genützt würden. Eon gaben um 2 Prozent auf 145,04 Euro nach, RWE verloren 3 Prozent auf 94,31 Euro.

Im Blick standen auch Tui. Händler verwiesen auf einen Bericht der „FTD“, demzufolge Tui die Schiffsparte eingliedern und den Konzernsitz nach Hamburg verlegen will. Ziel sei es, Kosten zu senken und die Wahrscheinlichkeit einer feindlichen Übernahme zu reduzieren, hieß es in einer Analyse der Landesbank Baden Württemberg. Eine Holdingstruktur sei tatsächlich nicht mehr sinnvoll, weil Tui Travel plc bereits selbstständig an der Börse gelistet sei. Eine Übernahme werde durch eine solche Maßnahme zwar nicht verhindert, aber der Anreiz sinkt, da das Kostensenkungspotenzial geringer werde. Tui gewannen 1,2 Prozent auf 16,64 Euro.

In der zweiten Reihe kam es nach den massiven Kursverlusten seit Jahresstart zu kräftigen Erholungen in einigen ausgesuchten Titeln, der MDax legte um 2 Prozent auf 8.924 Punkte zu. So stiegen MLP um 6,1 Prozent auf 9,92 Euro, nachdem der Finanzdienstleister vier Wochen vor der Vorlage seiner Jahresbilanz seine Gewinnprognose für 2007 erneut bekräftigt hat. Nach den kräftigen Kursverlusten seit Jahresstart gewannen GEA 8,7 Prozent auf 19,84 Euro und IVG Immobilien stiegen um 7 Prozent auf 21,73 Euro.

Auch im TecDax gab es zum Wochenstart kräftige Kursbewegungen in ausgewählten Einzeltiteln. Ohne Nachrichten legten Wirecard um 8,3 Prozent auf 10,36 Euro zu, nachdem die Aktie zuletzt kräftige Abschläge hinnehmen musste. Versatel stellten mit einem Minus von 13,4 Prozent auf glatt 23 Euro den Tagesverlierer, nachdem United Internet verkündet hatte, die Beteiligung auf über 25 Prozent ausgebaut zu haben. „Mit dem Aufbau dieser Sperrminorität ist die Aktie für viele andere Investoren uninteressant geworden“, lautete die Begründung aus dem Handel.

Anleihen starten mit Kursgewinnen

Der deutsche Anleihenmarkt ist am Dienstag mit Kursgewinnen in den Handel gegangen. Der für den Anleihenmarkt richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,10 Prozent auf 115,62 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 4,056 Prozent. Experten rechnen am Dienstag nach den Kursgewinnen am Vortag mit einer Konsolidierung am Rentenmarkt.

Im Blick stünden vor allem anstehende Quartalsberichte von amerikanischen Banken und die amerikanischen Einzelhandelsumsätze für Dezember, hieß es seitens der HSH Nordbank. Gerade bei den amerikanischen Konjunkturdaten seien für die Festverzinslichen unfreundliche Ergebnisse nicht auszuschließen. Unterdessen dürften Daten aus dem Euroraum wie die ZEW-Konjunkturerwartungen dem Handel kaum Impulse geben. Den Bund-Future sieht die HSH Nordbank in einer Tagesspanne von 115,08 bis 115,83 Punkten.

Die Bund-Futures sind am Montag gut behauptet aus dem Handel gegangen. Die amerikanischen Aktienmärkte hatten in der letzten Handelsstunde ihre Kursgewinne ausgebaut. Die Ungewissheit um das wahre Ausmaß der amerikanischen Hypothekenkrise verhinderte in den Vereinigten Staaten jedoch ein stärkeres Umschichten aus Anleihen in Aktien. Auch die deutschen Renten-Futures verringerten zwar ihre Gewinne, behaupteten sich aber in positivem Terrain. Der März-Kontrakt des Bund-Futures stieg um 3 Basispunkte auf 115,48 Prozent. Das Tageshoch lag bei 115,73 Prozent und das -tief bei 115,41 Prozent. Umgesetzt wurden 1.174.985 Kontrakte. Der BOBL-Future gewann 6 Basispunkte auf 109,54 Prozent. Der Rentenmarkt habe einen ruhigen Start in die neue Berichtswoche hingelegt, sagten Händler. Die zentralen Themen seien nach wie vor die Leitzinsentscheidung der Federal Reserve am Ende des Monats, die Schwäche am Aktienmarkt sowie der Anstieg des Euro gegen den Dollar. Die nächsten Widerstände lägen bei 115,71 Prozent und 115,89 Prozent. Unterstützungen gebe es bei 114,85 Prozent und 114,71 Prozent.

