Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz

Im Gespräch: Nobelpreisträger Joseph Stiglitz

„Der amerikanische Staat ist schuld“

Spezial In turbulenten Tagen sind Experten wie Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz sehr gefragt, denn die Welt sehnt sich nach Erklärungen in Zeiten der Krise. Stiglitz erklärt, wo die wahren Schuldigen für das Finanzdesaster sitzen.

Lesermeinungen zum Beitrag

26. September 2008 21:07

Stiglitz, Januar 2004

Max Wedell (Freulein)

Laut einem faz.Net -Artikel, der noch abrufbar ist, nannte Stiglitz 2004 zwei problematische "makroökonomische Ungleichgewichte", die den (damaligen) Aufschwung gefährden könnten. So hieß es: "Das ist einmal die extrem hohe Verschuldung der amerikanischen Haushalte. Sie werde vor allem problematisch werden, sobald die Zinsen zu steigen beginnen. " Nun, diese Problematik haben wir jetzt. Zum zweiten aber, und damit könnte auch schon der Kristallkugel ein weiteres Bild über uns ins Haus Stehendes entrissen worden sein: "Der zweite Schwachpunkt sei das riesige Leistungsbilanzdefizit. Es sei fraglich, wie lange ausländische Gläubiger so viele amerikanische Schuldpapiere halten wollen. Vor allem wenn man bedenke, daß das Vertrauen in die wirtschaftliche (...) Führerschaft Amerikas abnehme." Prost Mahlzeit...

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23. September 2008 20:41

befriedigt mich nicht

Margrit Steer (Margrit-Steer)

Diese Antwort befriedigt mich nicht. Auch wenn er Nobelpreisträger ist. Eine Krise war absehbar und geht -bei uns- zurück bis in die Ära Kohl. Damals hat der Raubtierkapitalismus und das Jonglieren mit Geldern schleichend begonnen. Damals vor gut 25 Jahren hat auch das Managerunwesen begonnen. Wir erinern uns, an Stelle der Eigner traten dann diese unseligen Manager (Grundig, Quelle etc.) Anstatt die Betriebe gut weiter zu führen, jonglierten sie mit Geld und teils unsinnigen Zukäufen. Teils auch Machtgier, teils um sich Konkurrenten vom Hals zu schaffen. Die Betriebe wurden mmer größer und somit immer unführbarer. Banken die eigentlich dazu da sind, mein Geld zu verwalten, mir auch mal einen Verbraucherkredit zu geben, wurden immer größenwahnsinniger. Mit Mannesman und der Deutschen Bank ging man richtig in die Vollen. Die Telekom z. B. ist heute mehr oder weniger einer Scheinunternehmen, für den Kunden überhaupt nicht vorhanden usw. usw. Dann wurden die unseligen Hedge-Fonds, die vorher bei uns verboten waren, von Rot-Grün ins Land geholt. Sie kauften auf und machten platt. Ein anderes Zeil haben sie nicht. Und unser Staat schaute träge, dumm und ziemlich hilflos zu und redete diese Machenschaften schön. Es kommt noch schlimmer

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23. September 2008 11:06

Wie Heuschrecken Sind sie über uns hergefallen

berthold ehlen (bertehlen)

Man nennt doch die sogenanten Hedge-Fonds Heuschrecken. Wie nennt man aber Bankhäuser, die keinen oder nur minimalen Einschränkungen und auflagen unterliegen. Das amerikanische Bankensystem ist sozusagen bankrott. Wie kann eine Bank, oder einer der größten Versicherer kein Geld haben? Denn es hängt nicht nur mit der Imobilienblase zusamen. Es geht viel tiefer.

