07. März 2008 Die schlechten Nachrichten häufen sich. Nach der Verstaatlichung der bankrotten englischen Bank Northern Rock sind weitere Pleiten vorstellbar, sagt etwa die Starcapital AG aus Oberursel. Das Unternehmen gehört dem erfahrenen Börsenfuchs Peter Huber.
Kaufen, wenn die Kanonen donnern!
Die Furcht vor einer solchen Pleite sowie die Diskussion über eine drohende Rezession in den Vereinigten Staaten seien weiterhin belastende Faktoren an den Finanzmärkten. Kein Wunder findet Starcapital-Vorstand Lars Kolbe da, dass in einem solchen Umfeld die Privatanleger nervös werden und in großem Umfang Aktien- und Rentenfonds verkaufen, wie die aktuelle Statistik des BVI zeigte. Eigentlich sollte es aber doch umgekehrt sein: In schlechten Zeiten kauft der clevere Anleger Aktien (Wenn die Kanonen donnern, sagte Kostolany) und in Boomphasen trennt man sich sukzessive von seinen Beständen.
Natürlich sei es nicht immer einfach, in unsicheren Zeiten den Mut aufzubringen, gegen die Masse zu agieren. Insbesondere, wenn die Zeitungen voll mit schlechten Nachrichten seien. Doch gerade durch antizyklisches Anlageverhalten kann man langfristig gute Ergebnisse erzielen, sagt Kolbe.
Ins gleiche Horn bläst der erfahrene Börsenbulle Ken Fisher in einem Interview mit dem Manager Magazin. Es könne in einem Monat oder erst in sechs oder acht Monaten vorüber sein. Irgendwann aber würden die Anleger von dem Lamentieren über fallende Hauspreise und faule Hypothekenkredite so übersättigt sein, dass sie das Interesse an den ganzen Katastrophengeschichten verlieren.
Wir werden auch 2008 am Ende Kursanstiege an den Aktienmärkten sehen
Erinnern Sie sich noch an das Gerede über die Vogelgrippe und die daraus abgeleiteten Crash-Szenarien? Diese Geschichte wurde so lange zu Markte getragen, bis sie jede Relevanz für die Kurse verloren hatte. Die Anleger würden die Subprime-Krise auf ganz ähnliche Weise abhaken, und spätestens dann würden die Kurse wieder steigen. Am Ende werden wir auch 2008 Kursanstiege an den weltweit wichtigsten Aktienmärkten sehen, glaubt Fisher, der in Deutschland mit dem Vermögensverwalter Thomas Grüner zusammenarbeitet.
Fisher ist extrem sicher, dass die Hausse weiter geht, weil die Hauptantriebskraft des Kursaufschwungs noch immer intakt sei. Seit Anfang 2003 liegen die Gewinnrenditen der Unternehmen in den wichtigsten Aktienmärkten weltweit über den Renditen zehnjähriger Anleihen. Deshalb sind Aktien im Vergleich zu langfristigen Zinspapieren so billig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Damit sich diese Konstellation umkehrt, müssten die Unternehmensgewinne im Schnitt um etwa 60 Prozent fallen - das wäre ein Rückgang, der weit schlimmer wäre als das, was man mit einer gewöhnlichen Rezession in Verbindung bringt.
Gewinnrendite von Dax-Aktien liegt bei zehn Prozent
Auf den deutschen Markt übertragen bedeutet dieses Argument. Mit Bundesanleihen holen Anleger im Jahr eine Rendite von vier Prozent. Mit den 30-Dax-Aktien jedoch ist bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund zehn eine Gewinnrendite von 10 Prozent drin. Selbst wenn man annimmt, dass die Gewinne der Konzerne leicht zurückgehen, wofür es bisher kaum Anzeichen gibt, bliebe der Abstand zur Anleihenrendite weiter sehr groß.
Fisher glaubt übrigens, dass sich die großen Konzerne auf der Welt besonders gut entwickeln werden. Dafür würde er sein Geld gleichmäßig auf die 30 Unternehmen mit der weltweit höchsten Marktkapitalisierung verteilen.
Allianz Global Investors: Die Unternehmensdaten sprechen für eine langfristige Stabilisierung
Das Fundament der Aktienmärkte erscheint solide genug, um weiteren Belastungsproben standhalten zu können. Das glaubt Allianz Global Investors. So stehe nicht nur die globale Konjunktur mit der zunehmenden Bedeutung der Schwellenländer auf breiteren Füßen, sondern auch die Unternehmensgewinne schienen besser gefeit vor Abschwächungsphasen. Denn im Gegensatz zu früheren Zyklen ist der Anteil aufstrebender Staaten am Erlöswachstum internationaler Konzerne größer geworden, werden gleichzeitig globale Standortvorteile intensiver genutzt und waren die Unternehmen bisher sehr vorsichtig mit Kapazitätserweiterungen.
Die Folgen seien tendenziell stabileres Umsatzwachstum, hohe Auslastungen der Maschinen, schlanke Unternehmensstrukturen sowie höhere Gewinnmargen. Ein Indiz dafür seien unter anderem die Konzerngewinne für das vierte Quartal 2007, die mit Ausnahme der Banken die Markterwartungen überwiegend übertroffen hätten. Der aktuelle Bewertungsabschlag - gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) - von rund 30 bis 40 Prozent zum langjährigen Durchschnitt erscheint daher sehr hoch. Bei den Banken hat das KGV sogar ein historisches Tief erreicht.
Gleichzeitig sei der Pessimismus der Marktteilnehmer hoch. Dies wertet die Gesellschaft als gutes Zeichen. Denn wenn kaum noch jemand ins Bärenlager wechseln könne, hätten sich die Investoren überwiegend auf den Abschwung eingestellt und bereits verkauft, was sie verkaufen wollten.
Der Rat: Für risikobewusste Investoren kann es durchaus eine Überlegung wert sein, die gefallenen Kurse zum Einstieg für längerfristige Investments zu nutzen. Dieser Einstieg kann auch in mehreren Schritten erfolgen, um im derzeit volatilen Marktumfeld die Durchschnittskosten zu nutzen. Dabei sollte auch die Abgeltungssteuer nicht aus dem Blick verloren werden.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.
Text: @stt
Bildmaterial: F.A.Z.-Marcus Kaufhold
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Herr Tiefensee hat das Thema nicht verstanden,
11:48Nach "all den OP's" an allen möglichen Stellen...
11:45