16. Juli 2007 Die Aktienkurse in den Vereinigte Staaten stehen vor einer Korrektur von fünf bis zehn Prozent. Darauf deutet derzeit die Zahl der Wetten - so genannten Put-Optionen - auf einen schwächeren Aktienindex S&P 500 an den Optionsbörsen.
Es handele sich um ein Warnsignal, sagen Anlageexperten wie David Darst von Morgan Stanley Global Wealth Management, von National City Private Client Group und von Russell Investment Group voraus. Sie begründen die Entwicklung mit der Sorge über schwächere Unternehmensbilanzen im zweiten Quartal. Die Fondsverwalter von The Leuthold Group rechnen sogar mit einem Minus beim S&P 500 von 19 Prozent bis zum Jahresende. Laut Vermögensverwalter Darst ist der Markt kurzfristig vorgelaufen und kann nun korrigieren, sagt er. Dabei könne der Markt seiner Ansicht nach um bis zu zehn Prozent nachgeben.
Die Leute kaufen derzeit Verkaufs-Optionen
Open Interest - die Zahl der gehandelten Put-Optionen auf den Index S&P 500 und auf Indexfonds, die den Index abbilden - hatte am 19. Juni 10,4 Millionen erreicht. Das war das 2,24-fache der Call-Kontrakte, was dem höchsten Put-Call-Verhältnis seit August 1998 entsprach. Zum Ende der vergangenen Woche betrug der Wert 2,03. Er lag bei 1,24 als am 9. Oktober 2002 die derzeitige Haussephase begann.
Die Leute kaufen derzeit Verkaufs-Optionen, weil sie damit rechnen, dass der Markt nachgeben wird, begründet Senior- Portfolio-Stratege Stephen Wood von Russell Investment in New York den Trend. Er wäre nicht überrascht, wenn der Markt nun um 5 Prozent nachgeben würde. Die derzeit vorherrschenden Put-Optionen würden auch als Schutz vor der Immobilienkrise in den Vereinigte Staaten eingegangen, sagt der leitende Marktstratege von Bank of America, Joseph Quinlan, in New York.
Niemand weiß im Moment, wohin sich diese Immobilienkrise entwicklen und welche Bedeutung sie für die Märkte in der Zukunft haben wird, sagt Quinlan. Put-Optionen stellten in solchen Unsicherheitsphasen eine gute Absicherungsstrategie dar, fügt er an. Sein Kollege Benjamin Pace, Investmentchef bei Deutsche Bank Private Wealth Management in New York, deutet die Zeichen an den Opotionsmärkten allerdings umgekehrt: Das deutliche Anziehen von Optionen, die auf einen fallenden Markt setzen, sei ein mögliches Zeichen für ein Hinauslaufen des Marktes über alte Rekordmarken.
Put-Call-Verhältnis normalerweise ein guter Kontraindikator
Es handelt sich beim Put-Call-Verhältnis normalerweise um einen guten Kontraindikator, sagt Pace. Die Aktienkurse hätten sich seit Jahresbeginn ungeachtet von Hürden wie der Subprime- Immobilienkrise sehr fest entwickelt. Der Markt hat doch durchaus Widerstandskraft und Elastizität bewiesen, sagt er. Im kommenden Jahr sei mit Kurssteigerungen von bis zu 13 Prozent zu rechnen.
Aus einem historischen Blickpunkt könnten sich zudem die Gewinnprognosen für Unternehmen im S&P 500 als zu niedrig erweisen. Das Wachstum des operativen Gewinns wurde in den zurückliegenden 15 Quartalen immer unterschätzt, wie aus Daten von Bloomberg und von Ned Davis Research Inc. in Venice im amerikanische Bundesstaat Florida hervor geht. Allerdings sollten sich die Investoren nicht auf neuerliche Gewinnüberraschungen verlassen, mahnt Andy Engel, Fondsmanager des Core Investment Fund der Leuthold Group in Minneapolis. Vermutlich sind die besten Zeiten erstmal vorbei, sagt er, von jetzt an ist vermehrt mit Enttäuschungen zu rechnen.
Ich persönlich mache mir langsam Sorgen, dass wir so lange ohne Korrektur geblieben sind, sagt Vermögensverwalter Nick Sargen Fort Washington Investment Advisors in Cincinnati im amerikanische Bundesstaat Ohio. Wir hatten jetzt seit vier Jahren keine Korrektur. Das ist wirklich sehr ungewöhnlich.
Text: Bloomberg
Bildmaterial: FAZ.NET
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Soso, Frau Y. geht es also nicht um die Macht....
00:05Lehrgeld ? Es hat eben keiner "gelernt"
23:46