Beispielsweise nehme ich einen Kredit hier in den USA auf, sagen wir mal $10.000 den ich lebe hier. So nun kaufe ich einen Wagen für das Geld. Der Autohändler zahlt das Geld bei seiner Bank ein. Diese muss nicht die ganze Summe behalten, nur 10%. Die anderen 90% oder $9000 verleiht sie wieder, und so weiter etc. Das sind in meinen Augen ganz miese Tricks. Natürlich ist das Geld versichert, aber bei wem? Bei der Fed. und wer zahlt denn, na klar, der Steuerzahler. Das ist was jetzt mit den "miesen Eigenheim-Krediten" passiert. Hier in den USA sagt man, dass die Republikaner wirtschaftsfreundlich sind. Und wer zahlt? Der kleine Mann, echt unfair. Das Problem ist nicht neu, den die Demokraten wolten die Büchse der Pandora nicht aufmachen und haben es genau so versäumt, es zu richten denn wenn sie es getan hätten, hätten sie keine Wahlkampfgelder bekommen. Tse Tse wie Schutig.

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23. September 2008 06:58

Wollt ihr die totale Rendite?

Reinhard Bimashofer (bimashofer)

Diese Frage hat wohl einem ganzen System den Verstand geraubt, es enthemmt und entfernt von jeglichem Anstand. Da waren für die Chefs von Investmentbanken 100e Millionen von Dollar im Jahr zu verdienen. Die brachten ihre Schäfchen ins Trockene und jetzt badet das in deren Verhalten begründete gewissenlose Desaster die ganze Welt aus. So war es auch, als Joseph Goebbels eine seiner fatalsten Brandreden hielt: „Ich frage euch: Wollt ihr den totalen Krieg?“ Die Folgen sind bekannt. Wieso wir nicht aus der Geschichte lernen? Weil Wissen allein nicht genügt. Es funktioniert eben nur mit Ge-Wissen. In Blickrichtung auf die totale Rendite, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir sie uns heute überhaupt erst vorstellen können, wurde alles geopfert, was dem Goldenen Kalb im Weg sein könnte. Aber es gibt immer einen Zahltag. Nur leider trifft es viele Unschuldige.

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22. September 2008 21:20

Ungewöhnliche Gemeinsamkeiten..

Faruk Yalcin Dinc (fereli)

Die Wirtschafts- und Finanzkrise unserer Zeit ist auf den Faktor Mensch zurückzuführen: ob Hartz IV-Empfägner oder Aktionäre, sie haben eine Gemeinsamkeit: Beide Menschentypen wollen ohne Arbeiten d.h. ohne Eigenleistung Geld verdienen.. Wie heißt es so schön: ohne Fleiss kein Preis.. So lange Leistungsträger und Unternehmer sowie Nocharbeiter die Last der ganzen Schmoretterschaften tragen müssen, in dem der Staat die Steuergelder an HARTZ IV-Empfänger oder Banken durch künstliche Zinspolitik der Zentralbanken (oder durch Dummheiten der KfW) verpulvern, solange wird die Wirtschaft nicht wieder auferstehen.. Am Besten ist es wenn der Staat sich aus der Finanz- und Wirtschaftswelt heraus hält,. dann können die Selbstheilungskräfte alle die Parasiten und Schädlinge bereinigen.. Dann würde es sich wieder lohnen durch Leistung und durch nichts anderes Geld zu verdienen..

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22. September 2008 19:33

KEIN Widerspruch

Jörn Arians (joari)

Investmentbanken waren/sind weniger risikoreduzierenden Vorgaben unterworfen als Geschäftsbanken (Basel II). Und gerade hier wäre mehr Regulierung notwendig gewesen, um den Handel mit hochriskanten Anleihen einzudämmen. Dabei handelt es sich allerdings um ein Problem der (heimischen) Finanzmärkte, da sich die Verbriefungen vorallem auf den ameri. Immobilienmarkt beziehen. Dagegen erfolgt eine übermäßige Regulierung um den heimischen Markt, vorallem für landwirtschaftliche Produkte, vor ausländischen billigen Anbietern zu schützen. Nach aussen schützen, intern (teilweise) freien Lauf lassen! Freie Marktwirtschaft/Selbstregulierung ist ein Mythos, denn da wo sie praktiziert wird, scheitert sie. Die Formulierung ist etwas unklar, aber keineswegs Widersprüchlich.

