Blick auf die Märkte

Dax über 5000 Punkten

06. Januar 2009 Uneinheitlich tendiert der deutsche Aktienmarkt am Dienstagmorgen. Der Dax legt 0,8 Prozent auf 5023 Punkte zu. Schwach präsentieren sich insbesondere Bankentitel und Metro Zähler zu. Der MDax notiert 0,1 Prozent höher bei 5853 Zählern. Der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax verliert 1,4 Prozent auf 530 Zähler.

Fest zeigen sich dagegen die Automobilwerte. Etwas Rückenwind erhalten die Exporteure vom Euro, der zum Dollar auf ein Dreiwochentief gefallen ist. Technisch ist der Dax bei 4.880 Punkten unterstützt, während bei 5.088 Punkten ein Widerstand liegt.

Allianz verlieren 3,7 Prozent und Commerzbank 2,7 Prozent. Die zum Verkauf an die Commerzbank stehende Allianz-Tochter Dresdner Bank will unter den Rettungsschirm der Bundesregierung schlüpfen. Das könne den Verkauf verzögern, sagen Händler. Negativ sei zudem, dass die Commerzbank möglicherweise eine staatsgarantierte Anleihe von 1 Milliarden bis 2 Milliarden Euro begeben will.

Porsche hat den Anteil an VW auf 50,76 Prozent der VW-Stammaktien ausgebaut. Wegen des Überschreitens der 50 Prozent-Schwelle erlangt Porsche damit indirekt die Kontrolle über Scania. Dadurch muss Porsche nach schwedischem Recht ein Kaufangebot für den Lkw-Hersteller vorlegen. VW ziehen um 6,7 Prozent auf 271,78 Euro an. Porsche Vorzugsaktien steigen leicht. BMW gewinnen 0,3 Prozent und Daimler 3 Prozent.

Steigende Kurse von Halbleiter-Herstellern in Asien wegen anziehender Chip-Preise lassen Infineon um 4 Prozent auf 1,19 Euro steigen. Nach einem laut Händlern enttäuschenden Ausblick des amerikanischen Düngemittelproduzenten Mosaic fallen K+S um 0,7 Prozent auf 42,45 Euro. Metro fallen nach einer deutlichen Abstufung durch Merrill Lynch um 4,3 Prozent auf 28,87 Euro.

Die als dollarsensitiv geltende Aktie von Fresenius Medical Care steigt um 2 Prozent auf 34,71 Euro. Mit Siemens als klassischem Exporteur zieht eine weitere währungsabhängige Aktie im Dax um 1,9 Prozent auf 55,93 Euro an.

Bei den Nebenwerten werden Hochtief verkauft, nachdem deren australische Tochter Leighton einen Abschreibungsbedarf von 170 Millionen australische Dollar mitgeteilt hatte und die Leighton-Aktie daraufhin um 12 Prozent eingebrochen ist. Hochtief büßen 6 Prozent auf 34,09 Euro ein. Der Baukonzern hat mitgeteilt, die Abschreibungen bei Leighton änderten nichts an den eigenen Unternehmenszielen.

Kursverluste am Rentenmarkt

Leichter tendieren die Rentenkurse am Dienstag und setzen damit die leichte Abwärtstendenz des Vortages fort. Der Bund-Future verliert 19 Basispunkte auf 124,48 Prozent. Der Bobl-Future gewinnt dagegen 5 Basispunkte auf 116,29 Prozent.

Grundsätzlich zeichne die fundamentale Lage zwar weiterhin ein rentenfreundliches Bild, heißt es von der Helaba. Allerdings sei die schwache Konjunktur größtenteils eingepreist, weshalb neue Negativnachrichten den Bund-Futures nur begrenzt positive Impulse verleihen dürften. Am Berichtstag stehen aus der Eurozone allen voran Verbraucherpreisdan an, wobei die Inflationstendenz weiter rückläufig sein sollte. Im Schnitt rechnen Ökonomen mit einer annualisierten Teuerungsrate von 1,9 Prozent.