Euro pendelt um 1,49 US-Dollar

Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag in der Nähe der Marke von 1,49 amerikanischen Dollar gehalten. Im frühen Handel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,4875 amerikanischen Dollar und damit in etwa soviel wie am Vorabend. Ein Dollar war am Montagmorgen 0,6723 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Montag auf 1,4895 (Freitag: 1,4792) Dollar festgesetzt.

Das Rekordhoch des Euro von 1,4966 Dollar, das Ende November 2007 erreicht wurde, bleibt damit im Fokus der Märkte. Ein Sprung über die Marke von 1,50 Dollar sei kurzfristig nicht ausgeschlossen, denn nach wie vor überwögen am Markt die Sorgen vor einer Rezession in den Vereinigten Staaten. Am Dienstag stehen laut Experten vor allem Quartalsberichte von amerikanischen amerikanischen Banken im Blickpunkt, insbesondere von der Großbank Citigroup.

Am Markt wird ein erneut hoher Abschreibungsbedarf infolge von Engagements am krisengeschüttelten amerikanischen Hypothekenmarkt erwartet. Dies dürfte den Dollar ebenso weiter belasten wie Erwartungen auf weitere Leitzinssenkungen der amerikanischen Notenbank (Fed). Auch die anstehenden Einzelhandelsumsätze aus den Vereinigten Staaten für den Monat Dezember sollten Aufschlüsse darüber geben, inwieweit eine befürchtete Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt sich bereits in realwirtschaftlichen Zahlen niederschlägt, hieß es.

Gewinnmitnahmen in Hongkong

Die Börse in Hongkong tendiert am Dienstag mit schwächerer Tendenz. Der Leitindex verliert bis zum Mittag 1,2 Prozent auf 26.159 Punkte. Das Handelsvolumen liegt bislang bei als moderat bezeichneten 70,68 Milliarden Hongkong-Dollar. Nachdem der Index im vormittäglichen Handel zwischenzeitlich die Markte von 26.801 Zählern erreicht hatte, sprechen Händler mit Blick auf die Abschläge von Gewinnmitnahmen. Auch hätten frische Impulse für ein Verharren auf den höheren Niveaus gefehlt. Nach Meinung von Analysten könnte das schwache Sentiment dazu führen, dass der Index kurzfristig erneut die Marke von 26.000 Zählern teste. Allerdings dürften sich in Erwartung weiterer Zinssenkungen Immobilienwerte besser entwickeln. Am Dienstagmittag verzeichnet der enrsprechende Subindex allerdings auch Abschläge von 0,7 Prozent. Für die Eintrübung der Stimmung machen Börsianer unter anderem die Kurszielsenkung von Goldman Sachs für HSBC auf 114 (zuvor 119) Hongkong-Dollar verantwortlich. Die Aktie verliert daraufhin 1,9 Prozent auf 121 Hongkong-Dollar, was den Index allein um 76 Punkte nach unten zog.

Nikkei-Index sinkt unter 14.000 Punkte

Die Börse in Tokio hat am Dienstag nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende erneut deutlich nachgegeben. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte nach anfänglichen Aufschlägen unter die psychologisch wichtige Marke von 14 000 Punkten.

Das Börsenbarometer ging mit einem Minus von 138,16 Punkten oder 0,98 Prozent bei 13 972,63 Punkten und damit beim tiefsten Stand seit November 2005 aus dem Markt. Auch der breit gefasste Topix gab stark um 27,38 Punkte oder 1,99 Prozent auf 1350,20 Punkte nach. Händler führten als Gründe für die erneuten Verluste den stärkeren Außenwert des Yen, die Rückschläge an anderen asiatischen Börsen sowie Anzeichen dafür an, dass japanische Finanzunternehmen noch stärker von der amerikanischen Kreditkrise betroffen sind als bisher erwartet. Der Dollar tendierte unterdessen in Tokio zum Mittag leichter bei 108,00-05 Yen nach 108,93-95 Yen am späten Freitag vergangener Woche.

Am Montag hatten Japans Finanzmärkte wegen eines Feiertages geschlossen. Der Euro notierte zum Dollar fester mit 1,4868-73 Dollar nach 1,4799-1,4802 Dollar am späten Freitag vergangener Woche.

Kreditkrise belastet Aktien in Singapur

Der Aktienmarkt in Singapur notiert am Dienstagmittag leichter. Der Leitindex büßt 0,7 Prozent auf 3.196 Punkte ein, nachdem er bereits ein Niveau von 3.266 erreicht hatte. Die Umsätze werden als dünn bezeichnet. Am Markt ist von Sorgen über mögliche weitere Verluste und Abschreibungen im Zuge der amerikanischen Hypothekenkrise bei den großen amerikanischen Investmentbanken die Rede. Diese Befürchtungen belasteten insbesondere den Finanzsektor, heißt es unter Händlern. Die Unterstützungslinie bei 3.179 Zählern könnte im Nachmittagshandel durchbrochen werden, sagt ein Börsianer. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Index die Marke von 3.100 Zählern teste. Der STI bleibe weiterhin auf Korrekturkurs, sagt ein anderer Händler. Nachdem er unter 3.300 Punkte gefallen sei, sei dies nun eine starke Widerstandslinie, so ein Analyst. DBS verlieren 1,2 Prozent auf 19 SGD, OCBC 0,4 Prozent auf 7,78 SGD und UOB 1,2 Prozent auf 18 SGD.