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22. September 2008 16:30

"Ist Amerika schwach, leidet auch Deutschland, etwa beim Export"

Sophia Orti (rum)

Herr Stiglitz, bitte, warum soll Deutschland den zahlungsunfähigen USA Kredit geben? Lieber "leiden" wir, lieber haben die USA Exportüberschuß, um ihre Schulden zu bezahlen!

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22. September 2008 14:49

Die magischen sieben Jahre des billigen Geldes sind vorbei

Konstantin Schneider (bundesboy)

Wenn sogar schon die Bundeskanzlerin den USA und den Briten eine grosse Schuld zuweist, dann kann Stiglitz so falsch gar nicht liegen. Dass das amerikanische System nur etwas später zusammenkrachen würde als die UdSSR wissen wir ja schon lange. Immerhin hat es noch fast 20 Jahre gehalten und ja auch den Einsturz der Zwillingstürme noch 7 Jahre lang überdauert, doch nun sind die Tage des billigen Geldes gezählt und die Werte von deren Verteidigung immer gesprochen wird, werden ganz sicher wieder menschlichere Massstäbe annehmen müssen, da die Masters of the Universe eben doch nur billige Schaumschläger sind. Merkel tut gut daran, den Lafontaine in der CDU zu geben, denn der wurde bekanntlich von den Briten einst als der gefährlichste Mann der Welt bezeichnet, weil er von Anfang an wusste, dass an der Wall Street und in der City of London viel Falschgeld in die Hand genommen wurde, um dem Rest der Menschheit Wunder vorzugaukeln, die jetzt ihr Ende gefunden haben.

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22. September 2008 14:38

Widersprüchlich

Nils Gösche (cartan)

Einerseits sollen »freie, deregulierte Märkte« für die Krise verantwortlich sein, andererseits hatten wir »nie wirklich einen freien Kapitalismus«? Ja was denn nun? Die Banken haben sich verspekuliert und gefährden nun durch ihre Multimilliardenpleiten die gesamte Wirtschaft. Diese Pleiten rühren daher, daß die Banken Geld verleihen, das sie gar nicht haben. Das Problem ist nicht, daß die Banken spekulieren, sondern daß sie mit geliehenem Geld spekulieren, und mit den Einlagen ihrer Kunden. Für 100€, die ich bei einer Bank einzahle, darf die Bank ein vielfaches von dem weiterverleihen oder für Spekulationen benutzen. Zusätzlich leihen sie sich noch Geld von den Zentralbanken. Auf diese Weise wird die Geldmenge vervielfacht, das Geld entwertet, und die Banken profitieren auf Kosten der Allgemeinheit. Und wenn's schiefgeht, zahlt der Steuerzahler wieder die Zeche, und das Geld wird noch weiter durch die Notenpresse entwertet. Das Problem ist nicht der freie Handel, sondern das derzeitige monetäre System, das es den Banken quasi erlaubt, sich mit Falschgeld zu bereichern. Die einfachste Reparatur wäre, den Goldstandard wiedereinzuführen und die Kreditexpansion durch strenge Vorschriften zu verhindern.

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22. September 2008 14:23

roederwolf, fortgesetzt

Wolfgang Kotowski (roederwolf)

Für mich ist es zu früh weitergehende Fragen über freie Marktwirtschaft zu besprechen bevor auch nur ansatzweise der aktuelle Vorfall aufgeklärt ist. Welche konkreten Geschäfte führten zur Pleite diverser Investmentbanken. Meine laienhafte Vermutung: kriminelle Geschäfte (hedgefunds), bei denen vorweg klar war, das man bei ausbleibendem Glück den Wetteinsatz nicht bezahlen kann. Banken die diesen Wetteinsatz in milliardenhöhe ihrerseits vorgestreckt haben taten dies in vollem Bewußtsein, daß keine Sicherheiten vorhanden waren (siehe Soros). Ich will....nein ....wir wollen Aufklärung. Namen bitte, konkrete milliardendeals und liebe Journalisten, bitte bitte keine Märchen mehr von irgend welchen Holzhütten, die das Weltfinanzsystem erschüttern.

