Von Ben Steverman
10. September 2007 Am 6. September überschritt der Goldpreis erstmals seit 16 Monaten die Schwelle von 700 Dollar je Feinunze, nachdem das Edelmetall von Investoren sowohl zum Zwecke der Verarbeitung als auch aufgrund seiner symbolischen Bedeutung in unsicheren Zeiten gefragt war. In New York stiegen die Gold-Futures um zwei Prozent oder 13,90 Dollar auf den Schlussstand von 704,60 Dollar.
Von diesem Anstieg profitierten auch die Aktienkurse von Goldminengesellschaften. Der S&P-Goldindex verbuchte am 6. September einen Zuwachs von 4,68 Prozent, hauptsächlich getrieben von den Branchenriesen Barrick Resources und Newmont Mining, die um 8,4 beziehungsweise 4,3 Prozent zulegten.
Ein perfekter Ansturm auf Gold, kommentiert Joe Foster, Portfoliomanager bei Van Eck International Investors Gold Fund, diese Entwicklung.
Gold gilt gemeinhin als sicherer Hafen für nervöse Investoren, weshalb das edle Metal ein beliebtes Anlageobjekt in Zeiten weltweiter Finanzkrisen ist.
Goldbestände abgestoßen, um liquide zu sein
Seltsamerweise ging der Goldpreis in diesem Sommer jedoch zurück, als auf den Finanzmärkten Sorgen um eine weltweite Kreditklemme aufkamen. Marktexperten vermuten, dass Anleger nach Verlusten infolge problematischer Hypothekenforderungen in Panik gerieten und ihre Goldbestände abstießen, um liquide zu sein.
Während diese Panik zwischenzeitlich größtenteils abgeebbt ist, sind die Sorgen über die weitere Entwicklung der Kreditmärkte und der amerikanischen Wirtschaft nach wie vor vorhanden. Nachdem die panikartigen Verkäufe vorüber sind, erfolgen Investitionen wieder auf Grundlage von Fundamentaldaten, so Foster.
1000 Dollar je Feinunze?
Viele asiatische Länder sagen sich angesichts ihrer negativen Erfahrungen mit Subprime-Anlagen: Wir müssen stärker in Gold diversifizieren, meint Frank Holmes, Vorstandsvorsitzender und leitender Aktienstratege von U.S. Global Investors, eine auf Rohstoffe und Schwellenmärkte spezialisierte Kapitalanlageberatungsgesellschaft.
Angetrieben durch die steigende industrielle Nachfrage aufstrebender Volkswirtschaften wie China kletterten die Preise zahlreicher Rohstoffe in den vergangenen Jahren nach oben. Der Goldpreis blieb jedoch hinter dieser Aufwärtsentwicklung zurück, da mit dem Edelmetall weniger Verwendungsmöglichkeiten verbunden sind. Wenn sich Gold analog zu den anderen Rohstoffen entwickelt hätte, läge der Goldpreis nach Ansicht von Holmes heute zwischen 900 und 1000 Dollar je Feinunze.
Eher Währung als Rohstoff
Gold sollte eher als Währung denn als Rohstoff betrachtet werden, so Foster, weshalb sich der Großteil der Auf- und Abwärtsbewegungen des Goldes durch weltweite Finanzbewegungen erklären lässt. Häufig steigt das Edelmetall parallel zum Ölpreis und sinkt, sobald der amerikanische Dollar an Wert gewinnt. Holmes ist überzeugt, dass die steigenden Ölpreise und der sinkende Dollar am 6. September den starken Tageszuwachs des Goldes unterstützt haben.
Doch der Drang der Anleger zum Gold lässt sich zumindest teilweise auch auf Angebot und Nachfrage des Metalls als Rohstoff zurückführen. Gold findet vor allem im Schmuckbereich Verwendung. In vielen Ländern, etwa in Indien, ist Goldschmuck als wertbeständige tragbare Papiergeld-Alternative gefragt, und häufig weisen Länder, in denen Gold einen hohen kulturellen Stellenwert besitzt, auch eine aufstrebende Wirtschaft und eine wachsende Mittelschicht auf.
Billig im August, teuer im September
Holmes zufolge befinden sich die Goldpreise im August häufig auf niedrigem Niveau, während sie im September anziehen. Dies hängt damit zusammen, dass Juweliere in dieser Zeit mit dem Ankauf von Gold beginnen, um es an Fest- und Feiertagen im späteren Jahresverlauf in Form von Goldschmuck verkaufen zu können.
In Indien, dem derzeit weltgrößten Goldkonsumenten, wird Anfang November das große Lichterfest Diwali gefeiert. Zudem sind die kommenden Monate für Eheschließungen beliebt. In islamischen Ländern dürften die gegen Ende des Fastenmonats Ramadan überreichten Geschenke die Goldnachfrage ankurbeln. Auch Weihnachten und das chinesische Neujahrsfest sorgen für Nachfrageimpulse.
Nachfrage aus China und Indien
Im bisherigen Jahresverlauf beobachtet Foster eine starke Goldnachfrage aus China, Indien und dem Nahen Osten. Nach dem Ende des Sommers treten wir nun in die für Gold stärkste Jahreszeit ein, so Foster.
Die Nachfrage nach Goldschmuck könnte also ansteigen, doch wie sieht es auf der Angebotsseite aus? Laut Foster sind die Goldfördermengen der Minen leicht gesunken.
Ausblick: Optimistisch wie nie
Vor dem Hintergrund der Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten und der skizzierten Angebots-Nachfrage-Relation lautet Fosters Fazit: Mein Ausblick [für Gold] ist derzeit so optimistisch wie noch nie.
Text: Business Week Online
Bildmaterial: AP, FAZ.NET
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|---|---|---|---|
Aktien-Index09.11.2009 13:00 |
1342,46 | 1323,26 | 1261,20 |
Performance-Index09.11.2009 13:50 |
296,54 | 292,44 | 274,22 |
Euro-Aktien-Index09.11.2009 13:50 |
141,53 | 136,44 | 124,93 |
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| Commerzbank | 7,26 € | +4,46% |
| Dt. Post | 12,31 € | +3,19% |
| Salzgitter | 64,57 € | +2,56% |
| MAN | 57,47 € | +2,31% |
| Beiersdorf | 41,64 € | +0,36% |
| K+S | 38,90 € | +0,31% |
| FMC | 34,92 € | −0,03% |
| SAP | 31,31 € | −0,45% |
| Infineon | 3,22 € | −0,46% |
| Name | Kurs | in % |
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| Rohöl Brent Crude | 76,97 $ | +0,65% |
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| Bund Future | 120,96 € | +0,09% |
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Deutsches Bildungssystem geht auf Kosten anderer Länder
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