08. Dezember 2008
Unternehmen
Deutsche Börse: Gespräche mit NYSE Euronext ohne Ergebnis beendet
Die Deutsche Börse hat nach eigenen Angaben Gespräche mit dem weltgrößten Börsenbetreiber NYSE Euronext geführt, diese aber inzwischen ergebnislos beendet. Ein Sprecher der Börse teilte am Sonntag mit, das Unternehmen stehe regelmäßig im Kontakt mit unterschiedlichen potenziellen Partnern, wie etwa der NYSE. Soweit solche Gespräche mit der NYSE geführt wurden, sind diese aber ohne jedes Ergebnis beendet, teilte der Sprecher weiter mit. (dpa-AFX)
Air Berlin mit weniger Fluggästen im November - Auslastung erhöht
Die Fluggesellschaft Air Berlin hat im November weniger Passagiere befördert als ein Jahr zuvor. Im Zuge des im Frühjahr dieses Jahres aufgelegte Effizienzprogramms sei die Zahl der Passagiere um 5,5 Prozent auf 1,942 Millionen zurückgegangen, teilte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Montag in Berlin mit. Die Auslastung erhöhte sich gleichzeitig um 0,6 Prozentpunkte auf 72,6 Prozent. Der Erlös je Sitzplatzkilometer sei um 20,2 Prozent auf 5,18 Eurocent gestiegen. (dpa-AFX)
Hochtief-Beteiligung erhält Großauftrag in Dubai
Die australische Hochtief-Tochter Leighton hat einen Großauftrag in Dubai erhalten. Ein Gemeinschaftsunternehmen unter Beteiligung der Leighton-Beteiligung Al Habtoor sei für den Ausbau des Flughafens Dubai ausgewählt worden, teilten die Australier am Montag mit. Der Auftrag habe ein Volumen von umgerechnet rund einer Milliarde Euro, wovon etwa 400 Millionen Euro auf Al Habtoor entfielen. (Reuters)
Zeitung- Toyota erwägt Investitionskürzung von bis zu 40 Prozent
Der japanische Autohersteller Toyota erwägt einem Zeitungsbericht zufolge angesichts weg brechender Umsätze eine Kürzung seiner Investitionen um bis zu 40 Prozent. Im Unternehmen werde über eine Kappung der Ausgaben in dem Bereich von 30 bis 40 Prozent für das im April beginnende Geschäftsjahr 2009 nachgedacht, berichtete die Zeitung Nikkan Kogyo am Montag. Dabei sollten vor allem solche Gelder überprüft werden, mit denen die Produktion ausgebaut werden sollte. Stattdessen wolle sich Toyota auf Wachstumsbereiche wie Hybrid-Autos konzentrieren, hieß es. Für das laufende Geschäftsjahr plant Toyota Investitionen von umgerechnet 11,8 Milliarden Euro. Toyota hat - wie nahezu alle anderen Autohersteller auch - mit der weltweit sinkenden Nachfrage zu kämpfen. Im November hatte das Unternehmen seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr deutlich gesenkt. (Reuters)
Zeitung - Chinesischer Ölkonzern CNPC erwägt Santos-Übernahme
Der chinesische Öl-Konzern CNPC erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die Übernahme des australischen Rivalen Santos. Die China National Petroleum Corp (CNPC) wolle sich dazu mit einem ausländischem Partner für ein gemeinsames Übernahmeangebot verbünden, berichtete die South China Morning Post aud Hong Kong am Montag unter Berufung auf Marktgerüchte. Dabei seien europäische Firmen im Gespräch, die bislang noch keine große Präsenz in Australien hätten. Als mögliche Bieter nannte die Zeitung unter anderem die italienische Eni und die französische Total . Santos ist Australiens drittgrößter Öl- und Gaskonzern. Das Unternehmen war zuletzt an der Börse etwa 4,5 Milliarden Dollar wert. Am Montag legten die Aktien angesichts der Spekulationen um rund zehn Prozent zu. (Reuters)
Medienkonzern Tribune offenbar mit massiven Finanzproblemen
Der amerikanische Medienkonzern Tribune, zu dem auch die Los Angeles Times und der Chicago Tribune gehören, steckt offenbar in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Medienberichten zufolge wurden bereits Berater für ein mögliches Insolvenzverfahren herangezogen. Der Chicago Tribune berichtet, der Mutterkonzern habe die Investmentbank Lazard und eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, die finanziellen Optionen zu prüfen. Ein Tribune-Sprecher habe dies bestätigt, allerdings sei bislang keinerlei Entscheidung getroffen worden. Laut Wall Street Journal, das gutinformierte Kreise zitiert, könnte bereits Anfang der Woche ein Insolvenzantrag gestellt werden. Wegen der gesunkenen Werbeeinnahmen reiche der Cashflow des Unternehmens nicht mehr aus, um die Zinszahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro für dieses Jahr zu begleichen. Tribune wurde im vergangenen Dezember vom Immobilienmogul Sam Zell übernommen. Im vergangenen Monat hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die Schulden von 9,4 Milliarden Doller im Vorjahr auf 11,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr gestiegen sind. (AP)
