Blick auf die Märkte

Dax notiert nach fünf starken Tagen leichter

07. Januar 2009 Nachdem der Dax zuletzt fünf Tage in Folge gestiegen ist, zeigt sich der Index am Mittwochmorgen leichter. Der Dax fällt um 1,1 Prozent auf 4.969 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte sank um 0,5 Prozent auf 5.830 Zähler. Der TecDax gibt 1,1 Prozent auf 530 Punkte nach. Ein Händler spricht von einem „etwas überhitzten Aktienmarkt, dem ein Tag der Konsolidierung nur gut tut“.

Kursverluste am Rentenmarkt

Uneinheitlich hat der deutschen Rentenmarkt den Handel am Mittwoch eröffnet. der richtungweisende Bund-Future fällt um 9 Basispunkte auf 123,41 Prozent, der Bobl-Future steigt dagegen um 2 Basispunkte auf 115,80 Prozent.

„Der Blick richtet sich heute zum einen auf die Aufnahmebereitschaft für neuen Staatsanleihen“, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Das sollte den Markt ebenso wie die Vorgaben von den asiatischen Aktienmärkten belasten. Von den Konjunkturdaten seien durchwachsene Signale zu erwarten. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Kursverluste hoch, so dass der Bund Future zwischen 122,50 und 123,90 Punkten pendeln dürfte.

Euro erholt sich zum Dollar

Der Euro zeigt sich beim Übergang in den europäischen Handel am Mittwoch deutlich erholt zum Dollar. Nach den jüngsten Abgaben steigt die Gemeinschaftswährung wieder und notiert über der Marke von 1,3500 Dollar. Händler in Asien verweisen auf die freundlichen Notierungen an der Börse Tokio, was angesichts der steigenden Risikobereitschaft der Anleger zu Eurokäufen führe. Als etwas stützend für den Euro habe sich zudem die Bekanntgabe des Beige Book der Federal Reserve vom Vortag erwiesen.

Die amerikanischen Währungshüter sind bei ihrer Sitzung am 15./16. Dezember davon ausgegangen, dass die Rezession auch im Jahr 2009 anhalten und die Wirtschaft im Gesamtjahr schrumpfen wird. Zudem stuften die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft als beträchtlich ein, wie aus dem Sitzungsprotokoll hervorgeht, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Für das Jahr 2010 allerdings erwarten die Geldpolitiker um Fed-Chef Ben Bernanke einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts „leicht über der Potentialrate“.

Händler äußern sich allerdings skeptisch hinsichtlich des weiteren Aufwärtspotenzials des Euro. Die Inflation ist im Dezember in der Eurozone unter das Inflationsziel der EZB unter 2 Prozent gefallen, was den Druck auf die Notenbank erhöhen dürfte, auf ihrer nächsten Sitzung am 15. Januar die Zinsen zu senken. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die EZB die Leitzinsen gleich um 50 Basispunkte auf dann 2 Prozent senken wird. Analysten halten auch im Anschluss weitere Schritte nach unten für möglich.

Hoffnung auf amerikanisches Konjunkturpaket beflügelt Asiens Börsen

Die Börsen in Asien haben sich am Mittwoch überwiegend freundlich präsentiert. Hoffnungen auf ein Konjunkturpaket in den Vereinigten Staaten verhalfen besonders dem Markt in Tokio zu klaren Gewinnen. Gefragt waren hier - auch dank des schwächeren Yen - vor allem Exportwerte und Technologietitel.

In Tokio verzeichnete der 225 Werte umfassende Nikkei-Index erstmals seit knapp drei Jahren sieben Tage in Folge Gewinne. Er schloss mit einem Plus von 1,7 Prozent auf dem höchsten Stand seit zwei Monaten bei 9239 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index kletterte 1,4 Prozent auf 888 Punkte. Die Börsen in Korea, Singapur und Taiwan legten ebenfalls kräftig zu. Die Märkte in Hongkong und Shanghai gaben dagegen nach.