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22. September 2008 13:59

Ursachen der Finanzkrise?

Wolfgang Kotowski (roederwolf)

Ein schwacher Journalist schmückt sich mit einem Nobelpreisträger. Was kommt dabei heraus Propagandageplapper (die TAZ bietet manchmal niveauvollere Artikel). Zur Erklärung der Krise trägt der verantwortliche Journalist nichts bei. Wenn ein seniler Herr plappert muß dies nicht unbedingt gedruckt werden.
An ein paar windigen Hütten zu 100-tausend Dollar das Stück geht wohl keine Investmentbank kaputt. Ich erhoffte eigentlich von einem Ökonom eine plausible und für den Laien zumindest teilweise nachvollziehbare Erklärung der Ursachen. Schon unter Clinton wurde der Milliardenjongleur Soros mit Steuergeld gerettet während andere für geringeres einsitzen.

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22. September 2008 12:50

Derrr Herr

kristian kroflin (kroflin)

gehört zu den Problemverschiebern. Mal ist der Staat schuld, mal sind es andere. Langsam sollte erkannt sein, daß Herren wie dieser, die ständig die Schuld auf jemanden schieben wollen, nicht sehr ernst zu nehmen sind. Ich finde es gut, daß die Investmentbanken gegen die Wand liefen. Nur so lernen sie und werden sich in Zukunft mäßigen, wenn es vielleicht auch noch weiteres gegen die Wand laufen geben wird. Ein Eingreifen von aussen, z.B. durch den Staat, würde nur ablenken, d.h. die Entwicklung abbremsen.

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22. September 2008 12:50

Derrr Herr

kristian kroflin (kroflin)

gehört zu den Problemverschiebern. Mal ist der Staat schuld, mal sind es andere. Langsam sollte erkannt sein, daß Herren wie dieser, die ständig die Schuld auf jemanden schieben wollen, nicht sehr ernst zu nehmen sind. Ich finde es gut, daß die Investmentbanken gegen die Wand liefen. Nur so lernen sie und werden sich in Zukunft mäßigen, wenn es vielleicht auch noch weiteres gegen die Wand laufen geben wird. Ein Eingreifen von aussen, z.B. durch den Staat, würde nur ablenken, d.h. die Entwicklung abbremsen.

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22. September 2008 12:21

Ja der Bush

Josef Bujtor (Mramorak)

Wenn es den Amerikanischen Präsidenten nicht gäbe müsste man ihn erfinden. Er kommt doch immer so gelegen jeder "Wirtschafts-und Finanzfachman kan sein eigenes NICHTWISSEN dem in die Schuhe schieben. Ob der Herr Stiglitz ein Nobelpreisträger ist oder nicht, ist unwichtig - er Irrt! Sein Wunsch, Amerika auf dem Bodenzerstört zu sehen, ist ja nicht neu und er ist ja auch nicht der erste mit diesm irrrigen Wunsch.

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22. September 2008 12:08

Die Fähigkeit...