Laut der Helaba hat sich die technische Situation des Bund-Futures zum Jahreswechsel deutlich eingetrübt. Der Trendfolgeindikator RSI hat zum jüngsten Kurshoch am 30. Dezember eine negative Divergenz ausgebildet. Die Momentum-Indikatoren MACD und Stochastik generierten zudem Verkaufssignale. Unterstützt sei der Bund-Future beim gestrigen Kurstief um 124 Prozent sowie bei 123,75 Prozent und 123,45 Prozent. Auf Widerstand treffe der Kontrakt bei 124,85/95 Prozent sowie in der Zone um 125,20 Prozent.

Euro fällt zum Dollar auf Dreiwochentief

Der Euro ist am Dienstag im Übergang vom asiatischen in den europäischen Währungshandel zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit drei Wochen gefallen. Im Tagestief handelte die Gemeinschaftswährung mit 1,3503 Dollar, so niedrig wie seit dem 15. Dezember nicht mehr. Gegen 7.37 Uhr wechselt der Euro mit 1,3526 Dollar den Besitzer. Auch zum Yen hat der Euro nachgegeben, nachdem er in den vergangenen Wochen aufgewertet hatte.

Laut Händlern rückt die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche zusehends in den Fokus der Märkte. „Und hier stehen die Zeichen angesichts von Rezession und nachlassender Inflation auf Zinssenkungen“, stellt ein Händler fest. Nach der beeindruckenden Rally des Euro seit Anfang Dezember, die diesen von 1,26 Dollar auf über 1,47 Dollar katapultiert hatte, nähmen Investoren nun verstärkt Gewinne mit.

„Die wieder aufgekommene Zinssenkungsdiskussion bezüglich der EZB sowie das in Aussicht gestellte Konjunkturpaket des designierten amerikanischen Präsidenten Obama im Volumen von 775 Milliarden Dollar setzen den Euro unter Druck“, meint Ralf Umlauf von der Helaba. Auch aus technischer Sicht sei die Gemeinschaftswährung nun in die Defensive geraten. Sie sei bei 1,3440 Dollar unterstützt, bei 1,3665 Dollar liege ein Widerstand.

Am Vormittag könnten zahlreiche Einkaufsmanager-Indizes aus der Eurozone und aus Großbritannien für das Dienstleistungsgewerbe im Dezember Bewegung in die Wechselkurse bringen. Am Nachmittag steht in den Vereinigten Staaten ebenfalls der ISM Einkaufsmanager-Index für die Service-Branchen auf der Agenda sowie Zahlen zum Auftragseingang der Industrie und zu Hausverkäufen.

Asien-Börsen in leichtem Optimismus überwiegend positiv

Die Börsen in Asien haben sich am Dienstag überwiegend freundlich präsentiert. Hoffnungen auf eine Erholung der Weltwirtschaft im Verlauf des neuen Jahres verhalfen dem Markt in Tokio zu leichten Gewinnen und beflügelten
die Börsen in Korea und Shanghai. Gefragt waren vor allem Exportwerte und Technologietitel. An der australischen Börse fiel der Kurs derHochtief-Tochter Leighton gegen den Markttrend um fast zwölf Prozent. Leighton hatte wegen der Finanzkrise seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt.

In Tokio gewann der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 9080 Zähler und ging damit mit dem höchsten Schlusskurs seit zwei Monaten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index blieb nahezu unverändert bei 876 Punkten. Die Börsen in Korea und Shanghai legten kräftig zu, auch Taiwan verbuchte Gewinne. Die australische Börse lag 1,5 Prozent im Plus. Die Märkte in Hongkong und Singapur gaben dagegen nach.

Die Anleger setzten ihre Hoffnungen auf milliardenschwere Konjunkturprogramme der künftigen amerikanischen Regierung unter Barack Obama, der am 20. Januar das Amt von George W. Bush übernehmen wird. „Die Erwartungen an die Obama-Regierung werden vermutlich ihren Höhepunkt kurz vor und nach der Amtseinführung erreichen“, sagte Yoshinori Nagano von Daiwa Asset Management. Mit Beginn der Bilanzsaison Ende Januar würden die Investoren dann vermutlich gezwungen, ihr Augenmerk wieder auf die Realwirtschaft zu lenken.

