22. August 2005 Die Aktien der japanischen Großbanken sind auf einem Höhenflug. Die Kurse der Finanzgruppen von Mizuho, Mitsubishi, Sumitomo und Resona haben seit Monatsbeginn im zweistelligen Prozentbereich zugelegt. Am Montag legten sie durchschnittlich vier Prozent zu.
Vor dem Hintergrund der hohen Wachstumsraten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, guter Ergebnisse für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres und einer positiven Einschätzung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen erfreuen sich die Papiere derzeit vor allem seitens ausländischer Investoren einer hohen Nachfrage. Trotz der weiterhin sinkenden Kreditvergabe und politischer Unsicherheiten, die mit den für Mitte September anberaumten Wahlen zum Unterhaus des Tokioter Parlaments einhergehen, stieg der Branchenindex an der Tokioter Börse von 274 Zählern im Mai auf nun 331 Zähler.
Bankengruppe wieder in Gewinnzone
Der Nikkei-225-Index erreichte zum Auftakt dieser Woche ein Vierjahreshoch. Davon profitieren nicht zuletzt die Großbanken in Fernost. Die Aktie der Finanzgruppe von Mitsubishi hat binnen der zurückliegenden drei Wochen mehr als 15 Prozent, die der Mizuho Financial Group knapp 16 Prozent und die von Sumitomo-Mitsui mehr als 18 Prozent zugelegt. Die höchsten Aufschläge erhielt das Papier der Resona Holdings. Der Kurs stieg um mehr als 20 Prozent.
Die noch vor zwei Jahren seitens der Tokioter Zentralregierung mit einer Kapitalzufuhr von umgerechnet 15 Milliarden Euro vor dem Untergang gerettete fünftgrößte Bankengruppe des Landes war im vergangenen Geschäftsjahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Für dieses Jahr hat das Management um Chairman Eiji Hosoya den Anteilseignern eine weiterhin positive Gewinnentwicklung in Aussicht gestellt. Resona macht sich daran, in den kommenden Monaten eine erste Tranche von 750 Millionen Euro der erhaltenen Hilfen an den Staat zurückzuzahlen.
Großbanken begleichen die erhaltene Hilfe vom Staat
Die Konkurrenten sind da schon weiter. Der Vorstand von Mizuho, der ihrer Bilanzsumme nach immer noch größten Bank Japans, peilt für das kommende Geschäftsjahr an, die Staatshilfen in voller Höhe zurückzuzahlen. Das Institut war vor vier Jahren aus der Fusion dreier angeschlagener Bankengruppen hervorgegangen. Diese Banken hatten Regierungshilfen von umgerechnet 21 Milliarden Euro erhalten. Davon hat Mizuho bislang knapp die Hälfte zurückerstattet. Mit der vollständigen Begleichung würde sich das Institut vom Staatseinfluß vollkommen frei machen.
Sumitomo-Mitsui, die während der großen staatlichen Rettungsaktionen Ende der neunziger Jahre insgesamt 11 Milliarden Euro erhalten hatte, visiert für das Geschäftsjahr 2007 die Begleichung ihrer Verpflichtungen gegenüber dem Fiskus an. Bislang zahlte das drittgrößte Institut Japans ein Drittel der ausstehenden Summe zurück. Mitsubishi, die einstmals 3,3 Milliarden Euro erhalten hatte, ist ihren Verpflichtungen schon vor einiger Zeit nachgekommen.
Wachstumsmöglichkeiten werden ausgelotet
Die ihrer Bilanzsumme nach zweitgrößte Bank des Landes visiert für Anfang 2006 die Fusion mit der schwer angeschlagenen Finanzgruppe der UFJ Holdings an. Die neu zu formende Mitsubishi-UFJ-Gruppe wird mit einer Bilanzsumme von 1.500 Milliarden Euro die größte Bank der Welt. Im Gegenzug loten Mizuho und Sumitomo ihrerseits neue Wachstumsmöglichkeiten aus. Für alle japanischen Banken ist entscheidend, wie schnell und gut sie ihre bisherigen Geschäftsmodelle ändern können, sagt Brett Hemsley von der Ratingagentur Fitch in Tokio.