Jörn Arians (joari)

ein weltweit agierendes Wirtschaftsunternehmen zu leiten kann man Ackermann & Co. wohl nicht absprechen, umso mehr aber die Art und Weise wie dies bis zuletzt auch hierzulande geschehen ist. Der Zweck heiligt wohl doch nicht die Mittel. Man kann nur hoffen, dass aus diesen kleinen "Schremppianern" nachhaltig denkende Führungskräfte werden und die jagt nach guten Quartalszahlen und exorbitanten Gratifikationen/Boni p.a. bald der Vergangenheit angehören. Prof. Stiglitz kann man nur Zustimmen, wenn er behauptet, dass es nie eine freie Marktwirtschaft gab. Allerdings wird dieser "selektive" und willkürliche Keynesianismus in Zeiten der Not noch verstärkt, um heimische Märkte vor ausländischer (nichtwestlicher) Konkurrenz zu schützen. Diese mittelfristig sinnlose Geldentwertung/-vernichtung wird noch extremere negative Auswirkungen für die wirtschaftliche Position des Westens haben, als der Zusammenbruch der traditionellen Investmentbankenbranche.

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22. September 2008 11:15

@Herrn Menzel es sind 700 Milliarden !

Paul Rabe (heidelpaul)

Es sind in Wahrheit ja noch viel mehr ! Die amerikanische Gesellschaft läßt bedenkenlos Kinder an heilbaren Krankheiten sterben, weil deren Eltern sich keine Krankenversicherung leisten können und dann ein paar tausend Dollar für Medikamente und Behandlung fehlen. Aber gleichzeitig hat man monströse 700 Milliarden um eine 'Pokerrunde' von Multimillionären zu retten....

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22. September 2008 11:10

Bei allem Respekt ...

Reinhold Eysel (Eysel)

... vor einem Nobelpreisträger. Aber auch ein erhaltener Nobelpreis ist keine Versicherung vor ziemlich "klischeehaften" Argumentationen!

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22. September 2008 10:30

Buhmann Banken

Steve Lutzmann (TomderAffe)

Die Banken sind aktuell der ideale Buhmann. Sie sind aber bei weitem nicht allein schuldig. Vergessen wir nicht: durch die –jetzt- faulen Kredite ist jahrelang der amerikanische Konsum finanziert worden. Weder die Administration Bush noch die Notenbank hatten irgendein Interesse an Rückgang des Konsums auf ein "normales" Mass. Von daher darf auch die Behauptung, der Steuerzahler würde nun für die Misswirtschaft der Banken gerade stehen, zurecht gerückt werden: der amerikanische Staat hatte jahrlang Steuereinnahmen aus Konsum, die er ohne die grosszügige Kreditvergabe der Banken nie gehabt hätte. Es ist schlicht zu einfach, den Banken und dem Bonussystem der Banken die alleinige Schuld am Kollaps zu geben. Und zu vergessen ist auch nicht: auch die bösen Banken müssen sich refinanzieren. Eine Notenbank die Geld quasi in abartigen Mengen zu lächerlichen Zinssätzen zur Verfügung stellt, die Zinssätze beim kleinsten Husten umgehend senkte, hat ähnliche "Schuld" auf sich genommen.

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22. September 2008 10:23

Genau SO, nur mit weniger Worten

Werner Hannappel (Brooce)

würde ich es ausdrücken: Die USA druckten jahrzehntelang Dollars, wenn sie der Schuh drückte. Wenn ein Vietnam- oder Irak-Krieg zu bezahlen war, wurden die Notenpressen einfach schneller gestellt, das dumme Ausland hat Dollar immer akzeptiert - solange es die einzige Leitwährung war. Erst durch den Euro wurde der wahre Wert des Dollar offensichtlich- und schon platzt die Dollar-Blase. Jetzt werden genau die "Luft-Dollars" vernichtet, die zur Finanzierung der diversen USA-Eskapaden in Umlauf gebracht wurden.

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22. September 2008 10:05

Der Satz passt auch für Deutschland...

Michael Menzel (Galenos)

"Ich frage mich: Was ist das für eine Gesellschaft, in der wir zwar 85 Milliarden Dollar für AIG haben, aber nicht für kranke Kinder? Das macht mich wütend." Man muß nur die Summe auf 11 Milliarden ändern und statt AIG -> IKB einsetzen, dann passt es genau.

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