Die Anleger in Asien setzten ihre Hoffnungen erneut auf milliardenschwere Konjunkturprogramme und Steuersenkungen der künftigen amerikanischen Regierung unter Barack Obama, der am 20. Januar das Amt von George W. Bush übernehmen wird. Sie versprachen sich davon eine Ankurbelung der Exportwirtschaft.

In Tokio stiegen die Investoren daher vor allem bei den im vergangenen Jahr arg gebeutelten Autowerten wieder ein. Honda-Papiere legten elf Prozent zu, die von Toyota 4,9 Prozent, obwohl der Konzern tags zuvor wegen der Schwäche des Autoabsatzes Produktionskürzungen im Frühjahr angekündigt hatte.

Zu den Gewinnern gehörten an einem regen Handelstag dank des schwächeren Yen auch Technologietitel. Die Titel des Elektronikriesen Sony gewannen 8,7 Prozent, die Aktien des weltgrößten Digitalkameraherstellers Canon sogar 11,5 Prozent.

Viele Analysten warnten aber erneut vor Übermut: Der positive Trend könnte nur von kurzer Dauer sein, da zeitgleich zum Amtsantritt von Obama viele amerikanischen Unternehmen ihre Quartalszahlen vorlegen. Es werde zwar behauptet, dass erwartete Verluste bei rund einem Viertel der Konzerne bereits eingepreist seien, doch könnten weit mehr als erwartet rote Zahlen schreiben, warnte Takashi Ushio von Marusan Securities. Andere Marktteilnehmer gingen davon aus, dass sich viele Investoren in der Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2010 risikobereiter zeigten und sich bereits mit Aktien eindeckten.

Börse Hongkong am Mittag leichter

Leichter mit stark uneinheitlichem Grundton präsentiert sich die Börse in Hongkong am Mittwochmittag Ortszeit. Der HSI steht zum Ende der ersten Handelshälfte mit 0,5 Prozent im Minus bei 15.427 Punkten, wobei die Kursgewinner die Verlierer deutlich überwiegen. Ein Teilnehmer von Phillip Asset Management spricht von einem „verwirrenden“ Handel, auch angesichts des sprunghaften Umsatzanstiegs auf 43,17 Milliarden Hongkong-Dollar bis zum Mittag verglichen mit 53,9 Milliarden im kompletten Handel am Dienstag. Auch bei den Blue Chips gibt es deutlich mehr Gewinner als Verlierer.

„Was wir hier sehen sind sehr spekulative Käufe von zurückgebliebenen Werten mit Macau-Fantasie oder auch mit Industriewerten. Die Erfahrung sagt, wenn Rotationskäufe weg von Blue Chips hin zu zurückgebliebenen Werten einsetzen, könnte die Erholung ihrem Ende nahe sein. Dem widerspricht aber der anziehende Umsatz“, so der Experte.

Unter den Einzelwerten schießen Foxconn um 16,6 Prozent nach oben auf 4,36 Hongkong-Dollar. Citic Pacific springen um 16 Prozent nach oben auf 12,62 Hongkong-Dollar mit anhaltenden Schnäppchenkäufen seit dem Jahresbeginn, wie es heißt. China Construction Bank verlieren dagegen 5,8 Prozent auf 4,19 Hongkong-Dollar, nachdem die Bank of America ihren Anteil an der Bank abgebaut hat.

Amerikanische Aktien nachbörslich leichter

Die Aktienkurse haben am Dienstag nach dem offiziellen Börsenschluss im New Yorker Handel überwiegend nachgegeben. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,11 Prozent auf 1273,11 Punkte.

Alcoa standen unter Druck. Das Unternehmen hatte nach der Schlussglocke mitgeteilt, dass wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise bis Jahresende weltweit 13.500 Stellen gestrichen würden. Außerdem soll die Produktion gedrosselt werden. Der Wegfall von 13.500 Stellen entspreche einem Abbau der Belegschaft um 13 Prozent. Die Aktie gab um 3,5 Prozent nach auf 11,69 Dollar.

