Die wichtigsten Romane des Frühjahrs - bitte weiterklicken

Autoren erinnern sich an die DDR, Reinhard Jirgl, Viola Roggenkamp und Sibylle Lewitscharoff haben neue Romane vorgelegt, und zu Unrecht vergessene Großwerke sind neu zu entdecken: Die Belletristik der F.A.Z.-Literaturbeilage zur Leipziger Buchmesse im Überblick - mit Links zu den Rezensionen.

Preis der Leipziger Buchmesse: Mit der Geschwindigkeit des Frühjahrs

Spezial Es ist ein Höhepunkt im Messeprogramm: Am Donnerstagabend werden die Träger des Preises der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben. In der Kategorie Belletristik sind sechs Autoren nominiert, deren Bücher zu den meistdiskutierten des Frühjahrs zählen. Die F.A.Z.-Kritiken in der Übersicht.

Zwei Erinnerungssammlungen zum Mauerfall: Im Jahr der Schlange

Fünfzig Schriftstellerstimmen zum Jahrestag des Mauerfalls. Der irritierende Befund: Der historische Moment war schon vielen Zeitgenossen entrückt. Die Ignoranz der Westdeutschen verstört die Bestseller-Autorin Julia Franck. Von Felicitas von Lovenberg

Matthias Frings: „Der letzte Kommunist“: Feier der Weltzugewandtheit

Ronald M. Schernikau war der letzte Bürger der DDR, im September 1989 siedelte er offiziell in den Osten über, zwei Jahre später starb er an Aids. Matthias Frings hat eine einfühlsame Biographie des Autors und Kommunisten geschrieben, dessen literarisches Werk jedoch vernachlässigt. Von Dietmar Dath

Reinhard Jirgl: „Die Stille“: Schluss jetzt mit der ewigen Wiederkehr!

Der Familienroman als Apokalypse: Reinhard Jirgl überwältigt mit der ganzen Wucht des Existentialismus. Und auch wenn dieses ideenüberfrachtete Buch den Leser schafft, ihm höchste Konzentration abverlangt, wird dieser durch die Sprachmächtigkeit, die seinesgleichen sucht, entschädigt. Von Oliver Jungen

Viola Roggenkamp: „Die Frau im Turm“: Die Freiheit nehm ich mir

Von Sandra Kegel Die ostdeutsche Pornodarstellerin Janine Helle schlendert mit dem Holocaust-Überlebenden Jossl Gift durchs Foyer der ... Von Sandra Kegel

Julia Schoch: „Mit der Geschwindigkeit des Sommers“: Die schöne Wut am Leib des anderen

Die Wende als Liebestöter: Julia Schoch kehrt in ihrem neuen Roman an den Ort ihrer ostdeutschen Kindheit und Jugend zurück. Womit das Buch besticht, ist seine Atmosphäre: Die Autorin ist eine emphatische Lakonikerin. Von Jochen Hieber

Walter Kappacher: „Der Fliegenpalast“: Epiphanien und Magie, das ist vorbei

Hugo von Hofmannsthals letzten Tagen hat der Schriftsteller Walter Kappacher einen Roman ohne die von Hofmannsthal selbst so verhassten Anmaßungen der Biographen gewidmet. Dennoch ist ein großartiger Roman über das Ende eines dichterischen Magiers entstanden. Von Hans-Jürgen Schings

Heimito von Doderer: „Seraphica Montefal“: Seine Schönheit nur rettet das Feuer

Der junge Heimito von Doderer schrieb über die Gestalt des Heiligen Franziskus ein Prosastück, in dem schon viele Motive seines reifen Werkes anklingen. Bei dem kurzen Text kann man verfolgen, wie sich Doderer in der Erleuchtung des Heiligen spiegelt. Von Martin Mosebach

Franz Kafka: „Gelegenheit zu einer kleinen Verzweiflung“: Der Gehülfe: Nikolaus Heidelbachs Kafka

Kafka und Heidelbach - das ist eine Begegnung in Höhenluft, ein weiterer Gipfelpunkt in dem Massiv des Malers. Seine Auswahl enthält keine berühmten Galerie-Nummern, sondern wenig Bekanntes. Grazil, gemein, gnadenlos und komisch. Von Michael Maar

André Kubiczek: „Kopf unter Wasser“: Holt die Städte zurück in die Wälder

Lang lebe die LPG: André Kubiczek will in seinem neuen Roman partout vom neuen Berlin reden, kann aber von der alten DDR nicht schweigen. Und auf einmal gewinnt ein Klischee behafteter Roman unvermittelt an Kontur. Von Edo Reents

Sibylle Lewitscharoff: „Apostoloff“: Die Ideenlehre des Schafskäses

Der Plot ist so banal wie ein Billigflug an die Schwarzmeerküste, allein die unaufhörlich rotierende Gedankenmaschine der Erzählerin wirft Spannungsfunken ab: Sibylle Lewitscharoff sucht in Bulgarien das Vaterland und setzt ihre Totengespräche fort. Von Richard Kämmerlings

Salman Rushdie: „Die bezaubernde Florentinerin“: Ein Traum in Technicolor

Rushdie hat ein Farbdelirium in Technicolor geschaffen, grellbunt, prallvoll und von der übernatürlichen Lebhaftigkeit eines üppig ausgemalten Studiodekors. Dahinter, ganz tief in diesem Wirrsal, steckt die schlichte Botschaft, dass Ost und West einander immer schon entsprachen. Von Tobias Döring

Tobias Hill: „Der Kryptograph“: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Das Buch zur Finanzmarktkrise: Tobias Hill wirft einen Blick in die Zukunft des virtuellen Geldes - und findet nur Verrat und enttäuschte Liebe. Er lässt seinen Helden mit einem virtuellen Zahlungsmittel alle anderen Währungen pulverisieren und legt ihm den ein oder anderen trivialen Satz in den Mund. Von Hannes Hintermeier

Ignacio Martínez de Pisón: „Milchzähne“: Die Zahnfee der Revolution

Ignacio Martínez de Pisón erzählt eine Familiengeschichte, in der sich der ideologische Irrsinn des spanischen Jahrhunderts offenbart. Anders als andere Kollegen nutzt Martínez de Pisón die blutige Geschichte nicht als literarischen Geschmacksverstärker. Von Paul Ingendaay

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18.03.2010 | 17:45
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