Ölpreis steigt wieder

Der amerikanische Ölpreis ist am Dienstag nach deutlichen Kursgewinnen am Vortag leicht gesunken. Unterstützung hätten die Ölpreise jüngst von erhöhten geopolitischen Risiken erhalten, sagten Händler. Vor allem Äußerungen des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der den Iran wiederholt als größte Gefahrenquelle im Nahen Osten bezeichnet hatte, hätten die Preise gestützt. Zudem hätten die seit Tagen zu verzeichnenden politischen Spannungen in Nigeria, dem ölreichsten Land Afrikas, preisstützend gewirkt.

Neuerliche politische Spannungen haben am Montag am Ölmarkt die Angst vor Versorgungsengpässen geschürt und die Preise steigen lassen. Heftige Schneefälle im Nordosten der Vereinigten Staaten, der Region mit dem höchsten Heizölbedarf des Landes, stützten den Ölpreis ebenfalls. Auch der schwache Dollar, der sich am Montag wieder seinem Allzeittief zum Euro genähert hatte, wurde als Grund für den Preisanstieg genannt.

An der New Yorker Rohstoffbörse Nymex wurde für den nächstfälligen Februar-Kontrakt auf Rohöl der Sorte Light, Sweet Crude ein Settlementpreis von 94,20 Dollar ermittelt. Verglichen mit dem Settlement vom Freitag bedeutete dies ein Plus von 1,6 Prozent oder 1,51 Dollar. Präsident George W. Bush hatte Iran in einer Rede während seines Besuchs der Vereinigten Arabischen Emirate am Sonntag als „führenden staatlichen Sponsor des Terrorismus“ bezeichnet und die Araber dazu aufgerufen, sich gegen Iran zu stellen. Daneben kamen aus Nigeria widersprüchliche Angaben zu einer Explosion auf einem Tanker, die sich schon am Freitag ereignet hatte.

Die nigerianische Regierung nannte einen technischen Defekt als Ursache, während die Rebellen des Movement for the Emancipation of the Niger Delta (MEND) behauptet hatte, sie habe die Explosion herbeigeführt. Ferner setzte Royal Dutch Shell am Montag ihre Ölexporte vom nigerianischen Terminal Forcados aus und berief sich dabei auf höhere Gewalt. Das Unternehmen begründete die Unterbrechung mit einem anderen gewaltsamen Übergriff, der sich ebenfalls schon vergangene Woche ereignet hatte.

Nachbörsliche Meldungen aus Amerika

Die amerikanischen Handelsplätze zeigten sich am Montag nachbörslich etwas fester. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator stieg 0,12 Prozent auf 1951.49 Zähler.

Die Aktien von Genentech haben am Montag im nachbörslichen New Yorker Handel Kursverluste erlitten, nachdem der Pharmahersteller mit dem Umsatz seiner wichtigsten Medikamente die Erwartungen verfehlt hatte. Der Umsatz der Roche-Tochter deckte sich im vierten Quartal indessen mit den Erwartungen, während das Ergebnis je Aktie sogar etwas höher ausfiel, als Analysten prognostiziert hatten. Genentech verdiente im Quartal 0,69 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 2,97 Milliarden Dollar. Die Durchschnittsprognose der Analysten hatte die Erlöse exakt auf diesem Niveau gesehen und mit einem Ergebnis je Aktie von 0,67 Dollar gerechnet. Bis 19.59 Uhr (Ortszeit) büßten die Aktien auf nasdaq.com 1,1 Prozent auf 69,84 Dollar ein.

Wall Street schließt fest - IBM-Zahlen stützen Markt

Überraschend gute Geschäftszahlen von IBM haben die Aktienkurse an Wall Street am Montag beflügelt. Gestützt habe ferner die Hoffnung, dass die amerikanische Notenbank aggressive Zinssenkungen vornehmen werde, um eine Rezession der amerikanischen Wirtschaft zu vermeiden, sagten Händler. Wichtige Konjunkturdaten wurden am Berichtstag nicht veröffentlicht.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) stieg um 1,4 Prozent oder 172 Punkte auf 12.778. Der S&P-500 gewann 1,1 Prozent oder 15 Punkte auf 1.416. Der Nasdaq Composite legte um 1,6 Prozent oder 38 Punkte auf 2.478 zu. Umgesetzt wurden 1,41 (Freitag: 1,79) Milliarden Aktien. Dabei wurden 2.147 Kursgewinner und 1.032 -verlierer gezählt. Unverändert gingen 84 Titel aus dem Handel.