Krugman: Amerikanische Autobauer gehen unter
Die amerikanische Automobilindustrie ist nach Einschätzung des diesjährigen Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman nicht mehr zu retten. Sie werde verschwinden wegen der geografischen Kräfte, die meine Kollegen und ich erörtert haben, sagte der Professor am Sonntag in Stockholm. Sie wird von der derzeitigen Wirtschaft nicht mehr getragen. Krugman bekommt den Wirtschaftsnobelpreis für seine Arbeiten über internationale Handelsstrukturen. So hat er zu erforschen versucht, warum in der ökonomischen Geografie die Produktion an bestimmten Orten konzentriert ist. Pläne von amerikanische Regierung und Kongress, die drei großen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler mit einem Milliarden Dollar schweren Paket zu retten, bezeichnete Krugman als kurzfristige Lösung. Sie sei Folge eines Mangels an der Bereitschaft, mitten in einer Wirtschaftskrise das Scheitern einer großen Industrie zu akzeptieren. Weißes Haus und Kongress verhandeln über eine Kreditlinie über 15 Milliarden Dollar für die angeschlagene amerikanische Autoindustrie. Krugman und andere Nobelpreisträger sind bereits am Wochenende in Stockholm eingetroffen; die Zeremonie zur Verleihung der Auszeichnungen findet am kommenden Mittwoch statt. (AP)
Wirtschaft
Japan: Leistungsbilanzüberschuss Oktober -56,5 Prozent
Der Überschuss in der japanischen Leistungsbilanz ist im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 56,5 Prozent auf 960,5 Milliarden Yen gefallen. Wie das Finanzministerium am Montag weiter berichtete, war dies der achte Monat in Folge, in dem ein rückläufiger positiver Saldo verzeichnet wurde. Analysten hatten einen Rückgang um 50,0 Prozent erwartet. Für die Handelsbilanz wurde ein positiver Saldo von 145,8 Milliarden Yen gemeldet; die kombinierte Handels- und Dienstleistungsbilanz verzeichnete ein Minus von 131,9 Milliarden Yen. Das Finanzministerium begründete die Verschlechterung der japanischen Leistungsbilanz hauptsächlich mit einem Rückgang der Exporte. (Dow Jones Newswires)
Tiefe Bremsspuren auf internationalem Bankkreditmarkt
Die Finanzkrise hinterlässt tiefe Bremsspuren im internationalen Bankkreditgeschäft. Gemäß der jüngsten Statistik der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) schrumpften die Forderungen der wichtigsten Banken im zweiten Quartal 2008 so stark wie noch nie. Zudem brach die Mittelaufnahme an den Anleihenmärkten ein. Nach dem Konkurs von Lehman Brothers Mitte September kamen die Finanzmärkte weltweit praktisch zum Stillstand und traten in eine neue, tiefe Krisenphase ein, wie die BIZ in dem für Montag freigegebenen Quartalsbericht schreibt. Zahlen zum internationalen Bankkreditmarkt liegen erst für das zweite Quartal vor. Demnach gingen die internationalen Forderungen der von der BIZ-Statistik erfassten Banken aus 30 Industrieländern um den Rekordbetrag von 1,1 Billionen Dollar zurück. Dies war zum großen Teil auf die Interbank-Forderungen zurückzuführen, die um 812 Milliarden Dollar sanken.
Erstmals seit 1998 gingen aber auch die Forderungen der Banken gegenüber dem Nichtbankensektor zurück. Und zwar vor allem gegenüber Nichtbanken in den Vereinigten Staaten , in Großbritannien und in Japan. Die Auslandforderungen gegenüber dem Nichtbankensektor schrumpften um 259 Milliarden Dollar, wobei die Banken in der Schweiz und in Großbritannien die Positionen am stärksten zurückfuhren, nämlich um 72 beziehungsweise 66 Milliarden Dollar. Gleichzeitig reduzierten die Schwellenländer ihre Einlagen bei den Banken im BIZ-Berichtsgebiet. Die Einlagen der Zentralbanken aus den aufstrebenden Volkswirtschaften sanken um den Rekordbetrag von 157 Milliarden Dollar, wobei die Banken in Großbritannien, Frankreich und der Schweiz die größten Abnahmen verzeichneten.