Shinichi Ichikawa, Analyst der Investmentbank Credit Suisse First Boston, empfahl Anlegern bereits, Banktitel in ihren Depots stärker als bislang zu gewichten. Teruo Matsuzawa von der Deutschen Bank verweist in diesem Zusammenhang auf die deutlichen Verbesserungen der Bilanzen. Hatten die Institute noch vor zwei Jahren mit einem riesigen Berg von Problemkrediten zu kämpfen, so scheinen sie nach massiven Abschreibungen und milliardenhohen Verlustausweisungen nun das Schlimmste hinter sich zu haben.
Böse Überraschungen sind nicht ausgeschlossen
Auf der Empfehlungsliste von Matsuzawa steht das Papier von Resona ganz oben. Obwohl der Marktpreis des Instituts mit 35 Milliarden Euro den Buchwert bereits um das Vierfache übersteigt und dieses Verhältnis damit mehr als doppelt so hoch ist wie bei den Konkurrenten von Mizuho und Mitsubishi, nennt der Analyst der Deutschen Bank das Asset-Risiko deutlich kleiner als das der anderen Megabanken. Das dürfte Resona für potentielle Investoren überaus interessant machen. Für Anleger von Mitsubishi können böse Überraschungen aus der Fusion mit UFJ nicht ganz ausgeschlossen werden.
Sumitomo scheint bei der Verbesserung seiner Kapitalbasis langsamer voranzukommen als die Wettbewerber. Mizuho hat mit einer Eigenkapitalrendite von weniger als ein Prozent die niedrigste Rentabilität in der Branche. Resona wird im Oktober seine konzernweiten Computersysteme auf einen einheitlichen und neuesten Stand gebracht haben. Dann wird das Management seine Aufmerksamkeit ganz auf künftig gewinnbringende Geschäftsfelder richten können, meint Matsuzawa. Das hat Anleger in den zurückliegenden Wochen aufhorchen lassen und war für viele Grund genug zu kaufen.
Text: fib. / F.A.Z., 23.08.2005, Nr. 195 / Seite 19
Bildmaterial: F.A.Z.
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
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|---|---|---|---|
Aktien-Index13.11.2009 13:00 |
1353,22 | 1330,44 | 1264,28 |
Performance-Index13.11.2009 17:35 |
299,37 | 294,10 | 275,13 |
Euro-Aktien-Index13.11.2009 17:35 |
143,15 | 137,56 | 125,49 |
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| FMC | 35,96 € | +2,10% |
| Infineon | 3,39 € | +1,35% |
| ThyssenKrupp | 23,84 € | +1,23% |
| Beiersdorf | 42,91 € | +1,08% |
| Dt. Post | 12,56 € | +0,97% |
| Salzgitter | 62,03 € | +0,03% |
| E.ON | 26,68 € | −0,41% |
| MAN | 59,18 € | −0,79% |
| Volkswagen | 96,40 € | −1,85% |
| Commerzbank | 6,99 € | −2,58% |
US-Anleihen schließen etwas fester - Hoffen auf niedrige Zinsen
22:21Wall Street schließt freundlich - Niedrigzinspolitik stützt
22:09EUREX/Bund-Futures schließt knapp behauptet
22:07EUREX/DAX-Futures schließen freundlich
22:05XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 Uhr): 5.695 (XETRA-Schluss: 5.687) Pkt
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.686,83 | +0,40% |
| TecDAX | 761,43 | −0,15% |
| MDAX | 7.311,23 | +0,19% |
| SDAX | 3.503,06 | +0,39% |
| REX | 373,92 | +0,06% |
| Eurostoxx 50 | 2.883,04 | +0,21% |
| Dow Jones | 10.270,50 | +0,72% |
| Nasdaq 100 | 1.788,61 | +0,44% |
| S&P500 | 1.093,48 | +0,57% |
| Nikkei225 | 9.770,31 | −0,35% |
| EUR/USD | 1,4950 | +0,21% |
| Rohöl Brent Crude | 76,95 $ | −0,06% |
| Gold | 1.107,50 $ | −0,65% |
| Bund Future | 121,42 € | −0,04% |
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@Marvin Parsons (m apar) - Jetzt brauchen Sie nur noch einen der das glaubt...
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