In Tokio konnten Exportwerte wie der Elektronikriese Sony auch dank des schwächeren Yen zulegen. Sony-Titel gewannen 7,6 Prozent, die Aktien des weltgrößten Digitalkameraherstellers Canon knapp fünf Prozent. Die Aktien des Autobauers Toyota stiegen um 1,3 Prozent, obwohl der Konzern wegen der Schwäche des Autoabsatzes im Februar und März seine Produktion weiter drosseln will. Honda-Papiere legten 1,7 Prozent zu.

In Korea deckten sich vor allem ausländische Anleger mit Aktien ein, sagte Analyst Kim Joong Hyun von Goodmorning Shinhan Securities. Doch auch er warnte vor Übermut: Dieser Trend werde nur von kurzer Dauer sein, denn die Unternehmensgewinne würden weiter schmelzen. Zu den Gewinnern in Seoul gehörten Technologiewerte wie Hynix Semiconductor und Samsung Electronics, die auch vom Stopp des Preisverfalls bei Computerchips profitierten. Hynix-Aktien gewannen 2,4, Samsung rund 4,6 Prozent.

Nach einer dreitätigen Rally mit einem Plus von neun Prozent gab der Aktienmarkt in Hongkong am Dienstag nach. Vor allem Gewinner der Vortage wie China Mobile zogen den Index in die Tiefe. China Mobile gab 3,1 Prozent nach, der kleinere Rivale
China Unicom verlor 4,8 Prozent.



Börse Hongkong am Mittag schwächer

Gewinnmitnahmen belasten den Aktienmarkt in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit). Zum Ende der ersten Sitzungshälfte sinkt der Hang-Seng-Index (HSI) um 1,1 Prozent auf 15.387 Punkte. Allerdings hat der Index an den beiden vorigen
Handelstagen um insgesamt 8,2 Prozent zugelegt. Im frühen Handel hatte sich der HSI zwischen positivem und negativem Terrain hin- und herbewegt. Das sei ein Zeichen dafür, dass der Aufwärtstrend intakt sei, sagen Händler.

Unter den Einzelwerten fallen China Mobile um 3,4 Prozent auf 82,10 Hongkong-Dollar. Das Indexschwergewicht trägt damit 76 Punkte zum Verlust des HSI von 176 Punkten bei. Die Aktien waren an den beiden vergangenen Tagen um insgesamt 9,3 Prozent gestiegen. Gesucht sind abermals die Immobilienwerte, die als attraktiv bewertet gelten. Der Subindex des Sektors steigt um 1,7 Prozent, nachdem er an den beiden vorigen Tagen um insgesamt 9,6 Prozent zugelegt hatte. Die Umsätze sind mit bisher 30,08 Milliarden Hongkong-Dollar lebhafter als an den Tagen zuvor.

Amerikanische Aktien nachbörslich leichter

Die Aktienkurse haben am Mittwoch nach dem offiziellen Börsenschluss im New Yorker Handel überwiegend zugelegt. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator stieg um 0,11 Prozent auf 1263,87 Punkte.

Die Aktien von LDK Solar gerieten unter deutlichen Abgabedruck. Das Unternehmen hat die Zielvorgabe für das vierte Quartal wegen sinkender Nachfrage reduziert. Die Titel verloren 10,1 Prozent auf 12,56 Dollar.

Endo Pharmaceuticals Holdings teilte die Übernahme des kleineren Pharmaunternehmens Indevus Pharma mit. Endo bietet einen Aufschlag von 45 Prozent zum Montagsschlusskurs. Der Aktienkurs von Endo fiel daraufhin um 12,5 Prozent auf 22,81 Dollar, während Indevus mit plus 70,5 Prozent auf 5,37 Dollar haussierten.

Wall Street schließt leichter

Die amerikanischen Börsen haben am Montag leichter geschlossen und damit die Gewinne der Vorwoche verarbeitet. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) fiel 0,9 Prozent oder 82 Punkte auf 8.953. Der S&P-500 verlor 0,5 Prozent oder 4 Punkte auf 927. Der Nasdaq Composite gab um 0,3 Prozent oder 4 Punkte auf 1.628 nach.