Zu den internationalen Anleihenmärkten legte die BIZ Zahlen zum dritten Quartal vor. Beim Absatz von Anleihen und Notes brach die Mittelaufnahme demnach von 1.086 Milliarden Dollar im zweiten Quartal auf 247 Milliarden Dollar im dritten Quartal ein. Das war der niedrigste Nettoabsatz seit drei Jahren. Auch am Geldmarkt stagnierte die Mittelaufnahme, und der Nettoabsatz fiel in den negativen Bereich. Rückläufig war das Geschäft im dritten Quartal auch auf den internationalen Derivatbörsen. Auf dem weltweiten Markt für ausserbörsliche Derivate liegen Zahlen über das erste Halbjahr 2008 vor. Die ausstehenden Nominalbeträge stiegen hier weiter an. Die Finanzkrise hinterließ aber ebenfalls ihre Spuren. Am Volumen gemessen verzeichneten die Credit-Default-Swap-Kontrakte erstmals einen Rückgang, nachdem diese Kreditausfall-Absicherungsinstrumente in den letzten drei Jahren jeweils im Halbjahresschnitt noch um 45 Prozent gewachsen waren. (AP)
Australien gibt Geld an Bürger zur Konjunkturstützung
Die Regierung in Australien hat am Montag mit der Auszahlung von Geldern an Millionen Familien und Rentner zur Stützung der Konjunktur begonnen. Im Zuge des Programms erhalten rund zwei Millionen berechtigte Familien umgerechnet jeweils rund 510 Euro pro Kind. Die Summe für die vier Millionen Rentner liegt noch etwas darüber. Das Geld wird von der Regierung direkt auf die Bank-Konten der Berechtigten überwiesen. Insgesamt hat das Programm ein Volumen von 4,4 Milliarden Euro. Die Regierung appellierte am Montag an die Bürger, das Geld nicht zu sparen, sondern auszugeben, um eine Rezession zu verhindern. Das Programm zur Stützung der Konjunktur und zur Sicherung von Arbeitsplätzen war im Oktober verabschiedet worden. Wenn die Regierung die Verbraucher nicht in Zeiten wie diesen stützt - in der Mitte der weltweiten Finanzkrise - dann werden wir demnächst umso größere Herausforderungen haben, sagte Regierungschef Kevin Rudd. (Reuters)
Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.
Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen
Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index11.11.2009 13:00 |
1361,31 | 1326,77 | 1262,56 |
Performance-Index11.11.2009 17:35 |
299,29 | 293,27 | 274,66 |
Euro-Aktien-Index11.11.2009 17:35 |
143,13 | 137,00 | 125,21 |
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 3,39 € | +6,95% |
| Dt. Boerse | 57,85 € | +2,94% |
| Adidas | 35,88 € | +2,34% |
| ThyssenKrupp | 23,70 € | +2,02% |
| SAP | 32,01 € | +1,89% |
| Allianz | 82,85 € | −0,16% |
| Henkel Vz | 32,25 € | −0,46% |
| FMC | 35,36 € | −0,87% |
| Lufthansa | 11,02 € | −0,99% |
| K+S | 37,85 € | −1,94% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.668,35 | +0,98% |
| TecDAX | 760,46 | +1,02% |
| MDAX | 7.282,47 | +1,34% |
| SDAX | 3.484,15 | −0,02% |
| REX | 373,56 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.881,01 | +0,86% |
| Dow Jones | 10.291,30 | +0,43% |
| Nasdaq 100 | 1.782,95 | +0,55% |
| S&P500 | 1.098,51 | +0,50% |
| Nikkei225 | 9.881,11 | +0,10% |
| EUR/USD | 1,5008 | +0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 78,11 $ | +0,27% |
| Gold | 1.115,25 $ | +1,25% |
| Bund Future | 121,57 € | +0,06% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index11.11.2009 13:00 |
1361,31 | 1326,77 | 1262,56 |
Performance-Index11.11.2009 17:35 |
299,29 | 293,27 | 274,66 |
Euro-Aktien-Index11.11.2009 17:35 |
143,13 | 137,00 | 125,21 |