Kreditkrise

Die Lehren aus dem Desaster

Das Weltfinanzsystem erlebt seine größte Belastungsprobe. Ob alle Banken überleben, ist fraglich. Wieder einmal zeigt sich: Zu viel billiges Geld verführt zu allerhand Torheiten. Von Catherine Hoffmann

Lesermeinungen zum Beitrag

01. Januar 2008 23:02

Was Frau Hoffmann noch hätte erwähnen sollen:

gisbert heimes (gisbert4)

daß einige Notenbanken - allen voran die Fed - für ihre Liquiditätsfazilitäten mittlerweile einen 'bunteren Strauß' an hinterlegten Wertpapieren akzeptieren.

Das zeigt am deutlichsten, wie ernst die Lage ist. Diese Sicherheiten können nämlich nicht verwertet werden: allein diese Überlegung ist von furchteinflößender Irrationalität.

Die Notenbanken, die Aufsichtsbehörden und nicht zuletzt die Wirtschaftsprüfer haben in ihrer Aufsichtsfunktion versagt. Warum schlagen letztere z. B. nicht Alarm, wenn sich bei der SachsenLB von einem Jahr zum anderen das Ergebnis dramatisch verbessert?

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Wer hätte gedacht, daß deutsche Sparkassenkunden für die Schulden von Häuslebauern in Wisconsin aufkommen müssen. Globaler Freihandel ist das eine, ein globaler Finanzsektor das andere. Hier hat sich ein sowohl von der Öffentlichkeit wie der Politik weitgehend unbemerktes, weil nicht verstandenes und auch kaum verstehbares System entwickelt, das völlig losgelöst von der realen Welt seinen Akteuren traumhafte Einkommen aus der Entwicklung und dem Handel von Finanzinstrumenten sicherte. Finanziert von den Notenbanken und der tumben Politik. Letztlich von den Steuerzahlern.

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01. Januar 2008 21:26

auch ich meine: eine hervorragende Analyse.

Marko Hrbat (Hrbat)

Hätte die FAZ doch nur noch mehr dieser fähigen Autoren!

Beim Thema ZERTIFIKATE beispielsweise bin ich stets enttäuscht, wie unkritisch Behauptungen aus dem Werbeprospekt (nicht dem Verkaufsprospekt) übernommen werden.


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31. Dezember 2007 23:07

Warum wankt der Mythos der Zentralbanken erst jetzt?

Stefan Gigga (GodSaveAmerica)

Weil Zeitungen wie die FAZ jahrzehntelang den Mythos von der Fähigkeit der Zentralbanker und der Unabdingbarkeit der Unabhängigkeit der Zentralbanken zelebriert haben. Aber was war die Realität? Auf jede Krise reagierten die Zentralbanken mit jeweils einer neuen Flutwelle an Kapital. Egal ob als Antwort auf die Asienkrise oder den Zusammenbruch der "New Economy". Somit lag in jeder Rettungsaktion bereits die Grundlage für die nächste, dann aber wieder größere Finanzkatastrophe. Die hochgelobten Zentralbanker haben das internationale Finanzsystem in ein Kasino mit spielsüchtigen Bankern, Hedgefonds und ähnlichen Narren verwandelt. Wenn in den Berichten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bereits berichtet wird, das im Welthandel weniger als 1 % auf den Austausch von Waren entfällt und der Rest reine Zockergeschäfte sind, kann man nur sagen, dass das System als ganzes tot ist. Vielleicht schaffen die Zentralbanker es noch einmal, die Krise mit Milliarden abzuwenden, die nächste wird aber dann schnell folgen. Eine Lösung liegt nur im Konzept der Nationalbank von Alexander Hamilton, welches heute leider nur von Lyndon LaRouche gefordert wird.

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31. Dezember 2007 19:54

Exzellente Zusammenfassung: FAZ bleibt FAZ !

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Man werfe alle übrigen Kommentare zum Weltfinanzdesaster weg und lese nur diesen! Die Preisfrage für 2008 bleibt nun: Wie schnell wird sich die Welt erholen? Natürlich kommt das darauf an, wie bald die Banken auch die allerletzten zweifelhaften Investitionen restlos abschreiben. So lange sie immer noch auf Bergen von unsicheren Papieren sitzen, werden sie sich weiterhin gegenseitig nicht trauen und damit die Kreditstockung in die Länge ziehen

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