Der Markt sei etwas überkauft, so dass eine Konsolidierung an der Zeit sei, meinten Händler. Zudem sei die Vorwoche angesichts der dünnen Umsätze in den Weihnachtsferien als Sondersituation anzusehen. Nach dem Ende der Ferienzeit ziehe nun wieder Normalität an den Börsen ein.

Auch charttechnisch standen die Zeichen auf Konsolidierung. Der S&P-500-Index habe eine „idealtypische dreiwellige Aufwärtsbewegung“ von 860 auf 930 Punkte vollzogen und damit sein Kursziel erreicht. „Ein Rückfall auf 910 Punkte ist wahrscheinlich“, so ein technischer Analyst.

Zuversichtlich zu den Aktienmärkten äußerten sich indes die Experten von Goldman Sachs. Nach einem volatilen ersten Halbjahr sollten in der zweiten Jahreshälfte sich stabilisierende Konjunkturdaten und der Einfluss der fiskalpolitischen Maßnahmen zu
einer starken Erholung führen. Eine gewisse Unterstützung geht auch von den amerikanischen Bauausgaben aus. „Die Zahlen sowohl für November als auch für den revidierten Oktober sehen erfreulich aus“, sagt ein Händler.

Aufschläge verbuchten Automobilwerte. Hier fielen die Dezember-Absatzzahlen zwar schwach aus, doch hatten die Investoren offenbar noch Schlimmeres erwartet. GM legten um 1,6 Prozent auf 3,71 Dollar zu, nachdem für Dezember ein Rückgang um 32,4 Prozent mitgeteilt wurde. Ford steigerten sich um 4,9 Prozent auf 2,58 Dollar. Hier wurde ein Absatzeinbruch um 32,4 Prozent berichtet. Im Vorfeld waren Absatzeinbrüche bis 40 Prozent erwartet worden.

Verluste erlitten die Telekommunikationswerte. Die Analysten von Bernstein haben AT&T und Verizon auf „Marketperform“ oder „Underperform“ abgestuft. AT&T verloren 3,4 Prozent auf 28,43 Dollar, Verizon gaben sogar 6,2 Prozent auf 32,48 Dollar. Apple stiegen um 4,2 Prozent auf 94,58 Dollar. Vorstandschef Steve Jobs ist Gerüchten über seine gesundheitliche Verfassung entgegen getreten. Er müsse sich lediglich einer Behandlung wegen „hormoneller Ungleichgewichte“ unterziehen.

Für Spekulationen im Pharmasektor könnte eine Äußerung des Pfizer-Vorstands sorgen. Die „Financial Times“ zitierte Vorstandschef Jeff Kindler mit den Worten, sein Unternehmen sei an Zukäufen in jedweder Größenordnung interessiert. Die Aktie entwickelte sich aber mit minus 0,6 Prozent auf 18,16 Dollar unspektakulär.

Amerikanische Anleihen schließen leichter

Leichter haben die amerikanischen Anleihen am Montag im späten Handel tendiert. Die Notierungen hätten in jüngster Zeit ein hohes Niveau erreicht, so dass Gewinne mitgenommen worden seien, hieß es. Die richtungweisenden zehnjährigen Anleihen
gaben im späten Handel um 15/32 nach auf 111-5/32 und rentierten mit 2,47 Prozent. Der Longbond ermäßigte sich um 4-19/32 auf 128-28/32, die Rendite stieg auf 3,01 Prozent.

Belastend hätten auch die bevorstehenden Auktionen gewirkt. Am Berichtstag teilte das Finanzministerium das Volumen der Emissionen mit. Demzufolge werden am Mittwoch dreijährige Notes im Umfang von 30 Milliarden Dollar verkauft. Am Donnerstag werden zehnjährige Notes im Volumen von 16 Milliarden Dollar an den Markt gebracht.

Anleihen mit kürzerer Laufzeit tendierten im Plus. Die Federal Reserve von New York teilte am Montag mit, sie habe mit dem Kauf von hypothekenbesicherten Anleihen begonnen, die von Fannie Mae, Freddie Mac und Ginnie Mae garantiert worden waren. Dies habe Kurzläufer gestützt, sagten Teilnehmer. Im November hatte die Fed entsprechende Käufe angekündigt.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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