Microchip Technology gaben um 3 Prozent nach auf 19,40 Dollar, nachdem der Chiphersteller seinen Ausblick für den Gewinn im dritten Quartal gesenkt hatte. Global Payments verloren 4,3 Prozent auf 33,25 Dollar. Das Unternehmen hatte für das zweite Geschäftsquartal einen Zuwachs von 28 Prozent beim Nettoergebnis berichtet, wegen des festeren Dollars aber seinen Gewinnausblick gesenkt.

Wall Street schließt freundlich

Nach einem wechselhaften Verlauf haben die amerikanischen Indizes am Dienstag im Plus geschlossen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) stieg um 0,7 Prozent oder 62 Punkte auf 9.015. Der S&P-500 gewann 0,8 Prozent oder 7 Punkte auf 935. Der Nasdaq Composite legte um 1,5 Prozent oder 24 Punkte auf 1.652 zu.

Vor allem riskantere Sektoren wie Technologie und Finanzen wurden gekauft. Im Handel wurde auf das verbesserte Umfeld verwiesen. Das vom künftigen amerikanischen Präsidenten Barack Obama angeschobene Konjunkturprogramm wurde positiv gewertet, die Rohstoffpreise scheinen zunächst einen Boden gefunden zu haben und auch die Kreditmärkte kommen langsam in Schwung.

Parallel zur Mitteilung des Fed-Protokolls vom 15./16.Dezember hatte der Markt zu einer Rally angesetzt, die den Dow-Jones-Index bis auf 9.088 Punkte trieb. Zwar gehen die Währungshüter davon aus, dass die Rezession auch im Jahr 2009 anhalten und die Wirtschaft im Gesamtjahr schrumpfen wird. Für das Jahr 2010 jedoch erwarten die Geldpolitiker um Fed-Chef Ben Bernanke einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts „leicht über der Potentialrate“. Im der letzten Handelsstunde gaben die Indizes allerdings wieder einen Teil ihrer Gewinne ab.

Am Vormittag (Ortszeit) hatte der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe dem Aktienmarkt kurzzeitig zu einem kleineren Aufwärtsschub verholfen. „Man nimmt alle Daten, die ein wenig besser als erwartet ausfallen, mit Dankbarkeit zur Kenntnis“, meinte ein Volkswirtin. Allerdings lieferten die Daten noch keine Hinweise auf eine Trendwende. Der ISM liege weiterhin tief im kontraktiven Bereich. Die ausstehenden Hausverkäufe für November waren zudem schwächer als erwartet ausgefallen. Der im November kräftig gefallene Auftragseingang der amerikanischen Industrie lastete ebenfalls auf den Kursen, hieß es aus dem Handel.

Freunde der Charttechnik verwiesen auf die wichtige Marke bei 9.000 Punkten im Dow-Jones-Index, die zum Handelsschluss überwunden wurde. Dort verläuft zum einen die seit Mai 2008 bestehende untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals. Zum anderen findet sich dort ein horizontaler Widerstand, den der Dow-Jones-Index bereits dreimal erfolglos getestet hat.

Banken führten die Liste der Gewinner an. So legten Citigroup um 5,4 Prozent auf 7,46 Dollar zu, J.P. Morgan gewannen 2,2 Prozent auf 29,88 Dollar. Morgan Stanley haussierten sogar mit 11,1 Prozent auf 19,58 Dollar.

Die Titel von Dow Chemical verteuerten sich um 6,6 Prozent auf 16,05 Dollar. Der Chemiekonzern prüft nach dem Scheitern einer Partnerschaft mit Kuwait nun rechtliche Schritte gegen das Land. Die Absage aus Kuwait sei vor dem Hintergrund der bereits vorliegenden Genehmigungen und den Aussagen der Partner völlig überraschend gekommen, sagte Dow-Chemical-Vorstandschef Andrew Liveris am Dienstag.

Amerikanische Anleihen im späten Handel uneinheitlich

Uneinheitlich haben die amerikanischen Anleihen am Dienstag im späten New Yorker Handel tendiert. Die richtungweisenden zehnjährigen Anleihen stiegen um 2/32 auf 111-3/32 und rentierten mit 2,47 Prozent. Der Longbond ermäßigte sich dagegen um 17/32 auf 127-30/32, die Rendite stieg auf 3,05 Prozent.