Die Aktien von IBM verbesserten sich um 5,4 Prozent auf 102,93 Dollar. Das Unternehmen hatte vorläufige Geschäftszahlen zum vierten Quartal vorgelegt, die besser als erwartet ausfielen. Ursächlich war nach Angaben des Unternehmens einerseits die Geschäftsentwicklung in Europa, Asien und den Schwellenländern. Andererseits habe man von günstigen Wechselkurseffekten infolge des schwachen Dollar profitiert. Damit weckte der Konzern Hoffnungen, dass die amerikanischen Unternehmen die Folgen einer Rezession der einheimischen Wirtschaft mit Hilfe des Auslandsgeschäfts kompensieren könnten.

Im Gefolge von IBM verzeichneten auch andere Technologiewerte Kursgewinne. Die Papiere von Intel, die am Dienstag Geschäftszahlen vorlegen wird, kletterten um 5,0 Prozent auf 23,08 Dollar. Die Aktien von Hewlett-Packard, die mehr als die Hälfte des Umsatzes außerhalb der Vereinigten Staaten erzielt, stiegen um 2,5 Prozent auf 46,13 Dollar.

Microsoft legten um 1,4 Prozent auf 34,39 Dollar zu. Die Titel waren zunächst etwas gebremst worden von der Nachricht, dass die Europäische Kommission zwei neue Kartellverfahren gegen das Unternehmen einleitet. Die Kommission prüft, ob das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung bei „Office“ und dem „Internet Explorer“ missbraucht hat.

Die Titel der Citigroup stiegen um 1,8 Prozent auf 29,06 Dollar, obwohl der Fernsehsender CNBC berichtet hatte, dass die Bank wegen der Hypothekenkrise möglicherweise bis zu 24 Milliarden Dollar abschreiben muss. Die Citigroup wird ihre Geschäftszahlen zum vierten Quartal am Dienstag vor Börsenbeginn vorlegen.

Im Pharmasektor schlossen Pfizer um 0,2 Prozent niedriger bei 23,97 Dollar. Das amerikanischen Patentamt hat es abgelehnt, den Patentschutz des Cholesterinsenkers „Lipitor“ zu verlängern. Merck & Co fielen um 1,3 Prozent auf 59,78 Dollar. Ein Cholesterin-Medikament, das Merck & Co gemeinsam mit Schering-Plough vermarktet, hatte in einer Studie enttäuschend abgeschnitten.

Schering-Plough brachen um 8 Prozent auf 25,52 Dollar. Händler führten den Kursverlust in den Pharmawerten zum Teil auch auf eine Rotation aus defensiven Sektoren in konjunktursensitive Segmente zurück. Gegen den Trend im Pharmasektor legten Biogen Idec um 1,6 Prozent auf 59,98 Dollar zu. Die amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA hatte das Medikament „Tysabri“ des Unternehmens, das bislang zur Behandlung Multipler Sklerose eingesetzt wird, mit Einschränkungen zur Behandlung von Morbus Crohn zugelassen.

Auf der Verliererseite fanden sich unterdessen die Aktien von Einzelhandelsunternehmen, nachdem Sears Holding eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal ausgegeben hatte. Sears gaben um 5,0 Prozent auf 91,38 Dollar nach. Wal-Mart fielen um 0,1 Prozent auf 47,67 Dollar.

Amerikanische Anleihen sind uneinheitlich

Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Montag einen Teil ihrer zu Handelsstart erlittenen Kursverluste wieder wett gemacht und sich uneinheitlich gezeigt. Die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen tendierten unverändert. Nachdem in der vergangenen Woche in den Vereinigten Staaten die Aussicht auf weitere Leitzinssenkungen den Rentenmarkt gestützt habe, würden nun die weiteren Konjunkturdaten mit Spannung erwartet, sagten Händler. An diesem Tag standen allerdings noch keine relevanten Daten an. Zweijährige Anleihen zeigten sich unverändert bei 101 9/32 Punkten. Sie rentierten mit 2,575 Prozent. Fünfjährige Anleihen gaben um 3/32 Punkte auf 102 17/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 3,067 Prozent. Die zehnjährigen Anleihen standen unverändert bei 103 23/32 Punkte und rentierten mit 3,791 Prozent. Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren stiegen um 2/32 Punkte auf 110 10/32 Punkte. Ihre Rendite sank zugleich auf 4,371 Prozent.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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