Zu Handelsbeginn hatten Sorgen über einen Anstieg des Anleiheangebots die Notierungen belastet. In den Vereinigten Staaten wurden am Berichtstag zehnjährige inflationsindexierte Notes (TIPS) im Gesamtvolumen von 8 Milliarden Dollar verkauft und im weiteren Wochenverlauf außerdem Drei- und Zehnjahres-Anleihen.

Im späten Handel stand das Protokoll der Fed-Sitzung vom 15./16.Dezember im Fokus. Die amerikanischen Währungshüter gehen davon aus, dass die Rezession auch im Jahr 2009 anhalten und die Wirtschaft im Gesamtjahr schrumpfen wird. Zudem stuften die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft als beträchtlich ein.

Im Tagesverlauf mitgeteilte Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus. Der ISM für die Geschäftsaktivität im nicht-verarbeitenden Gewerbe der Vereinigten Staaten ist im Dezember wider Erwarten auf 40,6 Punkte gestiegen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 36,8 Zähler erwartet. Der Auftragseingang der amerikanischen Industrie ist im November um 4,6 Prozent auf Monatssicht gefallen. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang um lediglich 2,2 Prozent gerechnet.

Der Index der ausstehenden Hausverkäufe schließlich hat im November ein Rekordtief markiert. Er sank gegenüber dem Vormonat um 4,0 Prozent und lag damit um 5,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Volkswirte hatten nur einen Rückgang um 1,0 Prozent zum Vormonat erwartet.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen



Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Dax
Tec
Dow
Nas
10.11.2009 | 17:45
Dax 5.613,20
−0,12 %
 
        Vortag
Gesamt-
Index
Durchschnitt
90 Tage
Durchschnitt
200 Tage
Aktien-Index
10.11.2009 13:00
1348,03 1324,81 1261,80
Performance-Index
10.11.2009 17:35
296,14 292,84 274,43
Euro-Aktien-Index
10.11.2009 17:35
142,02 136,71 125,07
F.A.Z.-Renten-Rendite
Dax
Tec
Dow
Nas
10.11.2009 | 17:35
Tops & Flops Kurs in %
FMC 35,67 € +2,21%
Henkel Vz 32,40 € +1,92%
Fresenius Vz 44,38 € +1,77%
MAN 58,71 € +1,33%
Beiersdorf 42,26 € +1,25%
Infineon 3,17 € −1,71%
Salzgitter 63,11 € −2,22%
BMW 32,70 € −2,24%
Commerzbank 7,17 € −2,45%
Volkswagen 102,00 € −8,04%
11.11.2009 | 03:44
Name Kurs in %
DAX 5.613,20 −0,12%
TecDAX 752,81 −1,05%
MDAX 7.186,45 −0,56%
SDAX 3.484,70 −0,34%
REX 373,64 +0,18%
Eurostoxx 50 2.856,44 −0,13%
Dow Jones 10.247,00 +0,20%
Nasdaq 100 1.773,17 +0,27%
S&P500 1.093,01 −0,01%
Nikkei225 9.870,73 +0,63%
EUR/USD 1,4988 +0,03%
Rohöl Brent Crude 77,40 $ −0,13%
Gold 1.101,50 $ −0,63%
Bund Future 121,50 € +0,22%
Gesamt-
Index
Durchschnitt
90 Tage
Durchschnitt
200 Tage
Aktien-Index
10.11.2009 13:00
1348,03 1324,81 1261,80
Performance-Index
10.11.2009 17:35
296,14 292,84 274,43
Euro-Aktien-Index
10.11.2009 17:35
142,02 136,71 125,07
F.A.Z.-Renten-Rendite
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche
nach oben

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2009

Quellen: Technologie und Kursdaten von der TeleTrader Software AG sowie Fondsdaten aus der FWW-Fondsdatenbank, FWW GmbH. Dieser Service ist powered by X.finance GmbH & Co. KG, © 2009. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt.